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BetreuerIn *30.07.02

Erstmals Vollstudium für Gebärdensprachdolmetschen in Österreich an der Uni Graz

Die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) ist das Hauptkommunikationsmittel gehörloser Menschen in Österreich und ein prägender Teil ihrer persönlichen und kulturellen Identität. Gebärdensprachen der Gehörlosen sind natürlich entstandene Sprachen mit einer eigenen Grammatik. Sie unterscheiden sich von Land zu Land und verfügen weiters über regionale Ausprägungen, d.h. Gebärdensprachdialekte.
Seit 1990 sind die Themenkreise Gebärdensprache und Gehörlosenkultur, insbesondere der Bereich Gebärdensprachdolmetschen, Schwerpunkt des Institutes für Translationswissenschaft der Universität Graz in Forschung und Lehre. Es wurden regelmäßig Lehrveranstaltungen angeboten, allerdings konnten Studierende Gebärdensprache lediglich als Fächerkombination oder als Ergänzungsstudium inskribieren. Ab WS 2002/2003 wird es nun erstmals möglich sein Österreichische Gebärdensprache im Vollstudium zu studieren. Das Diplomstudium für Gebärdensprachdolmetschen dauert fünf Jahre. Neben ÖGS ist eine zweite Fremdsprache zu wählen.
In Österreich herrscht nach wie vor in vielen Bundesländern ein Mangel an GebärdensprachdolmetscherInnen. In der Folge werden Gehörlose aus vielen Bereichen der Informationsgesellschaft, sowie von Bildung und Weiterbildung ausgeschlossen. In der medizinischen Versorgung kann es ohne den Einsatz von DolmetscherInnen zu Missverständnissen und dadurch zu großen Problemen für gehörlose PatientInnen kommen.

Detaillierte Informationen auf der Homepage des Institutes für Translationswissenschaft

Weitere interessante Infos zum Thema:
Österreichischer GebärdensprachdolmetscherInnen-Verband
Österreichischer Gehörlosenbund
Forschungszentrum für Gebärdensprache, Uni Klagenfurt

Foto: AI/Altziebler

© Ausseninstitut