Dann
ist Ihr Projekt aus Sicht des FWF ein
Erfolg.5
Dazu eine paar Gedanken zur Wissenschaftskommunikation im 21.
Jahrhundert
1Unter
"Förderung
wissenschaftlicher MitarbeiterInnen" meint FWF vor allem, MitarbeiterInnen
zu motivieren und dabei zu unterstützen,
ihre Forschungsergebnisse in der internationalen Sprache des jeweiligen
Faches auf internationalen Tagungen mit passenden Peer-Review-Verfahren
zu präsentieren und anschließend in den
besten
Peer-Review-Fachzeitschriften zu publizieren. Nur wer das
häufig tut, hat im 21. Jahrhundert eine realistische Chance
auf
eine Professur.
2Unter
"international" meint FWF offenbar "in der internationalen Sprache des
jeweiligen Faches" - also in den meisten Fällen auf Englisch.
Aus
diesem Grund müssen FWF-Forschungsanträge
in der Regel
auf Englisch formuliert werden. Unabhängig vom FWF sollten
Forschungsarbeiten in der Romanistik vorwiegend auf Spanisch oder
Französisch, in der Slawistik vorwiegend
auf Russisch und in der
Germanistik vorwiegend auf
Deutsch verfasst werden. Die wissenschaftliche
Qualität eines Textes kann nur dann glaubwürdig evaluiert
werden, wenn die meisten internationalen ExpertInnen im spezifischen
Forschungsbereich des Textes ihn lesen können. Forschung
soll nur dann öffentlich finanziert werden, wenn die meisten
einschlägigen internationalen ExpertInnen die Ergebnisse
rezipieren und evaluieren können.
3Auf
der internationalen Bühne sind in den meisten Fächern
englischsprachige Publikationen
ca.
10x sichtbarer als deutschsprachige, weil 10x so viele
WissenschaftlerInnen sie lesen können.
Sie werden daher ca. 10x häufiger zitiert.
4Kommunikation
funktioniert bekanntlich nur, wenn Sender/in und Empfänger/in
den
gleichen Code kennen. Die Wissenschaft brauchte schon immer eine
internationale lingua
franca.
Diese Sprache war im Mittelalter Latein und hätte im 19.-20.
Jahrhundert Deutsch, Französisch oder Esperanto
werden können. Like
it or lump
it: Heute erreicht man
fast
alle WissenschaftlerInnen der Welt mit der englischen Sprache.
5Frei
nach Wilhelm
von Humboldt (Prinzip der Einheit von
Forschung und Lehre): Nur wer erfolgreich
forscht kann forschungsgeleitet lehren. Forschung, die nicht
von
internationalen ExpertInnen im gleichen Fach
rezipiert und evaluiert wird, existiert für die internationale
Fachwelt nicht.
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Meinungen sind die persönlichen Meinungen des Autors.