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BetreuerIn *11.09.03

Extremes Wetter wirkt auf Wirtschaft:
Grazer ExpertInnen entwickeln Anpassungs-Strategien fÙr ge¹ndertes Klima


41 Tropentage wurden in diesem Sommer in Graz gemessen. Eine ‹normaleñ hei¤e Jahreszeit h¹tte gerade einmal vier erwarten lassen. Und dennoch stammt die hùchste bisher in der steirischen Landeshauptstadt gemessene Temperatur Æ 37,1 Grad Celsius Æ aus dem Jahr 1950. ‹Aus solchen Spitzenwerten und den extremen Wetterereignissen der letzten zwei Jahre kann man also noch nicht zweifelsfrei auf einen generellen Klimawandel schlie¤enñ, betont Dr. Ulrich Foelsche vom Institut fÙr Geophysik, Astrophysik und Meteorologie der Uni Graz. Allerdings kùnne man aufgrund von Klimamodellen und physikalischem Wissen jetzt schon vorhersagen, dass sich extreme Wetterereignisse in Zukunft h¹ufen werden. Dass auch der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten sei, ist der Grazer Univ.-Prof. Dr. Stefan Schleicher, Leiter der Forschungsinitiative AustroClim, Ùberzeugt. Und in einem sind sich die Experten einig: Mensch und Wirtschaft mÙssen auf die neuen Bedingungen reagieren, um gegen Hitze und Fluten gewappnet zu sein. Die hohe Zahl an Todesf¹llen bei ¹lteren Menschen in Frankreich oder die Engp¹sse in der Stromversorgung in mehreren L¹ndern Europas seien bereits untrÙgliche Zeichen dafÙr. Ao.Univ.-Prof. Dr. Karl Steininger, Grazer Volkswirtschaftler und Leiter des Human Dimensions Programme of Global Change Austria, nennt einige konkrete Ma¤nahmen: ‹Tourismusregionen in Mittellagen sollten auf keinen Fall mehr in Schilifte investieren, sondern nach neuen Attraktionen suchen, Banken und Versicherungen bieten zum Teil schon neue Leistungen an, aber eine Versicherung gegen DÙrre gibt es beispielsweise derzeit noch nicht, und in der Landwirtschaft wird man langfristig die Kulturen umstellen mÙssen.ñ Steininger sieht durch die Klimaver¹nderungen durchaus auch positive Aspekte fÙr die Wirtschaft: ‹Es werden sich die Bet¹tigungsfelder verschieben. Zerstùrerische StÙrme, Hochwasser und Muren verleihen beispielsweise der Baubranche Aufwind, hohe Temperaturen und stabiles Schùnwetter machen Ésterreich im Sommer als Reiseziel attraktiver.ñ Den neuen Bedingungen gerecht zu werden ist allerdings nicht einfach, denn das Wetter ¹ndert sich schneller, als der Mensch darauf reagieren kann. So kùnnen landwirtschaftliche Betriebe beispielsweise nicht Ùber Nacht von Þpfeln auf Orangen umsteigen. Intensive Forschungen, um Klimaver¹nderungen fÙr bestimmte Regionen langfristig voraussagen zu kùnnen, seien daher dringend vonnùten, l¹sst Schleicher einen Hilferuf los: ‹Ésterreich ist ein wei¤er Fleck in der Klimaforschung, die kleinen Initiativen in Graz eine rÙhmliche Ausnahme.ñ Das gro¤e Vorbild ist die Schweiz. Der dortigen von Dr. Christoph Ritz geleiteten Initiative ProClim stehen j¹hrlich etwa zwanzig Millionen Euro an Forschungsgeldern zur VerfÙgung, Schleicher konnte fÙr AustroClim mit MÙh und Not eine halbe Million lukrieren. ‹Wir organisieren regelm¹¤ig Parlamentariertreffen, au¤erdem sind wir in st¹ndigem Dialog mit der Wirtschaftñ, erkl¹rt Ritz die wirkungsvollen schweizer Ma¤nahmen. Nur so kùnne man n¹mlich sinnvoll Anpassungsstrategien entwickeln. Ein erster Schritt in diese Richtung ist nun auch an der Universit¹t Graz passiert: Bei einem Workshop im Rahmen des Projekts StartClim treffen sich heute, Donnerstag, und morgen, Freitag, ExpertInnen aus Wirtschaft und Forschung, um gemeinsam gangbare Auswege zu finden. Die Gesamtergebnisse dieses Projekts werden am 15. November pr¹sentiert.

Die Klima-Experten bei der Pressekonferenz im Gewächshaus

Foto: AI/Eklaude

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