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BetreuerIn *27.10.02

Sowi im Dialog 2002 an der Uni Graz: Klima-Experte zeichnete Horror-Szenario

„Am Ende dieses Jahrhunderts werden wir ein Klima haben, wie es die Erde noch nicht erlebt hat”, warnte Dr. Gerhard Berz, Leiter der GeoRisikoForschung der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft – der weltweit größte Versicherer in diesem Bereich – beim Festakt von „Sowi im Dialog 2002” am 26. November 2002 an der Uni Graz. Gleichzeitig schränkte Berz ein, dass es schwer sehr Prognosen zu stellen, weil man nicht wisse, wie die Natur auf den Klimawandel reagiere. Die steigenden Kohlendioxid-Emissionen liefern jedenfalls Perspektiven, die ihn mit Sorge erfüllen. So geht der Klima- und Versicherungsexperte geht von einem Temperaturanstieg von vier bis fünf Grad Celsius in den kommenden 100 Jahren aus. Und zur Unterstreichung des Trends legte Berz eine erschreckende Bilanz der vergangenen 22 Jahre am Globus vor:

  • 1.200 Milliarden Dollar volkswirtschaftlicher Schaden
  • 12.600 Schadenereignisse, zum überwiegenden Teil resultierend aus Katastrophen, deren Ursachen in der Atmosphäre liegen, also Hochwasser, Stürme etc.
  • 690.000 Todesfälle, davon zwei Drittel resultierend aus Katastrophen, deren Ursachen in der Atmosphäre liegen, also Hochwasser, Stürme etc.
  • 30 Ereignisse allein in den 90-er Jahren – mit Ausnahme von zwei Erdbeben Stürme, Hagel – jeweils mit einer Schadenshöhe von mehr als einer Milliarde Dollar

„Die Umlenkung in nachhaltige Industrien kann die Welt verändern“, ist Berz überzeugt und spricht sich für unvermeidliche Anpassungsstrategien aus.

Preisträger der besten Dissertationskonzepte für Human Dimensions of Gobal Enviromental Change

Im Anschluss an die von Norbert Swoboda moderierte Diskussion wurden die besten Dissertationskonzepte auf dem Gebiet des gesellschaftlichen Umgangs mit globalem Umweltwandel honoriert. Die von einer internationalen Jury ausgewählten Konzepte werden mit je 2.000 Euro prämiert.
- Markus R. Schmidt, Loss of agro-biodiversity in Vavilov centres, with a special focus on the risks of genetically modified organisms.
- Karl-Heinz Erb, Methods for calculating the ecological footprint of nations in historic time series: Austria 1926 – 1995.

Ausgezeichnete Diplomarbeiten aus den Umweltsystemwissenschaften


Des weiteren wurden Diplomarbeiten von neun Studierenden aus den Umweltsystemwissenschaften an der Uni Graz ausgezeichnet. Diese Preise sind mit insgesamt 2.000 Euro vom Land Steiermark und der Stadt Graz dotiert:

- Christian Bauer, „Lebenszyklusanalyse von Holzenergie-Systemen zur Erzeugung von Strom und Wärme“, Fachgebiet Physik
- Karin Horn, „Untersuchung eines mathematischen Modells zur Rauchgasentschwefelung“, Fachgebiet Geographie
- Michaela Nutz, „Konzeption und Umsetzung eines Permafrost-Erlebnisweges im Dösenertal bei Mallnitz“,Fachgebiet Geographie
- Regina Nievoll, „Mais als nachwachsender Rohstoff”, Fachgebiet Chemie
- Birgit Beinsen, „New Public Management”, Fachgebiet Betriebswirtschaft
- Elke Perl, „Aufbau eines Qualitäts- und Umweltmanagementsystems für einen Zerlegbetrieb von Elektro- und Elektronikaltgeräten“,Fachgebiet Betriebswirtschaft
- Christian Steinreiber, „Exportkreditagenturen in ihrer Bedeutung für die globale Nachhaltigkeit“,Fachgebiet Betriebswirtschaft
- Ursula Lackner, „Design von Regulierungsbehörden im liberalisierten europäischen Elektrizitätsmarkt“, Fachgebiet Volkswirtschaft
- Christian Lapp, „Darwinistische Evolutionstheorie und Theorie der Selbstorganisation von Materie: Widersprüchliche Zugänge zum Naturverständnis?“, Fachgebiet Systemwissenschaft

Vizebürgermeister Peter Weinmeister, Senatsvorsitzender Hans-Ludwig Holzer, Barbara Weitgruber vom bm:bwk, Dekan Lutz Beinsen (v.l.)
Landtagsabgeordneter Wolf Rauch, Jill Jäger vom International Human Dimensions Programme, Umweltamtsleiter Karl Niederl, Wilhelm Himmel vom Land Steiermark (v.l.)
   

Fotos: AI/Schweiger und Human Dimensions Programme Austria

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