Themenschwerpunkt: Kriminologie

 

Kriminologie als Herrschaftsinstrument

Seit ihrer Begründung als eigenständige Wissenschaft im 19. Jahrhundert behauptete die Kriminologie immer wieder, der Sicherheit und dem Wohlergehen der Gesellschaft zu dienen. Dabei diente sie aber oft genug als Disziplinierungsinstrument, das dem Staat ermöglichte seine Herrschaft über die Menschen effizienter zu gestalten. Da die Kriminologen die Definitionsmacht über gut und böse, normal und deviant für sich in Anspruch nahmen, gestalteten sie dabei die Gesellschaft tatkräftig mit, die sie für schützenswert erachteten, und missliebige Randgruppen und Subkulturen wurden nicht selten als negatives Kontrastprogramm zu dadurch erst ermöglichter bürgerlicher Normalität in Szene gesetzt.

Die Veranstaltung im Kriminalmuseum führt durch die Geschichte der Kriminalwissenschaften; an konkreten Beispielen soll aufgezeigt werden, wie Menschen durch die Wissenschaft instrumentalisiert wurden und wie auch heute noch unter dem Titel Sicherheit Bürger- und Menschenrechte einem überbordenden Kontrollbedürfnis untergeordnet werden. Rege Beteiligung von Seiten der Teilnehmer/-innen ist gewünscht!

Voranmeldung

DDr. Christian Bachhiesl

20.01.2010, 17:00

Hans Gross Kriminalmuseum, Karl-Franzens-Universität Graz, Universitätsplatz 3