Prüfungsrichtlinien
Richard Parncutt, zuletzt revidiert am 27.02.2012
Ich bitte alle Studierenden, diese Richtlinien zu lesen und beantworte gern Ihre Fragen.

Inhalt
1. Generelles zu LV-Prüfungen
2. Schriftliche Prüfungen
3. Berechnung der Endnote
4. Zeugnisse
5. Abschlussarbeiten
6. Kommissionelle Masterprüfungen


1. Generelles zu LV-Prüfungen

Schriftliche Arbeiten (PS, SE, Bachelor) werden in der Regel in einer auf A4 druckfertigen pdf-Datei (Email-Attachment) abgegeben. Bitte eine einzige Datei abgeben, d.h.  Titelblatt, Abstract, Abbildungen, Anhänge usw. nicht vom Rest der Arbeit trennen. Das Abgabedatum soll auf der Titelseite stehen und dem Datum der Email entsprechen. Der Dateiname soll für mich Aufschlussreich sein, z.B. "SE12W_IhrName.pdf" (12W = Wintersemester 2012). Ich freue mich, wenn Sie nach der Benotung Ihrer Arbeit den Inhalt persönlich besprechen wollen, weil bei solchen Besprechungen der "Lernerfolg" erfahrungsgemäß relativ groß ist. Um einen Termin zu finden, rufen Sie mich bitte am Handy an. Bringen Sie ein Exemplar der Arbeit mit (gern verkleinert bzw. doppelseitig) oder ein Laptop. Bei Gruppenarbeiten sollen möglichst alle AutorInnen dabei sein. Schreiben Sie auf Englisch, ist der Sprachunterricht inkludiert!

Gruppenarbeiten müssen vollständig sein. Fällt ein Gruppenmitglied aus, schreiben die anderen Mitglieder den fehlenden Teil; das Ergebnis kann gern dementsprechend kürzer sein, vorausgesetzt, dass alle Bestandteile berücksichtigt werden. Der Grund: Eine schriftliche Arbeit bildet eine Einheit und die verschiedenen Teile ergänzen sich gegenseitig. Jedes Gruppenmitglied übernimmt die Verantwortung für die ganze Arbeit und setzt sich aktiv mit allen Teilen der Arbeit auseinander.

Plagiat - wenn eindeutig - führt direkt und unabhängig von anderen Teilnoten oder Leistungen zur Endnote nicht genügend (5).

Noten werden ca. 2 Wochen nach Prüfungsabschluss in UniGrazOnline eingegeben. Nach einer abgeschlossenen Prüfung bespreche ich gern Inhaltliches in meiner Sprechstunde oder nach Terminvereinbarung.

Prüfungstermine. Bei VO-Prüfungen gibt es in der Regel drei Termine pro Semester, bei PS- oder SE-Tests einen einzigen Termin. Wer bei einem Test fehlt und dies auch passend, glaubwürdig und schriftlich begründet, kann mündlich in meiner Sprechstunde geprüft werden.



2. Schriftliche Prüfungen

Vor der Prüfung: Melden Sie sich in Uni Graz Online für die LV und für die Prüfung an.

Zur Prüfung mitbringen:

Aus praktischen Grunden (die Prüfung wird von einem/r studentischen Mitarbeiter/in beaufsichtigt und muss für alle KandidatInnen fair erfolgen) sind keine Unterlagen erlaubt - auch kein Wörterbuch. Inhaltliche und sprachliche Fragen zum Prüfungsbogen können im Plenum gestellt und besprochen werden.

Inhaltliches

Präsentation

Ergänzungen

Achten Sie auf die genaue Formulierung der Fragen. Bei der Benotung Ihrer Antworten werden Inhalte, die von diesen genauen Formulierungen abweichen, nicht berücksichtigt.
Antworten sollen möglichst aufschlussreich in Bezug auf die jeweilige Frage sein – nicht jedoch darüber hinaus. Vor der Prüfung werden sie vieles gelernt haben, was für eine jeweilige Prüfungsfrage vielleicht relevant wäre. In Ihrer Antwort auf eine Frage sollen Sie aber keinesfalls alle solchen Punkte anführen, da Sie sonst den Eindruck geben, die Frage nicht verstanden zu haben! Vielmehr haben Sie anhand von diesen Hintergrundinformationen die spezifische Frage direkt zu beantworten – und nur diese Frage. Auch Teilantworten (ggf. a, b, c... klar markieren) sollen sich direkt (eins zu eins) auf Teilfragen beziehen. Machen Sie also keine Abschweifungen! Wenn Sie keine direkte Antwort geben können, machen Sie zumindest klar, dass Sie die Frage verstanden haben, z.B.: "Ich weiß nicht ..., aber aufgrund von... lässt sich vermuten ...".

Beweisen Sie Ihr Begriffsvermögen durch die Klarheit und Vollständigkeit Ihrer Erklärungen. Formulieren Sie diese so, dass Ihre StudienkollegInnen sie verstehen würden.
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Aus Ihrem Studiengang und Semester wird eine/n StudienkollegIn, die/der die entsprechende LV nicht besucht hat, nach dem Zufallsprinzip gewählt. Diese Person liest Ihre Antworten sorgfältig durch und wird anschließend mündlich geprüft. Sie/er muss nun die gleichen Fragen mit eigenen Formulierungen beantworten. Stellen Sie sich vor: Ihre/seine Note wird Ihre Note sein. Schreiben Sie bitte für diese Person!

Beziehen Sie sich nicht auf musikalische/psychologische/pädagogische Erfahrung, sondern auf die relevanten wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Ihre Antwort kann Hausverstand und Alltagswissen selbstverständlich auch widersprechen, wenn der Widerspruch klar aus der wissenschaftlichen Literatur hervorgeht.

Beziehen Sie sich nicht nur auf den Inhalt der Lehrveranstaltung, sondern auch auf die darin zitierte Literatur. (Quellenhinweise sind nicht nötig.)
Die relevante Literatur wird nicht vollständig während der LV erörtert. Sie müssen selbst aus der Literaturliste den Stoff heraussuchen, der für die LV am relevantesten ist. Für LVn im Bereich der Musikpsychologie gibt es meistens keinen "Fächerkanon" aus "Fakten" bzw. "richtigen Antworten". Als angehende WissenschaftlerInnen sollen Sie in der Lage sein, die relevante Literatur zu identifizieren, zu verstehen und zu bewerten. Nennen Sie bitte nicht in erster Linie die AutorInnen der relevanten Forschung, sondern stellen Sie die relevanten Inhalte und ihre Implikationen in den Vordergrund. Schreiben Sie z.B. nicht über “Piaget” sondern über “Piagets Stufentheorie der kognitiven Entwicklung”; nicht über “Terhardt”, sondern z.B. über die “Gestalttheorie der Wahrnehmung komplexer Töne”; nicht über “Helmholtz”, sondern z.B. über die “dreieckige Form der gebogenen Violinseite (Helmholtzbewegung)”.

Betrachten Sie die Inhalte der Lehrveranstaltung und die zitierte Literatur kritisch. Wenn nötig, bringen Sie Ihren begründeten Zweifel zum Ausdruck.
Sie dürfen und sollen alles, was sie im Rahmen der LV gelesen oder gehört haben, infrage stellen. Kritik soll selbstverständlich begründet werden. Bei Literaturquellen, die hauptsächlich die Ergebnisse von Experimenten erörtern, sind z.B. folgende Fragen zu stellen: Wie wurde der dargestellte Versuch durchgeführt? Was war der Text der Versuchsanleitung? Entspricht die Methode der Fragestellung bzw. der Hypothese? War die Stichprobe repräsentativ, so dass die aus den Versuchsergebnissen gezogenen Verallgemeinerungen gerechtfertigt sind? Natürlich kann aus Zeit- und Platzgründen diese Art von kritischer Bewertung nur gelegentlich in eine schriftliche Prüfung eingebracht werden. Ob Sie in Ihrer Antwort den Stoff kritisch betrachten sollen, wird von der genauen Frage abhängen.

Verwenden Sie Bilder und Graphen, soweit sie direkt relevant sind.
Sagt ein Bild wirklich mehr als tausend Worte? Oder nur hundert? Wie auch immer: Bilder und Graphen sind erwünscht. Sie sollen aber nicht isoliert stehen, sondern durch Pfeile bzw. Querverweise mit Ihrem Argument verbunden werden. Erklären Sie Ihre Graphen vollständig: schreiben Sie, was die Achsen bedeuten, wie die dargestellte Messung durchgeführt wurde, usw.

Verwenden Sie grammatikalisch vollständige Sätze und logisch gegliederte Absätze.

Eine isolierte Liste von Punkten ist immer mehrdeutig, so dass der/die Prüfer/in sich fragen muss: Was wird genau damit gemeint? Hat der/die Kandidat/in die Punkte verstanden oder nur auswendig gelernt? Erst in einem grammatisch vollständigen Satz können Sie sich eindeutig und unmissverständlich ausdrücken. Eine Liste von Punkten ist jedoch zulässig, wenn sie durch einen vollständigen Satz eingeleitet bzw. erklärt wird. Darüber hinaus ist die Gliederung Ihrer Antwort wichtig. Fangen Sie mit dem Hauptpunkt an und erklären Sie ihn ausreichend, bevor Sie die relevanten Nebenpunkte (ggf. in getrennten Absätzen) behandeln.

Beispiel eines englischsprachigen Prüfungsbogens

MUS.xxx Course Semester Year
Written examination, date. Duration: 80 minutes 

Read these instructions and each question carefully. Use both sides of A4. Write your matriculation number on each sheet. Start each question at the top of a new side and write about half a page. Answer 8 questions (you have about 10 minutes for each). Write clearly and legibly in German or English. Write in ink (not pencil), and in sentences (not points). Answer each question directly, without introduction. Demonstrate your ability to compare and critically evaluate possible answers. Feel free to include graphs, diagrams, or musical examples, and refer to these in your text. Explain technical terms if necessary. Each question will be independently graded; grades will depend on both quality and quantity of relevant material.
 

Fill in the following and attach your answers to this page:
Family name:                                                            First name:
Questions answered:  _  _  _  _  _  _  _  _            Questions not answered: _  _  _
Matriculation number:                                              Your signature:

Answer 8 of the following 11 questions:

Aufsichtsrichtlinien

For your interest, here is what I ask the invigilator of the exam to do.

Things to take:
Question sheets corresponding to the number of enrolments for the exam, plus some extra ones
Some extra plain A4 paper in case someone needs it
A stapler to bind together the pages, and enough staples
Your mobile phone to call me if there is a question

At the start of the exam:
Arrive 15 minutes early in case there is a problem with the key, the seating etc.
Welcome the candidates when they arrive and ask them to put their bags against the wall
Prevent them from sitting close to each other; mix first year (introduction to sysmus) and third year (psychoacoustics)
Distribute the questions at the advertised starting time
Don’t allow candidates to start writing until at least 5 minutes later (to finish up to 5 minutes early)
Remind them that it is important to carefully read the instructions paragraph and the exact wording of each question
Invite them to ask if there is anything they don’t understand - preferably at the start
If someone asks a question, everyone should be able to hear it, as well as your answer and any other discussion
If there is an important question, call me on my mobile (everyone can listen to that too)
Wish them luck!

At the end:
Check each candidate’s student ID (photo, signature)
Make sure the cover sheet is filled in, including numbers of questions answered and not answered
Put the questions in (approximate) numerical order
Staple the pages and cover sheet together (avoid covering the question numbers with the staple)
Write the candidates’ names on a separate piece of paper and keep it separate


3. Berechnung der Endnote

Ich bevorzuge den traditionellen deutschen Ansatz (1 = sehr gut bis 5 = nicht genügend) und vermeide das Punktsystem nach angloamerikanischem Vorbild - auch für Teilnoten. Der Grund: Ausdrücke wie "gut" und "befriedigend" haben eine allgemein verständliche Bedeutung, nicht jedoch ein rein quantitatives Ergebnis wie z.B. "71%". Das Ergebnis "71%" könnte z.B. an einer französischen Universität als "sehr gut" aufgefasst werden, in den USA dagegen nur als "genügend".

Für mich bedeutet die Note 2 ("gut"), dass Sie die entsprechende Aufgabe vollständig zu meiner Zufriedenheit erfüllt haben. Die Note 1 "sehr gut" bedeutet, dass Sie darüber hinaus gezeigt haben, dass Sie eigenständig, kritisch und konstruktiv denken können (mehr). Bei einer größeren LV liegt die Durchschnittsnote oft bei ca. 2,5; begründete Abweichungen sind möglich.

Bei der Berechnung der Endnote benote ich jede einzelne Frage. Bei mehreren schriftlichen Prüfungen benote ich in einem ersten Durchlauf die erste Frage für alle KandidatInnen, dann ändere ich die Reihenfolge der KandidatInnen und benote die zweite Frage, und so weiter.  Ich verwende die übliche 5stufige Notenskala mit folgenden Ergänzungen:  eine ausgezeichnete Teilleistung erhält die Teilnote "0", eine zur Gänze fehlende Teilleistung die Teilnote "6".

Eine Endnote, die aus mehreren Teilnoten berechnet wird, ist nicht gleich wie der abgerundete Durchschnitt aller Teilnoten. Vielmehr werden "gute" Durchschnittsnoten (2) in Richtung "sehr gut" (1) und "genügende" Durchschnittsnoten (4) in Richtung "ungenügend" (5) verschoben, etwa wie folgt:

Durchschnittsnote
1,0 - 1,8
1,9 - 2,6
2,7 - 3,3
3,4 - 4,1
4,2 - 5,0
Endnote
1
2
3
4*
5

Eine solche Einstellung des Mittelwerts ist nötig, damit die Endnoten 1 und 5 überhaupt vorkommen.

*Eine positive Endnote wird nur dann erteilt, wenn mehr als die Hälfte der Teilnoten positiv sind.

4. Zeugnisse

Einige Wochen nach der jeweiligen Prüfung wird ein Ergebnis bzw. Zeugnis in UniGrazOnline verfügbar sein. Sie sind für die Kontrolle verantwortlich. Darüber hinaus sollen Sie Aufzeichnungen über besuchte LVn und angetretene Prüfungen seit Beginn Ihres Studiums führen. Wenn Sie ca. zwei Monate nach einer angetretenen Prüfung in UGO suchen und dafür kein Ergebnis finden, schicken Sie mir bitte ohne weitere Verzögerung eine Mail und wir werden das Problem lösen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich keine Zeit habe, Prüfungsunterlagen auszusuchen, die mehr als ein Jahr alt sind - insbesondere dann, wenn Sie nicht einmal wissen, um welches Semester es sich handelt oder wann eine gewisse Prüfung stattgefunden hat.


5. Abschlussarbeiten

Abschlussarbeiten sind Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen. Die Zitierrichtlinien für Abschlussarbeiten im Bereich der SMW sind gleich wie jene für PS- and SE-Arbeiten. Empfehlenswert sind auch der Leitfaden für schriftliche Arbeiten an der KUG und die Zitierrichtlinien des Instituts für Musikwissenschaft - aber für schriftliche Arbeiten im Bereich der SMW gelten im Zweifelsfall immer die SMW-Richtlinien. (Im Übrigen: Zitierrichtlinien betreffen nicht den Inhalt, sondern der Präsentation Ihrer Arbeit. Präsentation ist generell wichtig, aber Inhalt ist generell noch wichtiger! Ein inhaltliches Problem wird nicht durch schöne Präsentation gelöst.)

Nach einer Empfehlung der Gewi-Fakultät aus dem Jahr 2002 wird die Note 1 (sehr gut) nur für Diplomarbeiten (heute: Masterarbeiten) erteilt, deren Inhalt nach Meinung der Prüferin bzw. des Prüfers einen publizierbaren Kern enthält. Unter "publizierbar" verstehe ich die realistische Möglichkeit der Publikation eines vollständigen Artikels in einem referierten internationalen Fachzeitschrift; zu den musikpsychologischen Möglichkeiten zählen Jahrbuch Musikpsychologie, Music Perception, Musicae Scientiae und Psychology of Music. Nach der Prüfung einer "sehr guten" Masterarbeit hat jede/r Studierende die Möglichkeit, im eigenen Interesse und in Zusammenarbeit mit dem/der Betreuer/in (in der Regel als Zweitautor/in) einen Artikel bei einer solchen Zeitschrift einzureichen. 

Nach der Bolognareform gelten alle Punkte im vorigen Absatz auch für Masterarbeiten.

Wie schreibt man eine sehr gute Abschlussarbeit? Wichtig für die Zusammenarbeit mit dem/der Betreuer/in bei allen Abschlussarbeiten ist die Bereitschaft, Vorschläge ernst zu nehmen und nach kritischer Auseinandersetzung umzusetzen. Erwartet wird nicht Obrigkeitsverhalten oder gar Gehorsamkeit, sondern eine Kombination aus kollegialer Teamarbeit und wissenschaftlicher Unabhängigkeit. Die Arbeitsbeziehung zwischen Student/in und Betreuer/in ist ein Erfolg, wenn diese zwei komplementäre Fähigkeiten seitens des/der Studierenden sich gleichzeitig verbessern UND wenn der/die Betreuer/in auch Interessantes aus dem Projekt lernt (quasi als Teammitglied).

In der Satzung der Uni Graz heißt es: "Ergibt die Plagiatskontrolle durch die Beurteilerin/den Beurteiler, dass die Verfasserin/der Verfasser fremdes geistiges Eigentum verwertet hat, ohne es als solches auszuweisen oder gegen die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis verstoßen hat, so ist die Arbeit negativ zu beurteilen." In diesem Fall hat der/die Student/in die Möglichkeit, die Arbeit zurückzuziehen und noch einmal einzureichen. Die Endnote wird im Normalfall nicht negativ sein, doch sie wird durch den Plagiatsfall beeinflusst: zum Beispiel kann eine inhaltlich "gute" Arbeit nach entdecktem Plagiat als "befriedigend" benotet werden. 


6. Kommissionelle Masterprüfungen

Vor der Prüfung

Die Prüfungsthemen und dazugehörigen Literaturquellen werden im Voraus vereinbart und müssen im Bereich meiner Lehrbefugnis (systematische Musikwissenschaft) liegen. Die Themen sollen einerseits relativ spezifisch sein, andererseits sollen sie einen Vergleich verschiedener aktueller und ggf. historischer Forschungsrichtungen im Bereich des Themas ermöglichen. In der Regel werden zwei unterschiedliche Themen gewählt, die vom Thema der Masterarbeit abweichen (die Arbeit selbst wird nicht mündlich geprüft). Zu jedem Thema wird eine Literaturliste mit 4 bis 6 Schriften erstellt. 

Die Schriften sollen Artikel in Fachzeitschriften und Kapitel in wissenschaftlichen Büchern sein (entweder die gleiche Zahl oder mehr Artikel als Kapitel). Sie sollen unterschiedliche AutorInnen haben oder aus unterschiedlichen Forschungsgruppen stammen. Bei der Wahl der Publikationen ist ein Gleichgewicht zwischen deutsch- und englischsprachigen Schriften sowie empirischen und theoretischen Schriften anzustreben. Achten Sie bitte auch auf wissenschaftliche Qualitätskriterien: Die Mehrheit der gewählten Texte sollte entweder vor der Publikation im Rahmen eines Peer-Review-Verfahrens kontrolliert und revidiert oder seit der Publikation häufig zitiert worden sein. Schicken Sie mir bitte eine erste Fassung der Liste per Email; ich werde Änderungen vorschlagen und Sie um eine Endfassung bitten.

Zeitplan: Vor der Prüfung spreche ich gern mit Ihnen über mögliche Themen, Quellen und Prüfungsfragen. Senden Sie mir bitte per E-Mail ca. 4 Wochen vor der Prüfung ihren ersten Themen- und Literaturvorschlag und ca. 2 Wochen vor der Prüfung die endgültige Liste. Senden Sie mir dann ca. 1 Woche vor der Prüfung die Abstracts bzw. die von Ihnen formulierten Zusammenfassungen (je 0,5-1 Seite) aller Artikel bzw. Kapitel in einer einzigen pdf-Datei. Lesen Sie die vollständigen Texte (nicht nur die Abstracts!); sollte ich Sie im Rahmen der Prüfung um eine detaillierte inhaltliche Beschreibung einer Studie bitten, heben Sie die wichtigsten Punkte hervor und erklären Sie diese verständlich. 


Während der Prüfung

Ein erfolgreiches Rigorosum (Doktoratsprüfung) hat den Charakter einer spannenden Unterhaltung zwischen gleichrangigen WissenschaftlerInnen. Eine erfolgreiche Masterprüfung tendiert auch in diese Richtung. Ich halte meine Fragen und dazugehörigen Erklärungen kurz, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, ausführlich darauf zu reagieren. Erwünscht ist eine kritische Auseinandersetzung mit der vereinbarten Literatur, d.h. eigenständiges Denken und fundierte Stellungnahmen, die von meinen Meinungen abweichen können. Ich prüfe nicht nur den Inhalt der vereinbarten Publikationen, sondern auch ihre (wissenschaftlichen, künstlerischen, gesellschaftlichen...) Kontexte und Implikationen. Ich vermeide Fragen, auf die es eine spezifische kurze Antwort gibt (nicht etwa "Rate mal, an welchen wissenschaftlichen Begriff ich gerade denke!"); vielmehr geht es um Ihre Fähigkeit, eine gestellte Frage zu verstehen, diese Frage (und nicht eine andere) zu beantworten und dabei komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären. Es geht nicht um die Bezeichnung von Begriffen und das Auswendiglernen von Sachverhalten, Namen, Jahreszahlen und dgl., sondern um die Bedeutung von Begriffen und wie und warum sie verwendet werden. Meine Fragen und Ihre Antworten sollen sich in erster Linie nach der aktuellen internationalen Forschung richten; Alltagsbeobachtungen und populärwissenschaftliche Themen werden in der Regel vermieden. Wo empirische Daten vorliegen, die relevante Thesen stützen oder infrage stellen, sollten Sie die methodischen Details beschreiben und bewerten können. 


Ideen für Prüfungsthemen 


Bruhn, H., Kopiez , R., & Lehmann, A. C. (Hg., 2008). Musikpsychologie: Das neue Handbuch. Hamburg: Rowohlt.
De la Motte-Haber, H., & Rötter, G. (Hg., 2005). Musikpsychologie. Laaber: Laaber. 26: H236
Hallam, S., Cross, I., & Thaut, M. (2009). Oxford handbook of music psychology. Oxford: OUP
Oerter, R., & Stoffer, T. H. (Hg., 2005). Spezielle Musikpsychologie. Göttingen: Hogrefe. 22P E61
Stoffer, T. H., & Oerter, R. (Hg., 2005). Allgemeine Musikpsychologie. Göttingen: Hogrefe. 22P:E61
Thompson, W. F. (2009). Music, thought, and feeling. Oxford University Press.


Feedback

Fragen und Verbesserungsvorschläge zu diesem Dokument sind immer willkommen. Viel Erfolg bei der Prüfung!

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Richard Parncutt, Centre for Systematic Musicology, Faculty of Humanities, University of Graz