Evaluation der Lehre und der
Lehrenden
© Richard
Parncutt 2008
"Man lernt am schnellsten und am besten, indem man andere lehrt" (Rosa Luxemburg)
Hauptziel einer Universität ist (oder soll sein!) die Förderung wissenschaftlicher Qualität. Dazu gehört die regelmäßige Evaluierung der wissenschaftlichen Leistungen aller Universitätsmitglieder. Die Studierenden werden durch Noten ständig evaluiert. Nicht weniger wichtig ist es, die wissenschaftlichen Leistungen der Lehrenden und Forschenden regelmäßig zu evaluieren. Die Evaluierung der Lehre hat zwei Aspekte: Inhalt und Präsentation.
Präsentation
An der Uni Graz wird die Evaluierung der Lehrpräsentation in erster Linie durch Studierende durchgeführt, und zwar in UniGrazOnline. Wünschenswert wäre eine ergänzende Evaluierung durch ExpertInnen in den Bereichen Didaktik und Pädagogik (didactic coaching).
Inhalt
Angenommen, dass die Lehre forschungsgeleitet ist, hängt die Qualität der Lehrinhalte mit der Forschung der einzelnen Lehrenden zusammen. Die Studierenden sind kaum in der Lage, die Forschung der Lehrenden zu evaluieren - sonst wären sie keine Studierenden. Lehrkräfte, die Studierenden einen wissenschaftlich kompetenten Eindruck erwecken, können fachlich inkompetent sein - und umgekehrt. Aber auch die wissenschaftlichen KollegInnen sind kaum nicht in der Lage, die Forschung von KollegInnen zu evaluieren, weil ihre Expertise weitgehend auf das eigene spezifische Fach eingeschränkt ist. Nur international anerkannte ExpertInnen im gleichen spezifischen Fach können universitäre Forschung plausibel evaluieren.
Habilitations- und Berufungskommissionen bestehen in der Regel aus örtlichen VertreterInnen unterschiedlicher Fächer. Erstaunlich aber wahr: Die international führenden ExpertInnen im Bereich der spezifischen Forschungsfrage werden weitgehend aus Habilitations- und Berufungsverfahren ausgeschlossen, weil sie nicht deutschsprachig sind. Man darf sich also nicht wundern, wenn die Qualität des wissenschaftlichen Personals schwankt (zumindest aus der Sicht der internationalen Forschung).
Was können Studierende tun?
Studierende haben trotzdem die Möglichkeit, eigenständig und im eigenen Interesse die besten Lehrenden und BetreuerInnen auszusuchen. Denn jede/r Student/in ist in der Lage, die Qualität des wissenschaftlichen Personals aufgrund von objektiven Leistungsindizien einzuschätzen, öffentlich zugänglich sind und das Kriterium der (direkten oder indirekten) Evaluierung durch internationale ExpertInnen im gleichen spezifischen Fach erfüllen:
Zur Klärung: