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Zweidimensionales
Licht:
Forscherteam der Uni Graz gelang Meilenstein
Die große wirtschaftliche Bedeutung der weiteren Miniaturisierung
existierender Schlüsseltechnologien steht außer Zweifel.
Eindrucksvollstes Beispiel dafür ist der enorme technologische
Innovationsschub im Gefolge der stetigen Verkleinerung der Elektronik.
Aber auch im Bereich der Optik initiiert die fortwährende Miniaturisierung
eine Reihe völlig neuer Technologien, so sind etwa Glasfasern
in der Telekommunikation oder Compact Discs in der Unterhaltungsbranche
längst Bestandteil unseres täglichen Lebens.
Gegenwärtig stößt die Verkleinerung der Optik jedoch
an ihre Grenzen. Wenngleich extrem miniaturisierbar, sind herkömmliche
optische Elemente immer dreidimensionale Strukturen. Ihre Herstellung
sowie ihre Integration verlangen nach komplizierten technischen
Verfahren. Im Gegensatz dazu beruht der Erfolg der Mikroelektronik
auf der Möglichkeit elektronische Bauteile praktisch völlig
flach, also in zweidimensionaler Bauweise, herzustellen. Der herkömmlichen
Optik ist dieser Weg verwehrt, konnte sich doch Licht, anders als
elektrischer Strom, bislang nicht in eine zweidimensionale Ebene
zwängen. WissenschaftlerInnen des Instituts für Experimentalphysik
der Universität Graz konnten nun das Gegenteil beweisen! Sie
koppelten Lichtfelder an die negativen Ladungsträger (Elektronen)
an der Oberfläche einer ultradünnen, nur 70 Millionstel
Millimeter (Nanometer) dicken Schicht aus Silber. Dadurch stellten
sie einen Mischzustand aus Licht und Elektronen her, der als Oberflächen-Plasmon
bekannt ist. Das Entscheidende daran: Wie ihr Name bereits andeutet,
sind Oberflächen-Plasmonen in der Oberfläche des Silberfilmes
gefangen. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Lichtfeldern
also durch ihre praktisch zweidimensionale Struktur. Davon ausgehend,
verwirklichte das Grazer Team durch die Herstellung von wenigen
Nanometer großen Strukturen auf dem Silberfilm erstmals die
zweidimensionalen Varianten einer Reihe einfacher optischer Elemente
wie Spiegel und Strahlteiler.
Aber auch komplexe optische Geräte können mithilfe dieser
völlig neuartigen Technologie zweidimensional nachgebildet
werden. Damit sind wir dem optischen Chip ein gutes Stück
näher gekommen, schildert Ao.Univ.-Prof. Dr. Joachim
Krenn von der Arbeitsgruppe am Institut euphorisch. Durch
Datenverarbeitung mittels Licht würden Computer nämlich
wesentlich leistungsfähiger werden.
Die Ergebnisse der Grazer WissenschaftlerInnen eröffnen die
Möglichkeit der technologisch einfachen zweidimensionalen Fertigung
optischer Elemente. Eine weitere Miniaturisierung der Optik, optische
Datenverarbeitung und eine Vielzahl von Anwendungen im Rahmen der
Nanotechnologie sind dadurch zu erwarten. Zu diesem Schluss kam
auch die international renommierten Zeitschrift The Economist,
die in ihrer Ausgabe vom 26. Oktober 2002 über die Arbeit der
Grazer WissenschaftlerInnen berichtet. Online-Version des Artikels
in The Economist:
http://www.economist.com/science/displayStory.cfm?story_id=1403371
Grazer Arbeitsgruppe am Institut für Experimentalphysik der
Universität Graz:
Univ.-Prof. Dr. Franz Aussenegg, Gruppenleiter
Ao.Univ.-Prof. Dr. Joachim Krenn
Ao.Univ.-Prof. Dr. Alfred Leitner
Mag. Harald Ditlbacher
Mag. Gerburg Schider
DI Andreas Hohenau
http://nanooptics.uni-graz.at
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Oberflächenplasmonen:
Licht breitet sich (ähnlich wie eine Welle auf Wasser)
auf einer Metalloberfläche aus.
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Durch spezielle Strukturierung der Metalloberfläche werden
zwei gerichtete Plasmonenstrahlen erzeugt. |
Ein
Plasmonenstrahl wird von einem Plasmonenenspiegel reflektiert. |
Zum
Downloaden: Fotos anklicken!
Fotos: Ditlbacher
©
Ausseninstitut
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