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BetreuerIn *19.12.02

Meilenstein im Entwicklungsprozess der Uni Graz: Unterzeichnung der Leistungsvereinbarungen

Die feierliche Unterzeichnung
Die Leistungsvereinbarungen zum Downloaden im pdf-Format
Der Ablauf

Zieleinlauf und gleichzeitig Startschuss an der Universität Graz. Im Zuge des strategischen Prozesses der Universität Graz wurden am 17. Dezember 2002 die Leistungsvereinbarungen zwischen Uni-Leitung, den Fakultäten und den Dienstleistungseinrichtungen unterzeichnet.
Erstmals nicht nur an der Universität Graz. „Weder eine österreichische noch an einer anderen deutschsprachige Universität hat einen Prozess in dieser Intensität und mit diesem Ausmaß durchgeführt“, zog Rektor Univ.-Prof. Dr. Lothar Zechlin eine erfolgreiche Bilanz der vergangenen zwei Jahre. „Wir stehen daher auch in einem gewaltigen Lernprozess“, so Zechlin. Die Uni Graz fülle mit Hilfe des Prozesses und der nun vorliegenden Vereinbarungen die zunehmend größeren Autonomieräume selbst aus.
„Der Prozess soll sich in Zukunft selbst tragen, mit einem eigenen Know-how, das an der Uni Graz entsteht“, wünschte sich Zechlin und würdigte Engagement der beteiligten Uni-Angehörigen. Darunter auch zahlreiche Studierenden, die Philipp Funovits im Rahmen der feierlichen Unterzeichnung vertrat. Wenn er den Beginn des Prozesses auch mit Skepsis beobachtet habe, so habe der Vorgang aber viel umgerührt. „Es ist zu wünschen, dass nun was Gutes daraus entsteht.“

Rektor Zechlin und Dekan Höflechner
Rektor-Assistent Raggautz, Ausseninstitutsleiter Reiser , Vizerektor Kappel, Vizerektorin Pellert, Vizerektor Zimmermann (v.l.)

Univ.-Prof. Dr. Walter Höflechner, Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät und Vorsitzender des Gründungskonvents, hielt fest, dass der Prozess im laufe der Zeit einen Wandel durchlaufen habe: „Wir haben dabei gewonnen, damit auch ein Instrument sowie einen Anlass der Reflexion geschaffen.“ Gleichzeitig warnte Höflechner davor, dass – völlig ungewollt – lediglich quantifizierbare Größe und Werte für die künftige Steuerung der Universität eine Rolle spielen. „Wir müssen den Blick aufs ganze beibehalten“, appellierte Höflechner.

„Die Universität Graz trägt durch Erzeugung und Bewahrung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Lehre und Forschung sowie deren aktiver Kommunikation zur Weiterentwicklung der Gesellschaft bei”, so der Wortlaut der einzelnen Verträge. „Um diesen Auftrag in einer sich rasch verändernden Gesellschaft auch weiterhin wahrnehmen zu können, überprüft sie ihre Tätigkeiten regelmäßig auf Stärke, Schwäche und Möglichkeiten der Weiterentwicklung. In dieser Absicht hat die Universität Graz einen strategischen Entwicklungsprozess eingeleitet, mit dem sie ihre Weiterentwicklung und damit ihre Zukunft selbst bestimmt gestalten will.Im Zuge dieses Prozesses hat die Universität Graz im Sommersemester 2002 in zehn Leistungsbereichen strategische Zielsetzungen für die Jahre 2003 und 2004 festgesetzt. Durch Vereinbarungen über die Leistungen, mit denen die Fakultäten und Dienstleistungseinrichtungen zur Erreichung dieser selbst gesetzten Ziele beitragen, soll das Profil der Gesamtuniversität als Organisation geschärft und die autonome Gestaltungskraft der Fakultäten und Dienstleistungseinrichtungen gestärkt werden.”

Senatsvorsitzneder Holzer, Dekan Kocher, Studierendenvertreter Öller (v.l.)
Dekan Beinsen, Dekan Hoinkes, Univ.-Prof. Körner, USI-Leiter Erhart (v.l.)

Die Leistungsvereinbarungen zum Downloaden im pdf-Format

Katholisch-Theologische Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Geisteswissenschaftliche Fakultät
Naturwissenschaftliche Fakultät

Ausseninstitut
Fremdsprachenzentrum
Koordinationsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung
Universitätssportinstitut
Universitätsbibliothek
Zentraler Informatikdienst
Zentrale Verwaltung

Der Ablauf

„Die Universität Graz reagiert nicht lediglich auf Druck von außen, sondern agiert, will die neuen Autonomiespielräume selbst auszufüllen sowie ihre Zukunft aktiv und zuversichtlich selbst gestalten“, betonte Zechlin, zu Beginn des Prozesses, der nach Klärung der Rollen von Senat und Rektorat im Sommer 2000 gestartet wurde.
Die Uni Graz hatte damit noch vor der Ankündigung eines Universitätsgesetz 2002 die Vorreiterrolle für ein österreichisches Gesamtkonzept zur Uni-Entwicklung übernommen.

In den Leistungsbereichen – Lehre, Forschung, Wissenstransfer, Internationalisierung, Öffentlichkeitsarbeit, Gleichstellung/Gleichbehandlung/Frauenförderung, Personalentwicklung, Budget & Ressourcen, Organisationsentwicklung – wurden in zwei Großveranstaltungen mit Uni-Angehörigen die Ziele formuliert. In sechs „Integrierten Universitätskommissionen“ (IUK) wurden ab Sommer 2000 Problemsichten thematisiert und eine personelle Vernetzung herbeigeführt.

Im Herbst 2001 wurden unter Federführung zweier Projektgruppen und des RektorInnenteams die Ergebnisse aus den beiden Zukunftskonferenzen sowie die Arbeitsprogramme der Integrierten Universitätskommissionen zu „Materialien zur strategischen Entwicklung“ zusammengefasst. Zugleich wird die Struktur entwickelt, in der die internen Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Universitätsleitung einerseits und den dezentralen Ebenen der Fakultäten und Dienstleistungseinrichtungen andererseits abzuschließen sind.

Der Senat stimmte im November 2001 in 1. Lesung den strategischen Leistungszielen als Diskussionsgrundlage zu. Auf deren Basis fand im Frühjahr 2002 das so genannte „Gegenstromverfahren“ statt, bei dem die Fakultäten, Dienstleistungseinrichtungen, Integrierten Universitätskommissionen, Dienststellenausschüsse, der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen sowie der Universitätsbeirat Stellungnahmen zu den Ergebnissen der ersten Lesung im Senat abgaben. Des Weiteren deponierten Studierende, NachwuchswissenschafterInnen sowie Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft bei öffentlichen Hearings ihre Statements. Führungskräfte der Uni Graz überarbeiteten im April 2002 bei der „Strategiekonferenz“ die strategischen Leistungsziele.

Im Juni 2002 wurde die Entwicklungsstrategie in 2. Lesung dem Senat zur Diskussion und Beschlussfassung vorgelegt. Im Herbst 2002 führten Universitätsleitung und die dezentralen Einrichtungen (Fakultäten, Dienstleistungseinrichtungen) Verhandlungen über jene neuen Leistungen, die zur Erreichung der strategischen Ziele erbracht werden müssen. Das Ergebnis bilden die nun vorliegenden internen Ziel- und Leistungsvereinbarungen bis 2004.

Fotos: AI/Schweiger

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