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Personalmangel
an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an
der Uni Graz
gefährdet den Studienbetrieb
Kein Studienbetrieb für Neuzugänge der Studienrichtung
Betriebswirtschaftslehre (BWL) dieses Schreckensszenario
stellte die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
(Sowi) an der Universität Graz für das kommende Wintersemester
in Aussicht. "Mit dem zur Verfügung stehenden Personal
können wir die Lehre nicht mehr im ausreichenden Maß
und verantwortungsbewusst anbieten", begründet Sowi-Dekan
Univ.-Prof. Dr. Lutz Beinsen.
Der Vergleich mit den übrigen Sowi-Fakultäten Österreichs
belegt die schlechte Ausstattung der Grazer Fakultät: Mit 95
Studierenden pro Lehrenden bildet Graz das Schlusslicht, beträgt
doch an den anderen Sowi-Fakultäten Österreichs das Betreuungsverhältnis
durchschnittlich 68:1. Mit insgesamt 84 WissenschafterInnen weist
die Grazer Sowi laut Hochschulbericht 1999 gerade die Hälfte
an Lehrenden des österreichweiten Schnitts aus. Um das heimische
Ausstattungsniveau zu gewährleisten, müsste der Personalstand
um 40% angehoben werden.
Die Belastung der drittgrößten Fakultät unserer
Uni mit mehr als 4.900 Studierenden ist besonders groß. Die
Lehrenden sind nachweislich um 75% mehr belastet als an den anderen
österreichischen Sowi-Fakultäten. Der Hilferuf ist verständlich,
so Rektor Univ.-Prof. Dr. Lothar Zechlin. Er räumt aber ein,
dass sich die Betreuungssituation von Studierenden in den letzten
Jahren leicht verbessert habe. Dennoch hat Zechlin zur Unterstützung
bereits 133.000 Ú (1,8 Millionen S,
ca. eineindrittel AssistentInnen auf drei Jahre) intern umgeschichtet,
um die gravierendsten Mängel zu beheben. In einem nächsten
Schritt hat Zechlin der Fakultät eine zusätzliche vom
bm:bwk bewilligte AssistentInnenstelle zugewiesen.
Außerdem verlangt der Rektor im Sinne einer Sicherstellung
des offenen Hochschulzugangs zusätzliche Mittel vom
Ministerium.Ein seitens der Fakultät entwickeltes Kapazitätanpassungsprojekt,
das zusätzliche 34 Planstellen vorsieht, um durchschnittliche
Betreuungsrelationen herzustellen, hat die Uni Graz bereits zweimal
dem Ministerium vorgelegt. Verhandlungen sind bislang jedoch nicht
erfolgt.
Wir bestehen auf eine Gleichstellung mit den übrigen
Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, so Zechlin und fordert
für die Vergabe von Ressourcen ein indikatorengestütztes
Modell, d.h. eine Bereitstellung von Geldmitteln nach der Anzahl
von StudienanfängerInnen und AbsolventInnen. Nur so kann
zukünftig die offensichtliche und extrem ungleiche Verteilung
abgebaut werden.
Interessante und innovative Neuentwicklungen in den Studienrichtungen
Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik
stoßen angesichts dieser Situation auf Probleme", ortet
Ao.Univ-Prof. Dr. Ada Pellert, Vizerektorin für Lehre. Zukunftsorientierte
Angebote und steigende Studierendenzahlen wie etwa für Soziologie
verursachen aufgrund der Rahmenbedingungen paradoxerweise eher Sorge
als Freude. Daher fordert Pellert: "Die Studienbeiträge
müssen auch den besonders belastenden Studien zugute kommen.
Die Vergabe darf nicht von einer ministeriellen Kommission abhängig
sein.
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