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Im Sommer 2003 ist das Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung ins Literaturhaus Graz (Elisabethstraße 30) übersiedelt. Verbunden mit dieser Transferierung ist die Beauftragung mit der Verwaltung und Führung des Literaturhauses.
Der Betrieb des neuen Literaturzentrums durch das teilrechtsfähige Franz-Nabl-Institut schafft eine Reihe von inhaltlichen Synergien. Das Institut, das neben seiner Forschungs- und Dokumentationstätigkeit auch bisher schon als Literaturveranstalter in Erscheinung getreten ist (diverse Symposien, Ausstellungen, das Literaturprogramm des Europäischen Kulturmonats , Poetikvorlesungen, zuletzt Veranstaltungen zu den runden Geburtstagen von Wolfgang Bauer und Barbara Frischmuth), wird durch die räumlichen, budgetären und personellen Ressourcen des Literaturhauses in die Lage versetzt, diese Veranstaltungstätigkeit systematisch und kontinuierlich auszubauen. Gleichzeitig bringt das NI eine Bibliothek mit den Schwerpunkten Steirische und Österreichische Literatur sowie diverse Sammlungen und Dokumentationen gleichsam als Mitgift ein. Bibliothek, Sammlungen und Datenbanken brauchen also nicht erst aufgebaut zu werden, wie bei den meisten anderen Literaturhäusern, sondern stehen von Anfang an zur Verfügung, selbstverständlich für den erweiterten NutzerInnenkreis (inkl. Autorinnen und Autoren), den es anzusprechen gilt. Auf dieser Basis sind weitere Optimierungen im Zusammenwirken von literarischer Praxis, Literaturdokumentation und Literaturforschung denkbar.
Archivbestände, insbesondere Autographen und Fotografien, aber auch andere relevante Materialien und Requisiten, können in den Schauräumen des Literaturhauses anschaulich, attraktiv und publikumswirksam präsentiert werden. Forschungsergebnisse können über ihren gewöhnlich engen Wirkungskreis hinaus in Ausstellungen, Werkschauen, Personalen, Installationen etc. einfließen. Umgekehrt zwingt die öffentliche Präsentation die Forschung zu Anschaulichkeit und Verständlichkeit. Wie attraktiv diese Durchdringung sein kann, hat das NI etwa mit dem Elfriede-Jelinek-Schwerpunkt "Echos und Masken" (u.a. Ausstellung im ehem. Kulturhaus, nunmehr Literaturhaus) oder dem Bauer-Festival im Schauspielhaus ja bereits unter Beweis gestellt.
Wo es geboten und sinnvoll erscheint, sollte das Veranstaltungsprogramm des Literaturhauses mit den Lehrveranstaltungen der verschiedenen Philologien und mit demjenigen des Instituts für angewandte und theoretische Translationswisssenschaft (Übersetzer als wichtige Literaturvermittler!) abgestimmt werden, was einerseits eine Attraktivierung der Universitätsausbildung bedeuten, andererseits den Veranstaltungen des Literaturhauses qualifiziertes Publikum zuführen würde. Ähnliche Programmabstimmungen sind selbstverständlich auch mit Schulen anzustreben.
Darüber hinaus wird es selbstverständlich immer Programmangebote geben müssen, die nicht unmittelbar mit den Forschungs- und Dokumentationsinteressen des NI zu tun haben, sondern aktuell Trends des deutschsprachigen und internationalen Literaturbetriebs reflektieren.
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