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BetreuerIn *16.05.02


„Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – Ein europäisches Problem”

Auf Initiative der Stabsstelle für Personalentwicklung war Prof. Dr. Gottfried Schatz, Präsident des Schweizer Technologie- und Wissenschaftsrates, am 16. Mai 2002 Gast der Universität Graz. Schatz sprach über: „Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – Ein europäisches Problem"..

 
   

Europa vernachlässigt seine jungen ForscherInnen und hemmt dadurch seine wissenschaftliche Produktivität. Das Fehlen eines einheitlichen, qualitätsbewussten und fairen Karrieresystems an den meisten Universitäten Europas ist das dringendste ungelöste Problem der europäischen Forschungs- und Bildungspolitik. Jede Forschung ist nur so gut wie die forschenden Menschen. Gleiches gilt für die Lehre, die an jeder echten Universität untrennbar mit Forschung verbunden ist. Erstklassige Lehre und Forschung brauchen vor allem Kreativität. Kreativität lässt sich aber nicht „schaffen”, sondern wird uns mit jeder Generation neuer Talente geschenkt, die wir erkennen und fördern müssen. Sie sind unsere wichtigste Ressource.
Die aktivsten ForscherInnen sind meist jung. Die älteren ForscherInnen an Universitäten und privaten Forschungsinstitutionen müssen oft viele zusätzlichen Funktionen erfüllen und haben zu wenig Zeit, um bei der Forschung selbst Hand anzulegen.
Das Erlebnis der neuen Entdeckung ist meist jungen ForscherInnen vorbehalten. Nicht nur, weil sie mehr Zeit für Forschung haben, sondern auch, weil sie im Durchschnitt kreativer als ihre älteren KollegInnen sind. Es gibt natürlich viele prominente Ausnahmen, doch im Durchschnitt ist die kreativste Phase eines ForscherInnenlebens sehr kurz. Diese Phase müssen wir gezielt fördern. Wir müssen jungen Forschenden die Möglichkeit geben, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen und ihrer Kreativität freien Lauf zu geben. Das an angelsächsischen Universitäten seit Jahrzehnten bewährte „Tenure Track” System wäre dafür hervorragend geeignet.

Gottfried Schatz ist Absolvent der Universität Graz. Das Forschungsmagazin UNIZEIT widmet dem promovierten Chemiker in seiner kommenden Ausgabe, die ab dem 23. Mai 2002 erhältlich ist, das Absolventenportrait.

Foto: Schatz

© Ausseninstitut