Menschenrechte. Das ist auch ein Teil der Menschenrechte: Jeder Tote hat eine Recht auf ein Urteil in Zusammenhang mit seinbem Tod, auf ein Gerichtsverfahren.
Verallgemeinerung. Ich bin in jeder Sache gegen Verallgemeinerung. Ich sage auch nicht: "Die Deutschen". Wissen Sie warum? Ich will nicht hören: "Die Juden".
Neonazis. Schon '48 gab es die ersten Neonazi Organisationen in Deutschland, Schweden, Österreich und überall. Aber die große Gefahr drohte ja vom Kommunismus, vom Osten, da hat man die Gefahr durch die Neonazis geringgeschätzt und gemeint: "Ach, das sind junge Buberln, die spielen sich da."
Gesetz. Wir hatten das schärfste Gesetz der ganzen Welt gegen Wiederbetätigung, nur benutzen konnte man es nicht, denn die Strafen begannen bei fünf Jahren. Dreißig Jahre habe ich mit dem Justizminister gekämpft, daß man die Strafen reduziert, meinetwegen auf sechs Monate: "Jemanden zu fünf Jahren zu verurteilen, weil er etwas pronationalsozialistisches geschrieben hat, das wird kein Geschworener tun", hab ich denen gesagt. "Und ein Staatsanwalt will ja auch nicht immer der Verlierer sein, daher wird er nicht angeklagt." Erst vor zwei Jahren wurde das geändert.
Angst. Angst ist für mich ein Fremdwort, sonst würde ich nicht fünf Jahrzehnte das machen, was ich mache. Nur keine Panik.
Optimismus. Als Jude muß man Optimist sein. Wenn man die eigene Geschichte kennt, dann weiß man nicht, warum man weiterlebt, wenn man kein Optimist ist.
Drohbriefe. Ich lese nie einen Drohbrief zu Ende. Wir haben eine gnaze Kiste... Jeder fragt, warum schmeißt ihr es nicht weg? Aber vielleicht wird einmal einer kommen und eine psychologische Studie aufgrund dieser Drohbriefe zusammenstellen wollen.