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BetreuerIn *14.11.03

„Nullsummenspiel“ beim Budget für Universität Graz
Einsparungen und Engpässe setzen sich 2004 fort

Die Budgetkrise an der Universität Graz verlängert sich auch im Jahr 2004. Zu diesem Schluss kommen Rektor Univ.-Prof. Dr. Alfred Gutschelhofer und Finanz-Vizerektor Mag. Ralph Zettl nach dem enttäuschendem Gespräch im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur am vergangenen Dienstag.

„Es ist ein Nullsummenspiel“, kritisiert Gutschelhofer das kolportierte Plus. Denn so finden sich zum Beispiel die Mieten- sowie die Pensionsbeiträge, die bislang vom Ministerium bezahlt wurden, nunmehr als „Durchlaufposten“ im Etat der Alma Mater. „Unterm Strich haben wir jedoch nicht mehr als im heurigen Krisenjahr, wo bereits 22 Millionen Euro fehlen, zur Verfügung.“ Von einem erhöhten Budget könne daher keine Rede sein. „Ohne Einsparungen bei Nachbesetzungen, Lehre und Investitionen wird es auch 2004 nicht gehen“, befürchtet der Uni-Chef.

114,9 Millionen Euro beträgt das gesamte Budget 2004 – erstmals ohne Medizinische Fakultät, die sich ab 1. Jänner zur Universität verselbstständigt. Zugunsten der künftigen Med-Uni ergab sich eine Umschichtung in der Höhe von 5,2 Millionen Euro.
„Kostensteigerungen mit dem neuen Angestelltengesetz und beim Literaturankauf wurden nicht berücksichtigt. Der Grazer Grundanteil am österreichweiten Hochschulbudget, der heuer bei 97,5 Millionen Euro lag, sinkt nächstes Jahr sogar auf 92,6 Millionen“, rechnet Zettl vor.
Des Weiteren muss die Uni Graz zur Unterstützung kleinerer Universitäten eine Ausgleichzahlung im Ausmaß von 418.000 Euro leisten.
Auch die Studiengebühren, die ab dem Sommersemester die Uni Graz selbst einhebt, bringen keine Entspannung. Zettl rechnet zwar mit jährlichen Einnahmen von etwa 11,5 Millionen Euro, über die zweckgebundene Verwendung werden aber erst der Senat und Studierende entscheiden.

Gutschelhofer will nun zügig die Bildung von Schwerpunkten in Forschung und Lehre forcieren, um teilweise den drohenden Schaden zu begrenzen. Die dafür notwendigen Fähigkeiten hat er in der sechswöchigen Amtszeit schon unter Beweis gestellt. Als erste Universität Österreichs brachte Graz die Ressourcen-Trennung von der Medizinischen Fakultät unter Dach unter Fach. „Die geforderten Managementqualitäten sind vorhanden“, hält Gutschelhofer fest. Es fehle vielmehr an tatsächlicher Autonomie der Universitäten, denn bei großteils fixierten Kosten bleibe kein Spielraum. Allein die Personalausgaben verschlingen 80 Prozent des Budgets.
Weiter reichende Maßnahmen werden in den kommenden Tagen mit dem Universitätsrat diskutiert.

 

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