Auf den Spuren der Seidenstraße in Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan und Turkmenistan   <== Bilder

Juli 2001

  • Alling - Wien/Schwechat ñ y Istanbul ñ  [Nachtflug, Zeitumstellung - 5h gesamt]
  • ñ y Almaty [die Stadt der Apfelbäume am Fuße des 5000m hohen Tienshan-Gebirges, größte Stadt Kasachstans, bis 1996 Hauptstadt des Landes; 1,25 Mio Einwohner; russ.-orth. Kathedrale mit für uns ungewohnter Hochzeitszeremonie, Instrumentenmuseum, Heimatmuseum mit archäologischer, ethnologischer Abteilung über Kasachstan] - Medeo [Eislaufzentrum - früher zahlreiche Weltrekorde, nun etwas abgewirtschaftet; riesiger Damm als Schutz vor Schlammlawinen] - Almaty [Platz der Republik mit zahlreichen Springbrunnen]
  • Almaty - Sharyn Canyon [300m tiefe, imposante Schlucht änlich dem Grand Canyon, mit Flußoase] - durch einsame, trockene Gegenden, teils auf schlechten "Forststraßen" - y kasachische/kirgisische Grenze [4 Grenzposten hintereinander, lange Wartezeiten] -Ak Suu Pass [viele Imker unterwegs, breite saftige Talwiesen, viele Pferde, Rinder und Schafe] - Karakol [Nächtigung im Jurtencamp, es existieren kaum bis keine keine Hotels in Kirgisien]
  • Karakol [russ.-orth. Kathedrale mit Taufe, Bazar, chin. Moschee aus dem Jahr 1897 im chinesichen Stil, Przewalsky-Museum (russ. Forscher in Sibirien und China, Entdecker der Wildpferde), Pferderitt]
  • Karakol - Jeti Öghuz [rote Sandsteinwände, u.a "Gebrochenes Herz", Kurort] - entlang dem Südufer des Issyk Kul Sees [zweitgrößter Bergsee der Welt, unterirdische warme Quellen, umgeben von schneebedeckten Bergen, Baden in Barskoön] - Öttuk [toller Sonnenuntergang am Issyk Kul See]
  • Öttuk [Reitstunde am See; in Kirgistan gibt es mehr Pferde als Menschen!] - Kochkor - Song Köl [großer Bergsee auf 3000m Höhe, sehr seicht, umgeben von Edelweiswiesen, hunderten von Pferden, Schafen, Ziegen, Rinder, Yaks, schneebedeckte Berge und viele Jurten (=Nomadenzelte, wo auch wir nächtigten), sowie miese Straßen]
  • Song Köl [leichter Schneefall in der Nacht, Wanderung auf 3300m Berg mit Felsmalereien, unterwegs Edelweis, Enzian, gelber Mohn und viele Bergblumen] - durch mehrere Schluchten - Suusamyr - Ötmök
  • Ötmök - Ötmök Pass [3332m] - unterwegs Besuch in einer Jurte [Trinken von Kumys/Stutenmilch] - Talas
  • Talas - vorbei an einen Stausee - y Tschon Kapka [Bürokratie!, genaueste Grenzkontrollen] (Kirgistan->Kasachstan) - Taraz - Shymkent - viele km lang verbrannte Erde durch Wiesenbrände, riesige Getreidefelder - y Tschernaiefka - Taschkent [3 Mio Stadt, größte Stadt Zentralasiens, Hauptstadt von Usbekistan, sehr moderne Stadt mit vielen Neubauten und guter Infrastruktur]
  • Taschkent [Medresse Barak Khan, Freitagsmoschee, islam. Institut (entspricht einem Pristerseminar), Altstadtbazar mit Handwerkern, Musikinstrumenten, getrocknetes Obst, Gemüse, Gewürze in riesiger überkuppelten Halle, große Medresse Kukuldash] - kurz durch Kasachstan (2x y) - Samarkand [war eine der wichtigsten Handelsplätze an der Seidenstraße; Timur baute die Stadt prächtig aus mit vielen Moscheen und Koranschulen/Medressen]
  • Samarkand [Mausolem Gur-e Amir (Grabmal von Timurs und seines Enkels Ulughbek), Registan (schönste Platz Zentralasiens mit den 3 Medressen Ulugbek (links), Tella Kari (Mitte), Schir-dar (rechts); sie haben riesige blaue Kuppeln und schöne Wandverzierungen (Ornamente)), Moschee Bibi Hanim, Sternwarte des Ulughbek, Quelle und Grab des Daniels (=Hodscha) von der Löwengrube, Museum der antiken Stadt Afrasiab (schöne Wandmalereien; war Vorgängerstadt von Samarkand, bis 2500 v.Chr.), Nekropolis (Gräberstadt mit vielen Mausoleen)]
  • Samarkand - durch usbekische Dörfer [Lehmbauten, viele Esel, Viehherden, Kleinbauern] nach Shakhrisabz [Timurs Geburtsort und riesiger Sommerpalast; Hasrati Imam Moschee, Timurs leerer Gruft, Gök Gumbas Moschee; Hochzeit mit Musikanten vor dem Denkmal Timurs, im Garten riesige Hibiskusblüten] - durch Erdgasfelder nach Buchara [Oasenstadt an der Seidenstraße, bis Ende 19. Jh Sitz eines Emirs (=Fürst), größtes islamisches Zentrum in Zentralasien, früher große jüdische Minderheit, berühmt als großer einstiger Teppichhandelsplatz für die Nomaden]
  • Buchara [Zitadelle mit Thron des Emirs von Buchara (16-19 Jh), Mosche Bala Haus (=am Wasser), Mausoleum der Samaniden (Herrscherdynastie, älteste Bauwerk der Stadt aus 9. Jh; Hiobsbrunnen, Lab-e Haus mit einem der (ehem.) 96 Wasserbecken in der Stadt, Sommerpalast des letzten Emirs (1914 erbaut) mit Spiegelsaal, Folkloreshow mit Modenschau in Medresse Nadir Divanbegi]
  • Buchara [Medresse Mire Arab, riesiges Minarett Kalan (das Wahrzeichen der Stadt, wunderschöne Ornamente, wurde bestiegen, traumhafter Ausblick über die Altstadt), riesige Moschee Kalan, mit vielen Kuppeln überdachter Bazar, Denkmal des Nasreddin mit dem Esel (=usbekische Till Eulenspiegel, der vor langer Zeit in Samarkand und Buchara gewirkt haben soll), Besuch in einem (ehemals jüdischen) Wohnhaus mit schönem Saal, vielen Teppichen, Bakhautin Naqshband Mausolem, dem Gründer des Sufismus (entspricht der Mystik im Katholizismus), Spaziergang und langes Gespräch mit einem Studenten aus Buchara]
  • Buchara - durch die Kysylkum Wüste [Sandwüste mit vielen Sträuchern, unterwegs Kamele, sehr heiß 45° Grad] - Drujba [gehört zu Turkmenistan, 2x y, Beginn des Binnendeltas des Amu Darya, der in den fast ausgetrockenten Aralsee mündet] - Chiwa [sehr gut erhaltene Altstadt mit Stadtmauer, vielen Moscheen und Medressen, war bis 1920 - der Ankunft der Kommunisten - Sitz eines Emirs (=Fürst, Khan)]
  • Chiwa [großes unvollendetes Minarett (sollte 100m hoch werden), Festung (Ark) mit Thron des Fürsten, im Gefängnis der Festung blieben Häftlinge max. 15 Tage, dann wurden sie einst umgebracht; Fürst lebte im Winter in einer Jurte! Wachturm mit traumhaftem Ausblick und schönen Sonnenuntergang, Osttor mit Sklavengefängnissen für Sklavenmarkt, Sklaven gab es bis 1920; Harem]
  • Chiwa [Erholen, Ausspannen, Bazar besuchen (blaue Rosinen und andere Trockenfrüchte, viel Obst und Gemüse)] - y Dashovuz [Usbekistan -> Turkmenistan] - Konye Urgench [war früher Hauptstadt der Region Choresm, dem Delta vom Amu Darya, Mausoleum von Timurs Frau, höchste Minarett der Welt (58m), alter Friedhof mit Steinmännchen, Minikrippen aus Holz und Stoff als "Wunsch nach einem Kind", extrem hohe Gebühren für Foto und Video bei Sehenswürdigkeiten (10 US $)] - Dashovuz [Personenkult des Präsidenten in der Regionalhauptstadt, schlechte Straßen] ñ [JAK-40, russ. Militärmaschine] Ashgabad [="Stadt der Liebe, Hauptstadt Turkmenistans, Stadt in Plattenbauweise am Bergrand, die nun mit vielen neuen breiten Straßen durchzogen wird, viele (unnötige) Denkmäler und Bauwerke des Präsidenten (genauer: Diktator)]
  • Ashgabad [riesiger Freiluftbazar am Stadtrand (Teppiche, Gemüse, Obst, Ersatzteile aller Art, Viehmarkt, Elektrogeräte, etc), viele Springbrunnen, neues Nationalmuseum (pompöses Bauwerk - aber keine Gäste), "Dreifuß"-Denkmal mit Lift am Unabhängigkeitsplatz mit drehender, goldener Statue des Präsidenten, damit kein Schatten auf ihn fällt; neue, riesige türkische Moschee, (leeres) goldenes Mausoleum des Präsidenten mit Wachablöse, "Fünffuß"-Denkmal (innen ist es ein Einkaufszentrum)]
  • Ashgabad y [sehr genaue Grenzkontrollen mit großen Schikanen, Teppiche wurden vom Zoll weggenommen, außer man bestach sie!] ñ y Istanbul ñ y Wien/Schwechat - Alling

Eindrücke von Zentralasien:

  • In Usbekistan gibt es riesige Geldbündel, da der größte Geldschein nur 0,60 € wert ist.
  • Wirtschaftlich ist Usbekistan am weitesten, Kirgistan ist das ärmste der besuchten Länder in Zentralasien. Außer in Kirgistan haben sie viele Erdölfunde, die erst wenig wirtschaftlich genutzt werden.
  • Tadschikistan wurde nicht besucht, wegen dem dort stattfindenden Bürgerkrieg. Angrenzend liegt Afganistan, wo ebenso Krieg herrscht. Von dort wird über die Zentralasien und Moskau viele Drogen geschmuggelt. Daher gibt auch häufige Polizeikontrollen. Im Fergana-Becken, wo Tadschikistan, Usbekistan und Kirgistan Anteile haben, und das sehr strenggläubig ist, gab es mehrere Anschläge und Entführungen durch Fundamentalisten in den letzten Jahren.
  • Aralsee war bis in den 60er Jahren der viertgrößte See der Welt. Durch viele Bewässerungen, vor allem Baumwolle, fließt kaum Wasser durch die Zuflüssen Amu Darya und Syr Darya zu. Uferline ist nun bis zu 120km zurückgegangen, See hat sich geteilt, eine ökologische Katastrophe!!
  • Turkmenistan ist eine reine Diktatur eines verrückten Herrsches, der einen unnötigen Personenkult treibt (auf allen öffentlichen Gebäuden ist ein Bild des Präsidenten). Am 9. August ist Feiertag, es ist der Tag der Melone!
  • Berühmteste Personen in Zentralasien sind:
    • Dschingis Khan (Mongolenherrscher von China bis Polen, um 1250), zerstörte auch viele Bauwerke in Zentralasien; Marco Polo war Gesandter am Hof seines Enkels Kublai Khan
    • Timur 1370-1405: war mächtiger Herrscher in Zentralasien, holte viele Künstler und erbaute viele Moscheen und Koranschulen, vor allem in Samarkand
    • Ulughbek 1409-1447: Enkel von Timur, Herrscher in Zentralasien, förderte besonders die Wissenschaft, vor allem die Mathematik und Astronomie.
    • Przewalsky um 1870: russ. Forscher in Sibirien, Mongolai, China und Tibet, Entdecker der Wildpferde