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Extremes
Wetter wirkt auf Wirtschaft:
Grazer ExpertInnen entwickeln Anpassungs-Strategien fÙr ge¹ndertes
Klima
41 Tropentage wurden in diesem Sommer in Graz gemessen. Eine ‹normaleñ
hei¤e Jahreszeit h¹tte gerade einmal vier erwarten lassen. Und dennoch
stammt die hùchste bisher in der steirischen Landeshauptstadt gemessene
Temperatur Æ 37,1 Grad Celsius Æ aus dem Jahr 1950. ‹Aus solchen
Spitzenwerten und den extremen Wetterereignissen der letzten zwei
Jahre kann man also noch nicht zweifelsfrei auf einen generellen
Klimawandel schlie¤enñ, betont Dr. Ulrich Foelsche vom Institut
fÙr Geophysik, Astrophysik und Meteorologie der Uni Graz. Allerdings
kùnne man aufgrund von Klimamodellen und physikalischem Wissen jetzt
schon vorhersagen, dass sich extreme Wetterereignisse in Zukunft
h¹ufen werden. Dass auch der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten
sei, ist der Grazer Univ.-Prof. Dr. Stefan Schleicher, Leiter der
Forschungsinitiative AustroClim, Ùberzeugt. Und in einem sind sich
die Experten einig: Mensch und Wirtschaft mÙssen auf die neuen Bedingungen
reagieren, um gegen Hitze und Fluten gewappnet zu sein. Die hohe
Zahl an Todesf¹llen bei ¹lteren Menschen in Frankreich oder die
Engp¹sse in der Stromversorgung in mehreren L¹ndern Europas seien
bereits untrÙgliche Zeichen dafÙr. Ao.Univ.-Prof. Dr. Karl Steininger,
Grazer Volkswirtschaftler und Leiter des Human Dimensions Programme
of Global Change Austria, nennt einige konkrete Ma¤nahmen: ‹Tourismusregionen
in Mittellagen sollten auf keinen Fall mehr in Schilifte investieren,
sondern nach neuen Attraktionen suchen, Banken und Versicherungen
bieten zum Teil schon neue Leistungen an, aber eine Versicherung
gegen DÙrre gibt es beispielsweise derzeit noch nicht, und in der
Landwirtschaft wird man langfristig die Kulturen umstellen mÙssen.ñ
Steininger sieht durch die Klimaver¹nderungen durchaus auch positive
Aspekte fÙr die Wirtschaft: ‹Es werden sich die Bet¹tigungsfelder
verschieben. Zerstùrerische StÙrme, Hochwasser und Muren verleihen
beispielsweise der Baubranche Aufwind, hohe Temperaturen und stabiles
Schùnwetter machen Ésterreich im Sommer als Reiseziel attraktiver.ñ
Den neuen Bedingungen gerecht zu werden ist allerdings nicht einfach,
denn das Wetter ¹ndert sich schneller, als der Mensch darauf reagieren
kann. So kùnnen landwirtschaftliche Betriebe beispielsweise nicht
Ùber Nacht von Þpfeln auf Orangen umsteigen. Intensive Forschungen,
um Klimaver¹nderungen fÙr bestimmte Regionen langfristig voraussagen
zu kùnnen, seien daher dringend vonnùten, l¹sst Schleicher einen
Hilferuf los: ‹Ésterreich ist ein wei¤er Fleck in der Klimaforschung,
die kleinen Initiativen in Graz eine rÙhmliche Ausnahme.ñ Das gro¤e
Vorbild ist die Schweiz. Der dortigen von Dr. Christoph Ritz geleiteten
Initiative ProClim stehen j¹hrlich etwa zwanzig Millionen Euro an
Forschungsgeldern zur VerfÙgung, Schleicher konnte fÙr AustroClim
mit MÙh und Not eine halbe Million lukrieren. ‹Wir organisieren
regelm¹¤ig Parlamentariertreffen, au¤erdem sind wir in st¹ndigem
Dialog mit der Wirtschaftñ, erkl¹rt Ritz die wirkungsvollen schweizer
Ma¤nahmen. Nur so kùnne man n¹mlich sinnvoll Anpassungsstrategien
entwickeln. Ein erster Schritt in diese Richtung ist nun auch an
der Universit¹t Graz passiert: Bei einem Workshop im Rahmen des
Projekts StartClim treffen sich heute, Donnerstag, und morgen, Freitag,
ExpertInnen aus Wirtschaft und Forschung, um gemeinsam gangbare
Auswege zu finden. Die Gesamtergebnisse dieses Projekts werden am
15. November pr¹sentiert.
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| Die
Klima-Experten bei der Pressekonferenz im Gewächshaus |
Foto:
AI/Eklaude
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Ausseninstitut
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