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Uni
Graz drohen Verschlechterungen f³r Studierende und Forschung
Elf-Millionen-Loch im Budget
Der
Rektor, die VizerektorInnen, der Senatsvorsitzende sowie die Dekane
der UniversitÕt Graz protestieren gegen die Budgetpolitik der Regierung
und haben folgende Resolution beschlossen: In einem Schreiben von
Bildungsministerin Gehrer an die RektorInnen der Łsterreichischen
UniversitÕten wird den UniversitÕten ein Budget angek³ndigt, ˛mit
dem sie arbeiten k·nnen². In diesem Schreiben wird auch festgestellt,
dass weder die UniversitÕten noch die Studierenden infolge der Budgetsituation
ZukunftsÕngste haben m³ssen. Diese optimistische Sichtweise kann
im Hinblick auf die im folgenden dargestellte Lage von der UniversitÕt
Graz keinesfalls geteilt werden. Die Regierung plant, den UniversitÕten
f³r heuer ein Budget zuzuweisen, das die Personalmittel im Wesentlichen
einfriert, sodass nicht einmal die Gehaltssteigerungen der Jahre
2002 und 2003 abgegolten werden, ebenso wenig wie der durch die
gesetzlich vorgesehenen Vorr³ckungen in h·here Gehaltsstufen verursachte
so genannte Struktureffekt. Bei den Sach-, Betriebs- und Investitionsmittel
ė den so genannten Ermessenausgaben ė ist im Vergleich zum Jahr
2002 ein Minus von acht Prozent vorgesehen. Interne Berechnungen
der UniversitÕt Graz zeigen, dass in Folge dieser K³rzung das in
Aussicht gestellte Personalbudget nicht ausreicht, die MitarbeiterInnen
in diesem Jahr zu bezahlen. Der UniversitÕt Graz fehlen in diesem
Budgetbereich ca. 7,3 Mio. Euro. Selbst ein totaler Aufnahmestopp
w³rde die Lage nicht wesentlich entschÕrfen und k·nnte das Defizit
im Personalbudget bestenfalls um eine Million Euro verringern. Im
wissenschaftlichen Bereich w³rde das jedoch enorm zu Lasten des
Nachwuchses gehen, eine weitere Verschlechterung der Studiensituation
in den ³berlasteten StudiengÕngen zur Folge haben, die KontinuitÕt
der Forschung gefÕhrden und im medizinischen Bereich insbesonders
die QualitÕt der Krankenversorgung massiv beeintrÕchtigen. Im Verwaltungsbereich
hat die UniversitÕt laufend neue Aufgaben zu ³bernehmen, sowohl
durch Delegation seitens des Ministeriums als auch in Folge der
Anforderungen des UniversitÕtsgesetzes 2002 (UG 2002). Die von Bildungsministerin
Gehrer angebotene M·glichkeit, auch Sach-, Betriebs- und Investitionsmittel
f³r Gehaltszahlungen zu verwenden, ist nach Meinung der UniversitÕt
Graz kein geeigneter L·sungsansatz zur Beseitigung des zu erwartenden
Defizits im Personalbudget. Denn die vorgesehene K³rzung in diesem
Bereich schlÕgt sich mit einem Minus von ca. 2,8 Millionen Euro
zu Buche. Zudem ist der Handlungsspielraum bei den Sachausgaben
aufgrund der Fixkosten im AusmaÜ von 94 Prozent ė etwa f³r Strom-
und Heizung ė ÕuÜerst gering. ZusÕtzliche Ausgaben f³r die Implementierung
des UG 2002 und die Umwandlung der Medizinischen FakultÕt in eine
eigenstÕndige Medizinische UniversitÕt werden die Situation im Bereich
der Sach-, Betriebs- und Investitionsmittel weiter verschÕrfen.
Allein die Implementierung des UG 2002 kostet heuer 1,18 Millionen
Euro. Auch die R³cklagen aus den Einnahmen der Uni Graz in der H·he
von derzeit etwa 2,3 Millionen Euro bringen hier keine Erleichterung.
Diese Mittel ben·tigt die UniversitÕt Graz unter anderem, um die
RÕume, die in den kommenden Jahren durch den Bezug des Palais Kees
(ehemaliges Korpskommando) sowie des Zentrums f³r Molekulare Biowissenschaften
(ZMB) frei werden, f³r andere Verwendungszwecke adaptieren zu k·nnen.
Insgesamt fehlen der UniversitÕt Graz mehr als 11 Millionen Euro.
Es drohen daher unter anderem folgende Konsequenzen: Studierende:
Die Wartezeiten in ohnehin schon ³berlasteten Studienrichtungen
wie z.B. Psychologie und Betriebswirtschaft werden sich verlÕngern.
Die StudienbetrÕge flieÜen bekanntlich nur zu einem geringen Teil
an die Uni Graz zur³ck und d³rfen nicht f³r die Verbesserung des
Personalengpasses eingesetzt werden. Lehrende: Gut ausgebildete
WissenschafterInnen d³rften angesichts dieser Lage kaum f³r eine
LehrtÕtigkeit gewonnen werden. Die Besetzung von Professuren vor
allem mit internationalen WissenschafterInnen sind aufgrund der
neuen AngestelltenvertrÕge nicht mehr finanzierbar. Internationale
Kontakte: Stipendien, Reisekostenzusch³sse und Teilnahme an internationalen
Forschungsprojekten m³ssen gestoppt werden. Eine massive Reduzierung
der notwendigen MobilitÕt von Studierenden und Lehrenden ist unvermeidbar.
Forschung: Die Teilnahme an Forschungskonsortien und -gemeinschaften
wird durch die Verschlechterung der Infrastruktur deutlich eingeschrÕnkt.
Graz,
am 16. Mai 2003
L.
Zechlin (Rektor) F. Kappel, F. Zimmermann, R. Maierhofer, A. Pellert
(VizerektorInnen) H.-L. Holzer (Vorsitzender des Senates) G. Larcher,
G. Kocher, L. Beinsen, H. Wurm, W. H·flechner, G. Hoinkes (Dekane)
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