RÄUBER, MÖRDER, SITTENSTROLCHE
37 Fälle aus dem Kriminalmuseum der Karl-Franzens-Universität GrazHerausgegeben von Christian Bachhiesl, Ingeborg Gartler, Andrea Nessmann, Jürgen Tremer
ISBN 3-7011-7467-9 erhältlich im Museum und im Buchhandel um € 14,90Die leidenschaftliche Magd, die aufgrund nicht erwiderter Liebe zum Feuerteufel wird, der verhöhnte Ehegatte, der sich nicht mehr anders zu helfen weiß und seine Frau umbringt, Menschen, die die Mühen der Arbeit scheuen und dennoch zu Wohlstand kommen wollen, weshalb sie Geld fälschen, betrügen und rauben, Mütter, die in ihren Kindern nur einen Klotz am Bein sehen und zu Kindsmörderinnen werden, brutale Menschenfeinde, die sich ohne Zaudern nehmen, was sie begehren und aus der Welt schaffen, was ihnen nicht genehm ist – all diese verschiedenen Typen von Kriminellen begegnen uns in diesem Buch. Anhand von Fällen aus dem Kriminalmuseum der Karl-Franzens-Universität Graz wird ein Panoptikum des Verbrechens vorgestellt, das es dem Leser ermöglicht, neben dem Typischen der Untaten die individuellen Umstände, die im Einzelfall zur Tat geführt haben, kennenzulernen. Nicht nur die kriminellen Energien, die Vorgehensweisen und manchmal auch die Skrupel der Täter und die Schicksale der Opfer werden vor dem spurlosen Versinken in der Vergangenheit bewahrt, auch die sozialen und gesellschaftlichen Umstände einer von der heutigen doch recht verschiedenen Zeit werden vor Augen geführt. Und so ist dieses Buch für alle, die sich mit den dunklen, kriminellen Seiten des Menschen beschäftigen, eine wahre Fundgrube, sei es als Grundlage für wissenschaftliche Forschungen oder auch nur als spannende Bettlektüre.
Aus dem Inhalt:
1. Brief eines zum Tode Verurteilten
2. Wildfrevel
3. Familienzwist
4. Politischer Unmut
5. „Ein Complot anzunehmen, erscheint ganz unstatthaft...“
6. Raubmord auf der Pretulalpe
7. Falsche Freundschaft
8. Aberglaube und Betrug
9. „...von nicht alltäglicher Kühnheit...“
10. Ein Brief aus dem Gefängnis
11. Die Kindsmörderin
12. Nächtlicher Raubmord
13. Drei mit einem Schuß
14. Brennende Leidenschaft
15. Der Reichtum der Neuen Welt
16. Abortus oder Kindsmord
17. Gefährliche Volksmedizin
18. „...nahm von dem Knaben mit einem Kuße Abschied...“
19. Eifersuchtsmord in Bruck/Mur
20. Ein schwarzer Witwer
21. Todesurteil
22. „...und den sonntäglichen Kirchgang regelmäßig mied.“
23. Wilderei und Mord
24. Geldfälscherei
25. „...zerstückelten sie und versteckten einige Leichenteile in einer Marmorsäule.“
26. Raubmord an der Klavierlehrerin
27. „...dass sie das Kind mit Vorbedacht in die Mur geworfen habe...“
28. Duell Sacher-Masoch gegen Schwartz
29. „Weils nur hin ist das Rabenvieh...“
30. Ein „schwaches Weibl“ mit Zivilcourage
31. Ein Doppelleben mit tragischem Ende
32. Sparkassenüberfall in Schwanenstadt/OÖ
33. Mord an der schwangeren Geliebten
34. Diebshöhlen im Rabenwald
35. Der Musterschüler
36. Die Leiche im Koffer
37. GattenmordDieses Buch entstand aus den Archiv- und Forschungsarbeiten, die im Rahmen der Wiedereröffnung des Kriminologischen Museums erfolgten. Neben über 1500 corpora delicti befindet sich auch eine große Anzahl alter Strafrechtsakten in den Beständen des Museums, die allesamt erfaßt und z.T. transkribiert wurden, und so lag es nahe, einige der in diesen Akten behandelten Fälle zusammenzufassen und der Öffentlichkeit vorzustellen.
Hans Groß, dem Begründer des Kriminalmuseums, sowie seinen Mitarbeitern und Nachfolgern lag es vor allem daran, die Gedankenstrukturen der Täter zu erforschen und, soweit das möglich ist, das Typische am Ablauf von Verbrechen, die Strukturen des Verbrechens sozusagen, zu erkennen. Beeinflußt von den biologistischen und deterministischen Geistesströmungen seiner Zeit, gelang es Hans Groß, die Verwissenschaftlichung der Kriminologie entscheidend voranzutreiben; bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein blieben die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Tätigkeit maßgebend.
Die Autoren sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am neu entstandenen Kriminalmuseum der Universität Graz.