Curriculum Musikologie Graz
Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik
Musicology in Graz: The "Music Psychology and Acoustics" Stream

Gerhard Eckel, Robert Höldrich, 
Richard Parncutt, Elena Ungeheuer

Richard Parncutt 2008-2012, zuletzt revidiert 29.3.2012


Sind Sie vom Phänomen Musik fasziniert? Wollen Sie das Phänomen Musik umfassend und aus der Sicht unterschiedlicher Fachrichtungen studieren? Wollen Sie alltägliche musikalische Vorgänge wie Komposition, Improvisation, Performance und (emotionale bzw. strukturelle) Kommunikation sowie das Musikerleben analysieren und verstehen? Wollen Sie aktuelle musiktechnologische Möglichkeiten kennenlernen und diese in der Forschung wie auch in der musikalischen Praxis anwenden? Wollen Sie auch grundsätzliche Fragen stellen wie z.B. was ist Musik und warum gibt es sie? Wenn ja, lesen Sie weiter!

Inhaltsverzeichis
Ziele und Aufbau des Studiums
Fächer und Lehrende
LV-Inhalte
Internationale Austauschmöglichkeiten
Qualifikationsprofil und berufliche Möglichkeiten

Zur wissenschaftlichen Qualität der LV-Inhalte

für Lehrende


Ziele und Aufbau des Studiums

In einem typischen Bachelorstudium werden Wissen und wissenschaftliche Fertigkeiten stufenweise aufgebaut. Im ersten Jahr wird in erster Linie Wissen präsentiert; im 2. Jahr fangen Studierende an, aktiv zum Lernprozess beizutragen; und im 3. Jahr stellen sie bereits gelerntes Wissen infrage (vgl. SOLO Taxonomy von John Biggs, 1979)

Ähnliches gilt für das Curriculum Musikologie. Das 1. Jahr besteht zum großen Teil aus Vorlesungen, das 2. Jahr aus Proseminaren und das 3. Jahr aus Seminaren und Kolloquien. Im 3. Jahr (5. und 6. Semester) wählen Studierende zwei aus fünf Schwerpunkten; für das Masterstudium eins aus sechs Schwerpunkten.

Im Schwerpunkt "Musikpsychologie und Akustik" wird ein Überblick über die wichtigsten Inhalte und Methoden der Fächer Musikpsychologie und musikalische Akustik vermittelt. Sie lernen, als angehende/r Forscher/in sowohl empirisch als auch theoretisch zu arbeiten. Das theoretische Arbeiten wird in den Seminaren vermittelt: Sie lernen, eine wissenschaftliche Frage zu formulieren, ein Argument zu konstruieren und dieses auch überzeugend darzustellen. Das empirische Arbeiten wird im Forschungskolloquium vermittelt und im Rahmen einer datenorientiert-empirischen Masterarbeit unter Beweis gestellt. In beiden Fällen wird die aktuelle internationale Forschung als Vorbild betrachtet. Diese Grundlagen fördern Ihre Unabhängigkeit als ForscherIn im internationalen Kontext und ermöglichen es Ihnen, in einer Dissertation einen wesentlichen Beitrag zur internationalen Forschung zu leisten.


Die Fächer und Lehrenden im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik

Die Inhalte der LVn im Schwerpunkt "Musikpsychologie und Akustik" entsprechen den wichtigsten Inhalten der aktuellen internationalen Forschung in den folgenden Bereichen:

Zu den Lehrinhalten im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik tragen folgende ProfessorInnen bei:


Die LV-Inhalte

5. Semester

6. Semester


Internationale Austauschmöglichkeiten

Wir empfehlen ein Auslandssemester im Rahmen des Bachelor- wie aus des Masterstudiums. Hier ist eine Liste der Möglichkeiten. Beispiel: Musikpsychologie bei Gunter Kreutz, Uni Oldenburg (LVn).

Qualifikationsprofil und berufliche Möglichkeiten

Das Bachelor- und Masterstudium im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik bereitet Sie nicht nur auf eine Karriere als Systematische/r Musikwissenschaftler/in vor. Sie werden nicht nur in der Lage sein, im Bereich der SMW zu forschen und zu lehren und sich um wissenschaftliche Stellen zu bewerben (Ausschreibungen: fksmw). Während des Studiums erwerben Sie auch folgende übertragbare Fertigkeiten, die außerhalb der (Systematischen) Musik (-wissenschaft) für potenzielle ArbeitsgeberInnen interessant sein können. Nach dem Studium werden Sie in der Lage sein, diese Fähigkeiten im Rahmen Ihrer professionellen Tätigkeit weiterzuentwickeln:

Informationstechnologie und Computerkenntnisse. Im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik erwerben Sie sowohl musikrelevante als auch generelle Fähigkeiten im Bereich der Informatik.

Fachübergreifende Kompetenzen und Interdisziplinarität. Im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik arbeiten Sie an der Schnittstelle zwischen Geistes-, Kultur-, Sozial-, Natur- und Strukturwissenschaften sowie an der Schnittstelle zwischen Musikwissenschaft und musikalischer Praxis. Sie zeigen, dass sie synergetisch mit unterschiedlichen Weltanschauungen, Erkenntnistheorien und Forschungsmethoden der Musikwissenschaft umgehen können. Sie zeigen auch, dass sie praxisorientiert denken und arbeiten können (cf. CIM, JIMS).

Interpersonelle Kommunikation und Teamwork. Im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik lernen Sie, in einer interdisziplinären Forschungsgruppe zusammenzuarbeiten, um ein wissenschaftliches Projekt zu planen und durchzuführen. Sie erwerben die Fähigkeit, Strategien zu entwickeln, um konkrete Probleme effizient zu lösen. Sie lernen auch, solche Strategien verständlich zu beschreiben (Metakognition) und eigenständig umzusetzen.

Zweisprachigkeit. Im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik wird ihre deutsch-englische Zweisprachigkeit gefördert.

Wissenschaftliche Eigenständigkeit. Es ist ein wichtiges Anliegen der Lehrenden im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik, dass die Studierenden wissenschaftlich möglichst eigenständig werden. Wir wollen nicht, dass unsere Meinungen in der Lehre und Forschung folgsam und unkritisch übernommen werden; vielmehr sollen unsere Studierenden kreativ und systematisch eigene Positionen entwickeln und diese Positionen überzeugend begründen, darstellen und selbst infrage stellen. Sie lernen nicht nur kritisches Denken, sondern auch wissenschaftliche Kreativität.


Zur wissenschaftlichen Qualität der LV-Inhalte

Die Lehrenden im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik legen auch viel Wert auf internationale Zusammenarbeit und Qualitätskontrolle - sowohl innerhalb als auch außerhalb des deutschsprachigen Raums. Unsere Forschung erscheint häufig auf internationalen (globalen) Tagungen und in internationalen (globalen) Zeitschriften, was schließlich die internationale (globale) Mobilität unserer Studierenden fördert. Unsere Forschungsbeiträge sind international sichtbar und werden häufig zitiert. Eine Qualifikation im Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik wird häufiger im (globalen) Ausland anerkannt und sie werden über die Lehrenden im Schwerpunkt vermehrt internationale wissenschaftliche Kontakte machen, die zu Stipendien, Postdocs und wissenschaftlichen Stellen führen können. Aufgrund der geänderten Gesetzeslage (UG02) ist es derzeit oft leichter, im Ausland eine wissenschaftliche Karriere anzustreben, als in Österreich. Auch wenn Sie noch nicht an eine wissenschaftliche Karriere denken (egal ob in Österreich oder im Ausland), liegt es in Ihrem Interesse, sich diese Möglichkeit offen zu halten.

Größe und Internationalität. Schwerpunkt Musikpsychologie und Akustik verbindet zwei Institute:

...und drei Fächer:

Alle drei Fächer verfügen über starke unabhängige internationale Infrastrukturen, d.h. internationale Gesellschaften, Zeitschriften und Tagungen. Alle drei sind auch relativ groß: bei der alle zwei Jahre stattfindenden International Conference of Music Perception and Cognition (ICMPC) nehmen z.B. 400-500 MusikpsychologInnen aktiv teil. Alle drei Fächer legen Wert auf anonyme, objektive Qualitätssicherung durch ExpertInnen, d.h. Peer Review von Abstracts (bei Tagungen) und von Artikeln (für Fachzeitschriften).

Grazer Professuren. Zwei aus den fünf Schwerpunkten im Bachelorcurriculum Musikologie verfügen über mehr als eine berufene Professur: Musik in der Geschichte und Musikpsychologie und Akustik. Ein Schwerpunkt mit mehreren berufenen Professuren kann inhaltliche Breite bei gleichzeitiger Sicherung der wissenschaftlichen Qualität anbieten, denn jede/r berufene Professor/in wurde von einer Berufungskommission aus einer Liste internationaler BewerberInnen gewählt und jede/r hat auch verschiedene Forschungsschwerpunkte. Die berufenen ProfessorInnen sind für die Qualität der Lehrinhalte im entsprechenden Studium verantwortlich und sind auch in der Lage, diese Qualität zu gewährleisten.

Einzelne Lehrende. Studierende können die Qualität der Forschung der einzelnen Lehrenden (unabhängig von ihrer Qualifikation oder ihrem offiziellen Status) und dadurch die Qualität der LV-Inhalte anhand folgender objektiver Kriterien untersuchen:

Zukunftsorientierung. Alle Teilbereiche der Musikwissenschaft entwickeln sich, doch am schnellsten wachsen die Fächer Musikpsychologie und Musikinformatik. Viele musikpsychologische Gesellschaften, Tagungen und Zeitschriften wurden in den 1980er Jahren gegründet und nehmen seitdem kontinuierlich zu. Die verschiedenen Teilbereiche der Musikinformatik wuchern aufgrund des permanenten technischen Fortschritts. Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Geisteswissenschaften, das 20. das Jahrhundert der Naturwissenschaften; das 21. scheint, das Jahrhundert der Informationswissenschaften zu werden. Werden Sie am Puls der Zeit sein?

Fragen?


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Anregungen zur Verbesserung und Ergänzung des Inhalts sind willkommen.