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BetreuerIn *03.10.03

Ursachen und HintergrÙnde des Rassismus: Uni Graz startet Aufkl¹rungs-Offensive gegen Fremdenfeindlichkeit

‹Vorurteile fu¤en auf BildungslÙcken, und es ist eine grunds¹tzliche Aufgabe der Universit¹t, BildungslÙcken zu bek¹mpfen.ñ So formuliert Univ.-Prof. Dr. Richard Parncutt seine Motivation, die "Universit¹ren Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit" (UIGF) ins Leben zu rufen. ‹Hier in Graz wird sehr viel Rassismus-Forschung betrieben, wir wollen diese nun auch anwenden und damit eine Verbindung zur Gesellschaft herstellenñ, so Parncutt weiter. Der erste Schritt dazu geschieht in diesem Wintersemester mit einer Ringvorlesung unter dem Titel ‹Wer sind ,wirï?ñ WissenschaftlerInnen der verschiedensten Disziplinen beleuchten die Wurzeln fremdenfeindlichen Verhaltens und zeigen Wege auf, wie man dem Anderen angst- und vorurteilsfrei begegnen kann.
Bei einer Pressekonferenz am 3. Oktober 2003 pr¹sentierten einige der beteiligten ForscherInnen bereits vorab ihre wichtigsten Ergebnisse. O.Univ.-Prof. Dr. Heinrich Rùmer sieht die Wurzeln des Rassismus in der Evolution Æ im Tierreich beobachte man ¹hnliche Ph¹nomene. Auch wenn die Gene aller Menschen erstaunlich ¹hnlich seien, unser Wahrnehmungsmechanismus streiche Unterschiede besonders stark hervor. ‹Tiere Æ vor allem Primaten Æ differenzieren durch diese Art der Wahrnehmung zwischen ,verwandtï und ,nicht verwandtï und verhalten sich dementsprechendñ, zeigt Rùmer die Parallelen auf. Trotz aller genetischen Gleichheiten kùnne man also die Verschiedenheit nicht wegleugnen. Vielmehr mÙssten die Leute ‹mit diesen Unterschieden bekannt gemacht werden und sie akzeptierenñ, so der Biologe und Verhaltensforscher.
Historisch betrachtet findet man Anzeichen des Rassismus bereits in der Antike, schildert der Geschichtsforscher Mag. Dr. Christian Promitzer. ‹Schon damals verwendeten die Menschen Stereotypen, um Unbekanntes kategorisieren zu kùnnen. Die verst¹rkte Differenzierung zwischen einzelnen Vùlkern, die bis zur Rassenkunde fÙhrte, begann im 19. Jahrhundert. Damals versuchte man, den verschiedenen Nationalit¹ten nicht nur bestimmte Charaktere, sondern auch ein typisiertes Þu¤eres zuzuschreiben. Eine Methode, gegen die sich die beiden PhilosophInnen Ao.Univ.-Prof. Dr. Elisabeth List und Ao.Univ.-Prof. Dr. Peter Strasser heute zur Wehr setzen. ‹Der Kùrper ist natÙrlich ein sichtbares Zeichen des Andersseins, er wird aber auf ein mit Sentimenten behaftetes Bild reduziert, das mit der biologischen Realit¹t nicht mehr Ùbereinstimmtñ, pl¹diert List dafÙr, derartigen kulturellen Vereinfachungen entgegenzuwirken. Als Beispiel fÙhrt Strasser den lange Zeit fÙr das Down-Syndrom verwendeten Begriff ‹Mongoloismusñ ins Treffen: ‹Da ordnete man Menschen aufgrund ihrer Gesichtsform einer Gruppe zu, der sie gar nicht angehùrten.ñ Selbst das Christentum fùrderte Fremdenfeindlichkeit, wie der Moraltheologe Ao.Univ.-Prof. Dr. Otto Kùnig kritisiert: ‹In vielen Schriften ist eine Sprache des Hasses festgeschrieben.ñ Diese Texte gelte es nun aufzuarbeiten, entsprechend zu kommentieren und neue Interpretationsstrategien zu entwickeln, so Kùnig.
Die Ringvorlesung wird in Kooperation mit Graz 2003 realisiert und findet jeweils montags von 16.00 bis 17.30 Uhr an der Universit¹t Graz statt. Beginn ist am 6. Oktober, das genaue Programm finden Sie auf der Website www-gewi.uni-graz.at/uigf. Die Vorlesung ist ùffentlich zug¹nglich. Studierende aller Sparten erhalten ein Zeugnis und kùnnen sich die Lehrveranstaltung als freies Wahlfach anrechnen lassen.

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