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BetreuerIn *25.02.02


Lehre an der Uni Graz im neuen Kleid – Attraktive Studienpläne ab Herbst 2002

Drei Viertel der Studienpläne der mehr als 60 Studienrichtungen, die an der Uni Graz eingerichtet sind, werden ab dem kommenden Wintersemester ein neues Gesicht zeigen. Das übrige Viertel – wie z.B. Rechtswissenschaften, Theologie-Studien, Mathematik, Chemie – wurde bereits im Vorjahr auf zukunftsweisende Schienen gestellt. „Es gibt in allen Fakultäten interessante und innovative Neuentwicklungen in den Studienrichtungen”, unterstreicht Ao.Univ.-Prof. Dr. Ada Pellert, Vizerektorin für Lehre, Personalentwicklung und Frauenförderung, die erhöhte Attraktivität und Qualität.
Zu den signifikanten Änderungen ab 1. Oktober 2002 zählt der Wegfall der bislang vorgeschriebenen Kombinationspflicht für die Geisteswissenschaften. Hier werden sogenannte Wahlfach-Pools geschaffen, die den Studierenden ein breitgefächertes Feld eröffnen. „Damit kann das Potenzial unserer Voll-Universität gut ausgeschöpft werden”, reüssiert Pellert.
Empfehlungen der einzelnen Studienrichtungen geben den Studierenden wiederum die Möglichkeit, die Angebote des Modulsystems für eine effiziente und zukunftsorientierte Ausbildung sinnvoll nutzbar zu machen. „Dennoch kann jede und jeder selbst sein eigenes Profil bilden”, so Pellert.

Der zunehmenden Nachfrage seitens der Studierenden, auch soziale Qualifikationen zu integrieren, wurde ebenso Rechnung getragen. „Sozialen Kompetenzen wurde in den Curricula besonderes Augenmerk geschenkt. In Rücksprache mit externen VertreterInnen aus Gesellschaft, Wirtschaft sowie von Seiten des Arbeitsmarktes konnten klare Qualifikationsprofile herausgearbeitet werden”, weiß die Vizerektorin.

Schwierigkeiten mit der Anrechenbarkeit von Studien an anderen europäischen Universitäten gehören ab Herbst der Vergangenheit an. Mit der Bildung des European Credit Transfer Systems (ECTS) werden künftig alle Hürden aus dem Weg geräumt. ECTS stellt die Weichen, dass mit Hilfe gemeinsamer Richtlinien akademische Leistungen im Ausland problemlos anerkannt werden. Pellert erhofft sich damit auch eine Verstärkung des studentischen Mobilität. Eine Basis dafür schafft unter anderem das Fremdsprachenzentrum, das im Vorjahr den Unterricht aufgenommen hat. Die Dienstleistungseinrichtung steckt für alle Studierenden die individuellen Bedürfnisse ab und leistet einen entscheidenden Beitrag zum Grazer „Sprachen-Cluster”.
In Biologie konnte bereits im vergangenen Wintersemester die Premiere für das Bakkalaureat an der Uni Graz erfolgreich begangen werden. Bereits 295 Studierende nahmen im Vorjahr erstmals dieses Studium auf. Dieses Angebot wird ab Oktober auf folgende Studienrichtungen ausgeweitet: Erdwissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre sowie Germanistik. Romanistik und Pädagogik befinden sich zurzeit noch in Planung. ”Gesetzliche Rahmenbedingungen erschweren jedoch eine ins Auge gefasste Ausdehnung”, wendet Pellert ein. So verbieten Bestimmungen eine parallele Einrichtung von Diplom- und Bachelor/Master-Studien.

Das Studium der Umweltsystemwissenschaften (USW), das bereits seit mehr als zehn Jahren überaus erfolgreich an der Uni Graz verankert ist, wird nach intensiven Bemühungen der Universität Graz nun endgültig als reguläres Diplomstudium aufgewertet. Mit den Kulturwissenschaften setzt die Uni Graz einen weiteren Meilenstein im interdisziplinären, fakultätsübergreifenden Angebot. Pellert rechnet, dass die Kulturwissenschaften für viele Studienrichtungen zweifellos ein interessantes Wahlfach sein werden.
Das neue Studienplan der Humanmedizin stellt ein innovative Höchstleistung der StudienplanentwicklerInnen dar, der die Ausbildung der MedizinerInnen studierenden- und patientengerechter machen wird.

„Mit diesen Entwicklungen kann die Uni Graz im nationalen und internationalen Wettbewerb gut bestehen”, versichert Pellert und wünscht sich weitere Weichenstellungen. „Der Bereich der Doktoratsstudien, die eine Stärke einer Universitäten im zunehmend differenzierteren tertiären Bildungssystem ausmachen, soll forciert werden. Von der Qualität der Doktoratssausbildung hängt auch die Qualität des akademischen Nachwuchses ab. Doktorandenförderung ist daher auch gezielte Forschungsförderung. Zusätzlich könnten auch berufsspezifische und -begleitende Doktoratsstudien, wie etwa in Australien und England, in manchen angewandten Fächern eine interessante zukünftige Option darstellen.”

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