Frauenspezifische Personalentwicklung
an den Grazer Universitäten




Gemeinsam mit der Vizerektorin für Personalentwicklung, Lehre und Frauenförderung der Karl-Franzens-Universität Graz, Ada Pellert, ist es der Interuniversitären Koordinationsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung Graz gelungen, beim Europäischen Sozialfonds und dem bm:bwk Mittel für ein Frauenförderungsprojekt zu lukrieren. 5,9 Mio öS auf drei Jahre geben uns die Möglichkeit, ein umfassendes Programm zum Abbau der Unterrepräsentation von Frauen in höheren Positionen im universitären Bereich zu verwirklichen.

Dem Programm, das im Feber 2001 begonnen hat, liegt die Beobachtung zugrunde, dass das wissenschaftliche Potential von Frauen trotz bestehender hoher Qualifikation oft nicht in Statusgewinn im Wissenschaftsbetrieb umgesetzt wird. Dies führt dazu, dass der Frauenanteil in der akademischen Population zwischen Studienbeginn, Studienabschluss und den einzelnen Karrierestufen einer wissenschaftlichen Laufbahn rasant abnimmt.

Dieser Situation soll das Programm gegensteuern. Die Leitfrage für die inhaltliche Gestaltung lautet: Wie können Frauen ihre wissenschaftlichen Qualifikationen in Zugang zu Status in der scientific community umsetzen?
Kern des Programms ist eine Personalentwicklungsmaßnahme für Wissenschafterinnen in Form eines Lehrganges, bei dem es nicht um wissenschaftliche, sondern um berufslaufbahn-bezogene Qualifikationen geht.

Der Lehrgang besteht zum einen aus einem speziell auf die Universität bzw. den Wissenschaftsbetrieb zugeschnittenen Coaching-Angebot für das weibliche wissenschaftliche Personal. Zum anderen bietet der Lehrgang laufbahnorientierte Weiterbildungsbausteinein Form von Seminaren zu je 2 Tagen, die über ein Studienjahr hinweg berufsbegleitend angeboten werden. Themen für die Weiterbildungsbausteine werden sein: Frauenförderungsmaßnahmen und Dienstrecht; Gestaltungsmöglichkeiten an der Universität; Frauen und Wissenschaft (Qualifikationskriterien, Strukturen, Funktionsweisen von Anerkennung/Akzeptanz); Maßnahmen und Strategien der Frauenförderung; Durchsetzungs- und Verhandlungsstrategien, Selbstbehauptung, Präsentation; Teamtechniken: Moderation, Kreativitätstechniken, Didaktik; Selbstmanagement (Zeitplanung, Effizienzsteigerung, Qualitätssicherung) Umgang mit Konkurrenz, Stärken-Analyse; Forschungsspezifische Informationen: Fundraising, Projektakquisition, Stipendienformen; Projektmanagement u.v.m.
Der Lehrgang wird während der Projektlaufzeit drei mal für je 20 Teilnehmerinnen angeboten werden.

Bei der Entwicklung der Inhalte des Lehrgangs werden bestehende frauenbezogene Weiterbildungsangebote inhaltlich adaptiert und auf universitätsspezifische Gegebenheiten zugeschnitten. Dabei wird massiv auf universitätseigene Ressourcen zurückgegriffen: Erfahrene WissenschafterInnen werden ihr Wissen sowohl als Beraterinnen bei der Entwicklung der Inhalte des Lehrgangs als auch bei der Trainerinnenausbildung und als Co-Trainerinnen bei den Seminaren einbringen.
Die Personalentwicklungsmaßnahme möchte zu einer geschlechtergerechten Organisationskultur an der Universität beitragen. Es werden auch Maßnahmen der Information und Bewusstseinsbildung über Frauenförderung, der Optimierung der universitären Frauenförderung auf der Ebene der Personalentwicklung und der Führungskräfte, Orientierungsseminare für Studentinnen über Wissenschaft als Beruf u.ä. gesetzt werden. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Teil des Projekts ist daher auch eine Verbesserung der Kinderbetreuungsangebote.





Detailinformationen


zurück