Genderforschung - ÜbersichtGender ist ein inzwischen auch im Deutschen gebräuchliches Wort. Es wurde aus dem Englischen übernommen, da dort zwischen „sex“ und „gender“ differenziert wird. „Sex“ bezieht sich auf das biologische Geschlecht, „gender“ auf das sozial konstruierte Geschlecht. Wie sehr der Begriff in die deutsche Sprache Einzug gefunden hat, zeigt eine Google-Suche, die für „gender“ eingeschränkt auf deutsche Seiten mehr als drei Millionen Einträge findet. Gender Mainstreaming ist in der gesamten Europäischen Union ein politisches Konzept, dem viel Geld und Aufmerksamkeit gewidmet wird. Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt. Wissenschaftliche Forschung kann aufzeigen, welche Bedeutung gesellschaftliche Normen und Erwartungen für Frauen und Männer haben. Sie zeigt die Bedeutung von Geschlechterrollen über die gesamte Lebensspanne. Geschlecht als Variable wird in der psychologischen Forschung routinemäßig in allen Studien erhoben. Es existiert entsprechend auch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen, die Geschlechtsunterschiede berichten, und in der populärwissenschaftlichen Literatur wird oft davon ausgegangen, dass Männer und Frauen komplett unterschiedlich sind (z.B. „Männer sind anders. Frauen auch. Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus“ ,Gray, 1998, oder „Du kannst mich einfach nicht verstehen. Warum Frauen und Männern aneinander vorbeireden“, Tannen, 1991). Verschiedene Metaanalysen widersprechen diesem Eindruck allerdings (vgl. Hyde, 2005) und zeigen auf, dass die Unterschiedlichkeit von Frauen und Männer innerhalb ihrer Geschlechtergruppe weit bedeutender ist, als die Unterschiedlichkeit zwischen den Geschlechtergruppen.
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