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Lust
aufs Schlaraffenland oder reif f³r die Insel der TrÕume?
An der UB finden Sie Landkarten und F³hrer f³r Reisen in ferne Welten
Zahlreiche RaritÕten an Landkarten und Atlanten beherbergt die UniversitÕtsbibliothek
der Uni Graz. Die Sammlung des liebevoll ausgef³hrte Kartenmaterials
mit kolorierten Kupferstichen, Holzschnitten oder Lithographien
reicht bis ins 16. Jahrhundert zur³ck. Fast alle ber³hmten Namen
aus der groÜen Zeit der niederlÕndischen und der deutschen Kartenproduktion
sind vertreten. Mittendrin findet man sogar eine Karte des Schlaraffenlandes
ė und zwar im ˛Atlas novus terrarum² von J. B. Homann. Erscheinungsdatum:
1716.
Wer
also ins Narren- oder Verschwenderland reisen m·chte oder sich f³r
die geographischen Gegebenheiten im Reich des Magens oder in der
Region der Faulpelze interessiert, ist an der UB richtig aufgehoben.
Die umfassende Landkartensammlung dient allerdings keinesfalls nur
TrÕumereinen, sondern beispielsweise auch der Ahnenforschung und
selbstverstÕndlich der Wissenschaft. ˛Manche Leute haben Ortsbezeichnungen
in ihren Familienchroniken gefunden und wollen herausfinden, wie
jene StÕdte in den ehemaligen KronlÕndern heute heiÜen ², erzÕhlt
Irmgard Trummler, die die Sammlung betreut. Auch die Deutsche Bahn
hat bereits Material ben·tigt, um fr³here Trassenf³hrungen zu recherchieren.
Mit Karten aus der Monarchie ist die UB reichlich best³ckt, bilden
diese doch einen Schwerpunkt der historischen Sammlung. Dar³ber
hinaus gibt es zahlreiche Post-, Eisenbahn und MilitÕrkarten Europas
aus dem 19. Jahrhundert.
Wer nicht nur wissen will, wo die Leute fr³her gereist sind, sondern
auch wie, kommt ebenfalls auf seine Rechnung: Die Sammlung der historischen
Reisef³hrer birgt klingende Namen wie Grieben, Meyer oder Baedeker.
Man kann also jederzeit nachlesen, was die Touristen anno 1850 besonders
interessiert hat oder wie die StraÜenverhÕltnisse in der Toskana
zu jener Zeit waren. Die B³cher ė insbesonders die zahlreichen Reiseberichte,
die die UB ebenfalls gesammelt hat ė geben auch Aufschluss ³ber
den kultur- und landesgeschichtlichen Zugang des Tourismus im 19.
und fr³hen 20. Jahrhundert. Die populÕren Destinationen haben sich
seit damals offenbar kaum geÕndert: Das Verzeichnis der Reiseberichte
aus Italien f³llt einen eigenen Ordner.
Ausleihen kann man sich die kostbaren St³cke allerdings nicht, die
empfindlichen Exemplare sind in der Abteilung f³r Sondersammlungen
gebunkert. Interessierte k·nnen aber jederzeit vor Ort darin schm·kern.
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