Zu einer Manifestation gegen Diskriminierung, Rassismus und Fremden haß wurde die festliche Verleihung des Menschenrechtspreises der Universität Graz an Simon Wiesenthal. Der 85-jährige erhielt den höchsten Preis, den die Universität Graz zu vergeben hat, in Anwesenheit zahlreicher Prominenz aus Politik, Kirche und Wirtschaft als Ehrung "für seine Verdienste um die Menschenrechte". Mit Wiesenthal wurde ein Mann geehrt, der sich für "Recht, nicht Rache" nach den Greueltaten des 2. Weltkrieges einsetzt.
Rektor Helmut Konrad würdigte in seiner Laudatio den Preisträger als "Seismographen, der Verletzungen von Menschenrecht und Menschenwürde aufzeigt", als "Synonym in der Weltöffentlichkeit für Humanität und Toleranz". Als "sichtbarstes gesellschaftspolitisches Zeichen der Universität" will Konrad die Verleihung verstanden wissen und fügte hinzu: "Wir legen mit Ihnen als Preisträger die Latte hoch. So hoch, daß wir vielleicht etliche Jahre an keine andere Persönlichkeit werden denken können, die wir mit Ihnen in eine Reihe stellen."
Wiesenthal dankte: "In dieser Ehrung sehe ich aber nicht nur die Auszeichnung meiner Person, sondern ein Zeichen des ehrenden Andenkens an die Millionen unschuldig Hingemordeten".
Bürgermeister Alfred Stingl: "Die Verleihung des Menschenrechtspreises an Simon Wiesenthal bedeutet, der Uni und unserer Stadt ein Stück ihrer Würde zurückgegeben zu haben."