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BetreuerIn *08.10.03

Uni Graz als Bindeglied zwischen Afrika und Europa
Neues Studium zu Frauen- und Geschlechterrecht auf zwei Kontinenten Femmes, civilisations et systmes juridiques

Groe Anerkennung und enorme Chance: Die Rechtswissenschaftliche Fakultt der Universitt Graz konnte ein begehrtes internationales Projekt an Land ziehen. Gemeinsam mit den Universitten Foggia (Italien) und Marrakesch (Marokko) startet im Herbst 2004 ein zweijhriges Masterstudium zum Frauen- und Geschlechterrecht. ExpertInnen werden in Fragen der Geschlechterthematik auf rechtlicher, wirtschaftlicher und sozialer Ebene ausgebildet. Diese sollen den kulturellen und politischen Vernderungsprozess zugunsten einer strkeren Respektierung der Frauen- und Menschenrechte positiv stimulieren, beschreibt Ao.Univ.-Prof. Dr. Evelyn Hbenreich, Juristin und Grazer Projekt-Koordinatorin, das Ziel.
Zum ersten Mal ist ein nordafrikanisches Land mit islamischer Tradition Partner in einem Tempus-Projekt der EU zur Hochschulentwicklung. Hbenreich unterstreicht: Der Lehrgang wird verschttete gemeinsame historische Wurzeln der Lnder des Mittelmeerraumes freilegen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die berlieferung der Lehren des Aristoteles von fundamentaler Bedeutung fr unsere christlich-katholische Kultur und Tradition erfolgte zum Groteil durch die Araber.

Am 8. Oktober 2003 wurde das Masterstudium zeitgleich an den drei beteiligten Universitäten Foggia, Marrakesch und Graz vorgestellt. An der Uni Graz: Aldo Ligustro aus Foggia, Doris Vones-Faschallegg, Dekan Gernot Kocher, Vizerektorin Roberta Maierhofer (v.l.)

In sechs Modulen werden die TeilnehmerInnen des postgradualen Studiums auf zwei Kontinenten unterrichtet. Neben der Mobilitt von Lehrenden und Studierenden und dem Eingehen auf andere Kulturen wird auf das Erlernen der Sprachen Deutsch, Italienisch und Arabisch (fakultativ) Wert gelegt. Unterrichtssprache ist Franzsisch. Zielpublikum sind diplomierte JuristInnen sowie Sozial- und WirtschaftswissenschafterInnen. Aus Marokko werden 25, aus Foggia und Graz jeweils fnf TeilnehmerInnen zugelassen. Das Studium schliet mit dem Titel Mastre ab, den die drei Universitten gemeinsam verleihen.

Graz verknpft mit diesem brandneuen Studium wesentliche Eckpunkte der universitren Lehre und Forschung. Unter anderem profiliert sich die Universität Graz mit dem Europischen Trainingszentrum fr Menschenrechte und Demokratie (ETC) und forciert Aktivitten zur Frauen- und Geschlechterproblematik. Bei einem Gipfeltreffen aller Beteiligten aus dem Konsortium (Universitten und PartnerInnen der drei Lnder) Anfang 2004 in Graz werden die Details der innovativen Ausbildung erarbeitet. KooperationspartnerInnen in sterreich, wo die Studierenden auch Praktika absolvieren sollen, sind z.B. das ETC, das Frauengesundheitszentrum Graz, das Frauenhaus, Zebra, Interventionsstelle gegen familire Gewalt an Frauen und Kindern, Caritas, der Verein fr Tagesmtter, Frauenreferate in Stadt, Land und im Bundministerium fr Gesundheit und Frauen.
Langfristiges Ziel dieses Pilot-Projektes ist die Errichtung eines Afro-Europischen Zentrums fr Menschenrechte mit Sitz in Marrakesch, das den afrikanischen Lndern fr Information, Dokumentation und Ausbildung offen stehen wird. Dieses Projekt trgt den Titel LAfrique, lEurope et les droits humains.

>> www.etf.eu.int/tempus.nsf

Foto: AI/Schweiger

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