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Mehr als ein Diplom – rundum kompetent
Das Zentrum für Soziale Kompetenz ist die gemeinsame Antwort zweier Grazer Universitäten auf neue Herausforderungen an ihre AbsolventInnen. Soziale Kompetenz wird als Schlüsselqualifikation in der Arbeitswelt immer stärker gefragt. Soziale Kompetenz ist zugleich Basis einer funktionierenden Demokratie in einer globalen Gesellschaft.
Wir bieten Studierenden der Universität Graz und der Technischen Universität Graz „Seminare“ in sozialer Kompetenz: Kommunikation, Konfliktlösung, Gruppendynamik, Projektmanagement, Teamführung etc. Die Lehrveranstaltungen sind anrechenbarer Bestandteil des Studiums. Die Lehrenden arbeiten auf wissenschaftlicher Basis und bringen reiche Praxiserfahrung ein. 1200 Studierende nehmen jährlich an unserem Programm Teil. Die Nachfrage ist mehr als doppelt so hoch. In öffentlichen Vorträgen, Tagungen und Weiterbildungen organisieren wir einen Austausch zwischen Universität und Gesellschaft. Wir beteiligen uns an der Forschung zu Fragen der sozialen Kompetenz und ihrer Umsetzung in unterschiedlichen Bereichen.
Der Ruf nach sozialer Kompetenz als Bildungskapital wurzelt in der Entwicklung der modernen Gesellschaft: Die Arbeitswelt muss heute mehr denn je ihre Umwelt genau beobachten, auf Wünsche von Kunden genau eingehen und auf technologische Entwicklungen rasch und flexibel reagieren. Zunehmend spezialisierte Experten müssen sich besser koordinieren und vernetzen. Soziale Kompetenz ist dabei notwendig, um unterschiedliches Fachwissen in der Praxis an der richtigen Stelle wirksam umzusetzen. Nur so kommt eine solide wissenschaftlich-fachliche Ausbildung zur Geltung. Gesellschaftlicher Wandel vollzieht sich in wachsendem Tempo und zunehmend globalem Kontext. Vielfältige ungewohnte Formen des Arbeitens entstehen. Es braucht teamfähige und konfliktbereite Mitarbeiter, die mit Belastungen sowie ihren eigenen Grenzen umzugehen wissen. Sie sollen Veränderungen der Organisation gestaltend mittragen und in komplexen, interkulturellen Kontexten kooperieren können. Berufskarrieren verlaufen heute zunehmend individualisiert und mit Brüchen. Arbeitsplätze werden häufiger gewechselt. Erworbene Ausbildungen sind keine Garantie für vorhersehbare Zukunft. Technologische Entwicklungen, aber auch interkulturelle Arbeits- und Lebenswelten relativieren die Geltung tradierter Wertsysteme. Dies verlangt vom Individuum sich immer wieder neu zu orientieren und neu zu entscheiden. Arbeits- und Beziehungsnetze müssen immer wieder aktiv aufgebaut werden. Nur so kann der Zuwachs an Möglichkeiten positiv genutzt werden. Soziale Kompetenz erweist sich als wertvolles Bildungskapital im Zeitalter der Individualisierung. Wir beobachten den „hard impact of soft skills“, d.h. soziale Kompetenz macht sich auch ökonomisch bezahlt. Mit zunehmender globaler Komplexität steigen auch die Ansprüche an eine funktionierende Demokratie: Die Gesellschaft braucht intelligente und innovative Formen der Partizipation ihrer Bürger in allen gesellschaftlichen Sektoren auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Soziale Kompetenz ist gefragt, um leistungsfähige Organisationsformen für ungewohnte Aufgaben zu entwickeln und gesellschaftliche Problem- und Konfliktfelder konstruktiv zu bearbeiten.
Soziale Kompetenz. Was ist das?Soziale Kompetenz ist als wichtige Schlüsselqualifikation in aller Munde und doch kann kein gemeinsames Verständnis, was damit gemeint sein kann, vorausgesetzt werden. Soziale Kompetenz wird in sehr unterschiedlichen Situationen gebraucht: Sie ist z.B. notwendig
Wir benennen sieben Ebenen, die den komplexen Begriff der sozialen Kompetenz konkretisieren:
In jedem Semester werden etwa 20 verschiedene Lehrveranstaltungen – zum Teil in Parallelgruppen - zu ein, zwei bzw. drei Semesterstunden angeboten. Die letzten Jahre zeigten eine deutliche Expansion. Das Zentrum kann mit der starken Nachfrage nicht Schritt halten. Das Lehrangebot wird von den Studierenden sehr gerne angenommen, wie Evaluationsergebnisse und die ständig steigende Nachfrage nach Plätzen in unseren Lehrveranstaltungen belegen. Wir hoffen auf die hohe Nachfrage in Zukunft immer adäquater antworten zu können. Dafür bemühen wir uns um eine entsprechende Positionierung innerhalb des universitären Angebots und um die Unterstützung von Sponsoren. Neben der Anrechnung der Lehrveranstaltungen in den Studienplänen („Wahlfach“ bzw. „Freies Wahlfach“) vergeben wir bei erfolgreicher Absolvierung von 8 oder mehr Semesterstunden (12 ECTS) ein eigenes Zertifikat. Bislang wurden über 150 Zertifikate ausgestellt. Zusätzlich organisieren wir öffentliche Veranstaltungen. In Vorträgen, Tagungen oder Diskussionen sorgen wir für einen befruchtenden Austausch zwischen dem Wissenspool Universität und außeruniversitären ExpertInnen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Immer wieder erhalten wir dabei die Rückmeldung, dass unsere Arbeit „draußen“ in der Praxis der Arbeitswelt wirklich gebraucht wird und Früchte trägt. Bilanz 2000-2010: Anzahl der Anmeldungen zu den Lehrveranstaltungen im Vergleich zu den verfügbaren Plätzen
Ergebnisse der Evaluation (SS 2011): "Die Bedeutung von sozialen Kompetenzen für Studierende im Hinblick auf die überfachlichen Kompetenzanforderungen am Arbeitsmarkt." So lautet das Masterarbeitsthema von Johanna Geißler. In diesem Sinne wurde im Sommersemester 2011 eine Evaluation am Zentrum für Soziale Kompetenz der Universität Graz durchgeführt.Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier. Auf diesem Wege möchte sich Johanna Geißler nochmals bei allen TeilnehmerInnen bedanken! |


