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Uni
Graz als Bindeglied zwischen Afrika und Europa
Neues Studium zu Frauen- und Geschlechterrecht auf zwei Kontinenten
Femmes, civilisations et systmes juridiques
Groe Anerkennung und enorme Chance: Die Rechtswissenschaftliche
Fakultt der Universitt Graz konnte ein begehrtes internationales
Projekt an Land ziehen. Gemeinsam mit den Universitten Foggia (Italien)
und Marrakesch (Marokko) startet im Herbst 2004 ein zweijhriges
Masterstudium zum Frauen- und Geschlechterrecht. ExpertInnen werden
in Fragen der Geschlechterthematik auf rechtlicher, wirtschaftlicher
und sozialer Ebene ausgebildet. Diese sollen den kulturellen und
politischen Vernderungsprozess zugunsten einer strkeren Respektierung
der Frauen- und Menschenrechte positiv stimulieren, beschreibt
Ao.Univ.-Prof. Dr. Evelyn Hbenreich, Juristin und Grazer Projekt-Koordinatorin,
das Ziel.
Zum ersten Mal ist ein nordafrikanisches Land mit islamischer Tradition
Partner in einem Tempus-Projekt der EU zur Hochschulentwicklung.
Hbenreich unterstreicht: Der Lehrgang wird verschttete gemeinsame
historische Wurzeln der Lnder des Mittelmeerraumes freilegen. Um
nur ein Beispiel zu nennen: Die berlieferung der Lehren des Aristoteles
von fundamentaler Bedeutung fr unsere christlich-katholische
Kultur und Tradition erfolgte zum Groteil durch die Araber.
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| Am
8. Oktober 2003 wurde das Masterstudium zeitgleich an den drei
beteiligten Universitäten Foggia, Marrakesch und Graz vorgestellt.
An der Uni Graz: Aldo Ligustro aus Foggia, Doris Vones-Faschallegg,
Dekan Gernot Kocher, Vizerektorin Roberta Maierhofer (v.l.) |
In
sechs Modulen werden die TeilnehmerInnen des postgradualen Studiums
auf zwei Kontinenten unterrichtet. Neben der Mobilitt von Lehrenden
und Studierenden und dem Eingehen auf andere Kulturen wird auf das
Erlernen der Sprachen Deutsch, Italienisch und Arabisch (fakultativ)
Wert gelegt. Unterrichtssprache ist Franzsisch. Zielpublikum sind
diplomierte JuristInnen sowie Sozial- und WirtschaftswissenschafterInnen.
Aus Marokko werden 25, aus Foggia und Graz jeweils fnf TeilnehmerInnen
zugelassen. Das Studium schliet mit dem Titel Mastre ab, den
die drei Universitten gemeinsam verleihen.
Graz verknpft mit diesem brandneuen Studium wesentliche Eckpunkte
der universitren Lehre und Forschung. Unter anderem profiliert
sich die Universität Graz mit dem Europischen Trainingszentrum
fr Menschenrechte und Demokratie (ETC) und forciert Aktivitten
zur Frauen- und Geschlechterproblematik. Bei einem Gipfeltreffen
aller Beteiligten aus dem Konsortium (Universitten und PartnerInnen
der drei Lnder) Anfang 2004 in Graz werden die Details der innovativen
Ausbildung erarbeitet. KooperationspartnerInnen in sterreich, wo
die Studierenden auch Praktika absolvieren sollen, sind z.B. das
ETC, das Frauengesundheitszentrum Graz, das Frauenhaus, Zebra, Interventionsstelle
gegen familire Gewalt an Frauen und Kindern, Caritas, der Verein
fr Tagesmtter, Frauenreferate in Stadt, Land und im Bundministerium
fr Gesundheit und Frauen.
Langfristiges Ziel dieses Pilot-Projektes ist die Errichtung eines
Afro-Europischen Zentrums fr Menschenrechte mit Sitz in Marrakesch,
das den afrikanischen Lndern fr Information, Dokumentation und
Ausbildung offen stehen wird. Dieses Projekt trgt den Titel LAfrique,
lEurope et les droits humains.
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www.etf.eu.int/tempus.nsf
Foto:
AI/Schweiger
©
Ausseninstitut
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