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BetreuerIn *16.04.03

Private Pflege birgt bedeutendes Potenzial

Eine Studie der Uni Graz f·rdert Bedarfe, MissstÕnde und ungeahnte M·glichkeiten bei der Versorgung Õlterer Menschen zu Tage.

Die ·sterreichische Bev·lkerung wird immer Õlter, damit steigt auch der Anteil der auf Hilfe angewiesenen Menschen. Achtzig Prozent werden derzeit privat versorgt ë eine unglaubliche Ressource im Gesundheitssystem. Die Bed³rfnisse der Pflegenden sind allerdings bis dato kaum ber³cksichtigt worden. Eine von der ARGE Sozialforschung und -planung in Auftrag gegebene Pflegestudie der Uni Graz hat nun erstmals Anforderungen, Belastungen und Potenziale der Altersversorgung erhoben. Ein grundsÕtzlich positives Ergebnis der von Univ.-Prof. Dr. Horst Noack vom Institut f³r Sozialmedizin und Epidemiologie geleiteten Untersuchung ist, dass die meisten der Befragten das Versorgen ihrer Angeh·rigen als selbstverstÕndlich erachten. Allerdings bekommen sie zu wenig finanzielle wie ideelle Unterst³tzung und sind mit ihrer Situation ³berfordert. Damit belasten die Pflegenden ihre eigene Gesundheit enorm, zumal sie sich im Durchschnitt f³nf bis zehn Jahre lang um ihre Familienmitglieder k³mmern.

"In den meisten FÕllen sind die betroffenen Verwandten nicht gut genug auf die Pflegesituation vorbereitet, weder durch die HausÕrztInnen noch durch das Krankenhauspersonal², ortet Mag. Karin Reis-Klingspiegl, Koordinatorin der Studie, ein enormes Manko. Mobile Dienste arbeiten hÕufig am tatsÕchlichen Bedarf vorbei und sind nicht flexibel genug.

Einige Ergebnisse in Zahlen: 80 % der steirischen PflegefÕlle werden privat versorgt. 22 % haben trotz Anspruch kein Pflegegeld beantragt. 45 % der Pflegenden f³hlen sich (ziemlich) stark belastet. 26 % versorgen ihre Angeh·rigen 5 ë 10 Jahre lang, 12 % bis zu 20 Jahre lang. 11,5 % haben f³r die Versorgung ihrer Angeh·rigen die ErwerbstÕtigkeit verringert bzw. aufgegeben, knapp 20 % sind nicht pensionsversichert. Mehr als 20 % der Pflegenden haben ein Familien-Einkommen unter 1.000 Euro.

Details ³ber die Studie in der UNIZEIT 2/2003

Foto: Österr. Hilfswerk

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