Stand
der Dinge


Argumente
für Gleichstellungsarbeit und Frauenförderung
Gerechtigkeit
Die Diskriminierung einer Gruppe bedeutet Menschenrechtsverletzung und
Demokratiedefizit.
Gesetzliche Verpflichtung
Gleichstellung ist gesetzlich verpflichtend sowohl national als auch
supranational.
Ökonomische Gründe
An den meisten europäischen Universitäten ist die Budgetzuteilung
an Gleichstellungserfolge gebunden. Der Zugang zu Projektmitteln hängt
oft mit Gleichstellungsaspekten zusammen.
Leistungsniveau
Wenn bei der Rekrutierung des wissenschaftlichen Personals die Hälfte
der Population tendenziell übergangen wird, wird das Leistungsniveau
des gesamten Outputs in Frage gestellt. Andere Kriterien als Leistung,
z. B. Geschlecht, sollten keinen Einfluss auf wissenschaftliche Aufstiegsmöglichkeiten
haben.
Leistungsfähigkeit
Wissenschaftliches Potential bleibt ungenutzt, wenn nur Männer
gefördert werden. Die Wirksamkeit sinkt, besonderes jetzt, wenn
das Angebot an wissenschaftlichem Nachwuchs durch Bevölkerungsalterung
vermindert wird.
Effizienz
Den Einsatz von gut ausgebildeten Frauen nicht in Anspruch zu nehmen
ist eine enorme Ressourcenverschwendung.
Wettbewerbsfähigkeit der Universität in der Personalrekrutierung
Erfolg im Ringen um die besten MitarbeiterInnen setzt gute Angebote
von der Seite der Universität hinsichtlich Chancengleichheit und
Vereinbarkeit von Familie und Karriere voraus.
Vorbildfunktion und Image
Eine moderne Universität kann nicht weit hinter gesellschaftlichen
Entwicklungen zurück stehen. Es ist nicht gut für den Ruf
einer Universität, eine archaische Stellung zu Chancengleichheitsfragen
zu nehmen. Reflexions- und Lernfähigkeit erzeugen ein positives
Image. Als öffentliche Institutionen kommen Universitäten
noch eine besondere Vorbildfunktion und Autorität zu.
Besseres Arbeitsklima und Kostenersparnisse
In einer diskriminierungsfreien Umgebung fühlen sich die MitarbeiterInnen
besser, wodurch auch die Leistungen ohne Zweifel besser werden. Diskriminierung
verursacht Kosten aufgrund von schlechter Motivation und Fehlzeiten.
Außerdem werden die sozialen Kompetenzen des Personals durch gleichstellungsfördernde
Maßnahmen erhöht.
Wettbewerb um StudentInnenzahlen
Im Wettbewerb um die besten Studierenden ist es wichtig, Angebote auch
an weibliche Studierende zu stellen. Technische Universitäten haben
als erstes erkannt, dass direkte Ansprache an Frauen wichtig ist, um
den Frauenanteil zu erhöhen.
Diversity als Erfolgsfaktor
Erfolgreiche Gleichstellungsmaßnahmen bringen einen Wettbewerbsvorteil,
weil Vielfalt laut des in den USA entwickelten Konzepts „Managing
Diversity“ ein Mehr an Flexibilität und Vielfalt im Output
der Universität bringt. Gemischte Gruppen bringen kreativere und
tragfähigere Lösungen hervor. Homogenität dagegen führt
zum Konformitätsdruck, aufgrund dessen die Organisation weniger
flexibel ist und langsamer auf veränderte Umweltbedingungen und
Innovationen reagiert. Um durch Vielfalt möglicherweise entstehende
Reibungen und Konflikte zu vermeiden, muss jedoch auf einen bewussten
Umgang und eine entsprechende Anpassung der Organisationskultur geachtet
werden.
zurück
-
| |
| |