CIUTI Symposium 
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Date: 17-19 September 2009
Venue: ITAT, University of Graz

Mira Kadrić University of Vienna Department of Translation Studies
Abstract - Workshop 3a
Training interpreters in legal settings
Die Organisation und Steuerung der Lehre geschieht heute vor dem Hintergrund einer immer komplexer werdenden Gesellschaft, die stetig neue Inhalte produziert, die sohin auch ein neues Verständnis von Lernen mit sich bringt. Unter bildungssoziologischer Perspektive heißt das auch Stärkung der individuellen Selbststeuerung oder Verhaltensstabilisierung.
Dadurch steigen die Anforderungen an die Studierenden, dadurch sind aber auch die Lehrenden gefordert, Bedingungen für produktive Lernprozesse zu schaffen. Immer mehr dringt dabei ins universitäre Bewusstsein, dass Ausbildung und Bildung über die Vermittlung von wissenschaftlichem und berufsspezifischem Fachwissen und fachspezifischer Methodik hinausgehen; Bildung bedeutet nach modernem Verständnis mehr als Ausbildung und umfasst auch die Entwicklung der Urteilsfähigkeit und die Fähigkeit zur kritischen Reflexion.
Da insbesondere die Dolmetschtätigkeit einmalig, mündlich und flüchtig ist, steht sie kaum unter der Kontrolle der Bedarfstragenden, Auftraggebenden oder Öffentlichkeit. Dabei spielt der Umstand eine Rolle, dass es keine wirklichen Vorgesetzten und selten Kolleginnen und Kollegen gibt, die vollen Einblick in die Translationstätigkeit haben und mit denen die Translatorin oder der Translator eng zusammenarbeiten muss oder einen tieferen Erfahrungsaustausch pflegt. Translatorinnen und Translatoren erzeugen nicht zuletzt Misstrauen, weil sie an einer Schaltstelle sitzen und eine Macht ausüben können, die in der Regel keiner unmittelbaren Kontrolle ausgesetzt ist.
Aus der Perspektive der dolmetschenden Person wiederum ist insbesondere in dialogischen Situationen (im Besonderen in der institutionellen Kommunikation) die soziale Macht als psychologische Universalie stark spürbar. Alle Verfahrensbeteiligten versuchen in Anwendung ihrer Verhandlungsstrategien, alle an der Kommunikation Beteiligten, die Dolmetscherin oder den Dolmetscher insbesondere, in ihrem Sinne zu beeinflussen.
Im Workshop wird der Frage nachgegangen, welche fachübergreifenden bzw. fachspezifischen Kompetenzen erlangt bzw. vermittelt werden müssen, um den neuen Anforderungen begegnen zu können und wie diese Kompetenzen im Unterricht berücksichtigt werden können. Diese Aspekte sollen in 2-3 thematischen Tracks diskutiert werden (Worldcafe-Methode); anschließend wird eine Zusammenschau der Ergebnisse präsentiert.
Biography
Ass.-Prof. Mag. Dr. Mira Kadrić
Forschungsschwerpunkte: Translationsdidaktik, Theaterpädagogik, Behördendolmetschen, Urkundenübersetzen Lehrtätigkeit in den Bereichen Übersetzen, Dolmetschen, sprachübergreifende Translation sowie translationswissenschaftliche Grundlagen Fachprüferin im Rahmen der Zertifizierung der gerichtlichen DolmetscherInnen am Oberlandesgericht Wien Leitung von Fachseminaren: Seminare zum Behördendolmetschen für RichteramtsanwärterInnen (Oberlandesgericht Linz, Oberlandesgericht Wien, Boltzmann-Institut für Menschenrechte); Aus- und Weiterbildungsseminare für GerichtsdolmetscherInnen (Gerichts)Dolmetscherin, Übersetzerin
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