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BetreuerIn *16.05.03

Uni Graz drohen Verschlechterungen f³r Studierende und Forschung
Elf-Millionen-Loch im Budget

Der Rektor, die VizerektorInnen, der Senatsvorsitzende sowie die Dekane der UniversitÕt Graz protestieren gegen die Budgetpolitik der Regierung und haben folgende Resolution beschlossen: In einem Schreiben von Bildungsministerin Gehrer an die RektorInnen der Łsterreichischen UniversitÕten wird den UniversitÕten ein Budget angek³ndigt, ˛mit dem sie arbeiten k·nnen². In diesem Schreiben wird auch festgestellt, dass weder die UniversitÕten noch die Studierenden infolge der Budgetsituation ZukunftsÕngste haben m³ssen. Diese optimistische Sichtweise kann im Hinblick auf die im folgenden dargestellte Lage von der UniversitÕt Graz keinesfalls geteilt werden. Die Regierung plant, den UniversitÕten f³r heuer ein Budget zuzuweisen, das die Personalmittel im Wesentlichen einfriert, sodass nicht einmal die Gehaltssteigerungen der Jahre 2002 und 2003 abgegolten werden, ebenso wenig wie der durch die gesetzlich vorgesehenen Vorr³ckungen in h·here Gehaltsstufen verursachte so genannte Struktureffekt. Bei den Sach-, Betriebs- und Investitionsmittel ė den so genannten Ermessenausgaben ė ist im Vergleich zum Jahr 2002 ein Minus von acht Prozent vorgesehen. Interne Berechnungen der UniversitÕt Graz zeigen, dass in Folge dieser K³rzung das in Aussicht gestellte Personalbudget nicht ausreicht, die MitarbeiterInnen in diesem Jahr zu bezahlen. Der UniversitÕt Graz fehlen in diesem Budgetbereich ca. 7,3 Mio. Euro. Selbst ein totaler Aufnahmestopp w³rde die Lage nicht wesentlich entschÕrfen und k·nnte das Defizit im Personalbudget bestenfalls um eine Million Euro verringern. Im wissenschaftlichen Bereich w³rde das jedoch enorm zu Lasten des Nachwuchses gehen, eine weitere Verschlechterung der Studiensituation in den ³berlasteten StudiengÕngen zur Folge haben, die KontinuitÕt der Forschung gefÕhrden und im medizinischen Bereich insbesonders die QualitÕt der Krankenversorgung massiv beeintrÕchtigen. Im Verwaltungsbereich hat die UniversitÕt laufend neue Aufgaben zu ³bernehmen, sowohl durch Delegation seitens des Ministeriums als auch in Folge der Anforderungen des UniversitÕtsgesetzes 2002 (UG 2002). Die von Bildungsministerin Gehrer angebotene M·glichkeit, auch Sach-, Betriebs- und Investitionsmittel f³r Gehaltszahlungen zu verwenden, ist nach Meinung der UniversitÕt Graz kein geeigneter L·sungsansatz zur Beseitigung des zu erwartenden Defizits im Personalbudget. Denn die vorgesehene K³rzung in diesem Bereich schlÕgt sich mit einem Minus von ca. 2,8 Millionen Euro zu Buche. Zudem ist der Handlungsspielraum bei den Sachausgaben aufgrund der Fixkosten im AusmaÜ von 94 Prozent ė etwa f³r Strom- und Heizung ė ÕuÜerst gering. ZusÕtzliche Ausgaben f³r die Implementierung des UG 2002 und die Umwandlung der Medizinischen FakultÕt in eine eigenstÕndige Medizinische UniversitÕt werden die Situation im Bereich der Sach-, Betriebs- und Investitionsmittel weiter verschÕrfen. Allein die Implementierung des UG 2002 kostet heuer 1,18 Millionen Euro. Auch die R³cklagen aus den Einnahmen der Uni Graz in der H·he von derzeit etwa 2,3 Millionen Euro bringen hier keine Erleichterung. Diese Mittel ben·tigt die UniversitÕt Graz unter anderem, um die RÕume, die in den kommenden Jahren durch den Bezug des Palais Kees (ehemaliges Korpskommando) sowie des Zentrums f³r Molekulare Biowissenschaften (ZMB) frei werden, f³r andere Verwendungszwecke adaptieren zu k·nnen. Insgesamt fehlen der UniversitÕt Graz mehr als 11 Millionen Euro. Es drohen daher unter anderem folgende Konsequenzen: Studierende: Die Wartezeiten in ohnehin schon ³berlasteten Studienrichtungen wie z.B. Psychologie und Betriebswirtschaft werden sich verlÕngern. Die StudienbetrÕge flieÜen bekanntlich nur zu einem geringen Teil an die Uni Graz zur³ck und d³rfen nicht f³r die Verbesserung des Personalengpasses eingesetzt werden. Lehrende: Gut ausgebildete WissenschafterInnen d³rften angesichts dieser Lage kaum f³r eine LehrtÕtigkeit gewonnen werden. Die Besetzung von Professuren vor allem mit internationalen WissenschafterInnen sind aufgrund der neuen AngestelltenvertrÕge nicht mehr finanzierbar. Internationale Kontakte: Stipendien, Reisekostenzusch³sse und Teilnahme an internationalen Forschungsprojekten m³ssen gestoppt werden. Eine massive Reduzierung der notwendigen MobilitÕt von Studierenden und Lehrenden ist unvermeidbar. Forschung: Die Teilnahme an Forschungskonsortien und -gemeinschaften wird durch die Verschlechterung der Infrastruktur deutlich eingeschrÕnkt.

Graz, am 16. Mai 2003

L. Zechlin (Rektor) F. Kappel, F. Zimmermann, R. Maierhofer, A. Pellert (VizerektorInnen) H.-L. Holzer (Vorsitzender des Senates) G. Larcher, G. Kocher, L. Beinsen, H. Wurm, W. H·flechner, G. Hoinkes (Dekane)

 

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