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Lehre an der Uni Graz im neuen Kleid Attraktive
Studienpläne ab Herbst 2002
Drei Viertel der Studienpläne der mehr als 60 Studienrichtungen,
die an der Uni Graz eingerichtet sind, werden ab dem kommenden Wintersemester
ein neues Gesicht zeigen. Das übrige Viertel wie z.B.
Rechtswissenschaften, Theologie-Studien, Mathematik, Chemie
wurde bereits im Vorjahr auf zukunftsweisende Schienen gestellt.
Es gibt in allen Fakultäten interessante und innovative
Neuentwicklungen in den Studienrichtungen, unterstreicht Ao.Univ.-Prof.
Dr. Ada Pellert, Vizerektorin für Lehre, Personalentwicklung
und Frauenförderung, die erhöhte Attraktivität und
Qualität.
Zu den signifikanten Änderungen ab 1. Oktober 2002 zählt
der Wegfall der bislang vorgeschriebenen Kombinationspflicht für
die Geisteswissenschaften. Hier werden sogenannte Wahlfach-Pools
geschaffen, die den Studierenden ein breitgefächertes Feld
eröffnen. Damit kann das Potenzial unserer Voll-Universität
gut ausgeschöpft werden, reüssiert Pellert.
Empfehlungen der einzelnen Studienrichtungen geben den Studierenden
wiederum die Möglichkeit, die Angebote des Modulsystems für
eine effiziente und zukunftsorientierte Ausbildung sinnvoll nutzbar
zu machen. Dennoch kann jede und jeder selbst sein eigenes
Profil bilden, so Pellert.
Der zunehmenden Nachfrage seitens der Studierenden, auch soziale
Qualifikationen zu integrieren, wurde ebenso Rechnung getragen.
Sozialen Kompetenzen wurde in den Curricula besonderes Augenmerk
geschenkt. In Rücksprache mit externen VertreterInnen aus Gesellschaft,
Wirtschaft sowie von Seiten des Arbeitsmarktes konnten klare Qualifikationsprofile
herausgearbeitet werden, weiß die Vizerektorin.
Schwierigkeiten mit der Anrechenbarkeit von Studien an anderen europäischen
Universitäten gehören ab Herbst der Vergangenheit an.
Mit der Bildung des European Credit Transfer Systems (ECTS) werden
künftig alle Hürden aus dem Weg geräumt. ECTS stellt
die Weichen, dass mit Hilfe gemeinsamer Richtlinien akademische
Leistungen im Ausland problemlos anerkannt werden. Pellert erhofft
sich damit auch eine Verstärkung des studentischen Mobilität.
Eine Basis dafür schafft unter anderem das Fremdsprachenzentrum,
das im Vorjahr den Unterricht aufgenommen hat. Die Dienstleistungseinrichtung
steckt für alle Studierenden die individuellen Bedürfnisse
ab und leistet einen entscheidenden Beitrag zum Grazer Sprachen-Cluster.
In Biologie konnte bereits im vergangenen Wintersemester die Premiere
für das Bakkalaureat an der Uni Graz erfolgreich begangen werden.
Bereits 295 Studierende nahmen im Vorjahr erstmals dieses Studium
auf. Dieses Angebot wird ab Oktober auf folgende Studienrichtungen
ausgeweitet: Erdwissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre
sowie Germanistik. Romanistik und Pädagogik befinden sich zurzeit
noch in Planung. Gesetzliche Rahmenbedingungen erschweren
jedoch eine ins Auge gefasste Ausdehnung, wendet Pellert ein.
So verbieten Bestimmungen eine parallele Einrichtung von Diplom-
und Bachelor/Master-Studien.
Das Studium der Umweltsystemwissenschaften (USW), das bereits seit
mehr als zehn Jahren überaus erfolgreich an der Uni Graz verankert
ist, wird nach intensiven Bemühungen der Universität Graz
nun endgültig als reguläres Diplomstudium aufgewertet.
Mit den Kulturwissenschaften setzt die Uni Graz einen weiteren Meilenstein
im interdisziplinären, fakultätsübergreifenden Angebot.
Pellert rechnet, dass die Kulturwissenschaften für viele Studienrichtungen
zweifellos ein interessantes Wahlfach sein werden.
Das neue Studienplan der Humanmedizin stellt ein innovative Höchstleistung
der StudienplanentwicklerInnen dar, der die Ausbildung der MedizinerInnen
studierenden- und patientengerechter machen wird.
Mit diesen Entwicklungen kann die Uni Graz im nationalen und
internationalen Wettbewerb gut bestehen, versichert Pellert
und wünscht sich weitere Weichenstellungen. Der Bereich
der Doktoratsstudien, die eine Stärke einer Universitäten
im zunehmend differenzierteren tertiären Bildungssystem ausmachen,
soll forciert werden. Von der Qualität der Doktoratssausbildung
hängt auch die Qualität des akademischen Nachwuchses ab.
Doktorandenförderung ist daher auch gezielte Forschungsförderung.
Zusätzlich könnten auch berufsspezifische und -begleitende
Doktoratsstudien, wie etwa in Australien und England, in manchen
angewandten Fächern eine interessante zukünftige Option
darstellen.
Informationen
zu den Studienrichtungen
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