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Magnetosphärenphysik
Bereiche der Forschung sind in diesem Schwerpunkt die Aeronomie der Planetenatmosphären, die Physik der Planetenmagnetosphären und die planetare Radiostrahlung sowie der Einfluß des Sonnenwindes auf magnetische und nicht-magnetische Planeten und allgemeine solar-terrestrische Beziehungen. Teile der Studien von magnetosphärenphysikalischen Problemen, wie z.B. Arbeiten an der Magnetschicht oder über Magnetfeldverschmelzung, werden gemeinsam mit der Gruppe Magnetosphärenphysik des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt. Diese Gruppe ist aufgrund der engen wissenschaftlichen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet gleichzeitig eine mit dem IGAM affiliierte Arbeitsgruppe (MAP Research Group).
Wissenschaftlicher Ansprechpartner: Prof. Helfried Biernat (mailto, Tel. 4120-631)

Planetare Radioemissionen
Seit Jahren besteht eine Radioempfangsanlage am Observatorium Lustbühel, mit deren Hilfe anhand der Radioemissionen des Planeten Jupiter physikalische Phänomene der Jupiter-Magnetosphäre - der einzigen vom Erdboden aus zugänglichen (nicht irdischen) Magnetosphäre - untersucht werden. In Erweiterung schon länger durchgeführter interferometrischer Beobachtungen besteht eine moderne Anlage zur hochauflösenden spektroradiometrischen Untersuchung von Millisekunden-Bursts. Diese Untersuchungen und der Betrieb der experimentellen Anlagen werden gemeinsam mit der Gruppe Planetare Radioemissionen des Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt, welche ebenfalls wegen der engen einschlägigen Zusammenarbeit von IGAM und IWF eine mit dem IGAM affilierte Arbeitsgruppe ist (PRE Research Group).
Das Radioteleskop am Observatorium Lustbühel, Graz, wird im Rahmen eines gemeinsamen Projektes "New Frontiers in Decametric Radio Astronomy" mit Frankreich und der Ukraine zur Beobachtung der Jupiter-Dekameter-Radiostrahlung und zur Messung der solaren Radioemission eingesetzt. Im Zuge dieser Messungen konnten zum ersten Mal zeitlich und frequenzmäßig hochaufgelöste dynamische Spektren (Frequenz-Zeit-Diagramme) von Jupiter Millisekunden-Radiobursts zeitsynchron aufgenommen werden.
Die Abbildung zeigt ein solches dynamisches Spektrum vom 17. Jänner 2002, aufgenommen am Observatorium Lustbühel mit dem DSP-Empfänger (Digital-Spektropolarimeter, eine gemeinsame Entwicklung vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Graz, und dem Observatoire de Paris-Meudon, Frankreich).
In der Erforschung der Planetenatmosphären ist der Planet Mars von besonderem Interesse, da das IGAM auch an internationalen wissenschaftlichen Satellitenexperimenten, wie dem erfolgreichen Mars Global Surveyor Projekt, unmittelbar beteiligt ist.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner: Prof. Helmut O. Rucker (mailto, Tel. 4120-601)