|
Frauen an der Uni Graz vielfach auf der Überholspur
Der 8. März 2002 wird wieder als internationaler Frauentag
begangen. Die Universität Graz blickt anlässlich dieses
Tages auf erfolgreiche Maßnahmen zur Förderung von Frauen
in Lehre, Forschung und Personalentwicklung. Die Universität
Graz sieht Gleichbehandlung und Frauenförderung nicht nur als
Beitrag gegen Diskriminierung, sondern auch als Teil zur Innovation
und Hochschulreform, unterstreicht Ao.Univ.-Prof. Dr. Ada
Pellert, Vizerektorin für Frauenförderung, Personalentwicklung
und Lehre. So hat die Uni Graz als einzige Universität
Österreichs im Vorjahr erstmals ein finanzielles Anreizsystem
zur Frauenförderung geschaffen. Nach einem gezielten Schlüssel
wird den drei besten Fakultäten" zusätzliches
Budget angewiesen.
Außerdem koordinieren wir für alle drei Grazer
Unis ein ambitioniertes Personalentwicklungsprojekt, das von der
EU finanziert wird, hält Pellert fest. Im Rahmen dieses
Projektes gibt es nicht nur Lehrgänge für Frauen, sondern
auch Seminare für Studierende, die Hochschullehrerin werden
wollen. Des Weiteren ist für 2003 eine internationale Sommerschule
zum Thema Beruf Wissenschafterin geplant.
Neben einem eigenen Vizerektorat zur Frauenförderung (Ada Pellert)
verfügt die Uni Graz über eine gut funktionierende Infrastruktur
zur Unterstützung der Frauen-Anliegen: So die Koordinationsstelle
für Frauen- und Geschlechterforschung Graz, die sich als interuniversitäre
Dienstleistungseinrichtung aller drei Grazer Universitäten
um die Koordination und Information für Wissenschafterinnen
und Studentinnen im Bereich Frauen- und Geschlechterforschung und
Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses kümmert.
Außerdem wurde der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen
eingerichtet, dessen Aufgabe es ist, Diskriminierungen auf Grund
des Geschlechts durch Kollegialorgane der Universität bzw.
durch Universitätsorgane entgegenzuwirken. Nach UOG 1993 hat
der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen das Recht, in
allen Personalangelegenheiten mitzuwirken.
Studentinnen
stellen Löwenanteil
Die Studentinnen stellen an der Uni Graz bereits seit einigen Jahren
den Löwenanteil: Im vergangenen Wintersemester betrug der Anteil
knapp 60% (von insgesamt 24.059 gemeldeten Studierenden), trotz
der erstmaligen Einführung der Studienbeiträge ergab sich
im Vergleich zum Wintersemester 2000 sogar eine geringfügige
Steigerung. Auch unter den Erstzulassungen liegen die Studienanfängerinnen
klar voran: Sie stellten im Herbst des Vorjahres zwei Drittel (von
insgesamt 1.954 Erstzulassungen).
Mehr Wissenschafterinnen
Der Anteil der Frauen unter den WissenschafterInnen an der Uni Graz
konnte in den vergangenen Jahren sukzessive angehoben werden. Lag
im Jahr 1990 die Frauenquote noch bei 21%, so konnte dieser Anteil
gegenwärtig auf 30% erhöht werden. Unter den nicht wissenschaftlichen
MitarbeiterInnen, den sogenannten Allgemein Bediensteten, steigerte
die Universität Graz den Anteil an Frauen von zwei Drittel
(1990) auf knapp drei Viertel (71%)!
Bedienstete nach Fakultäten und Dienstleistungseinrichtungen
(Universitätsbibliothek, Zentraler Informatikdienst, Ausseninstitut,
Universitätssportzentrum etc):
|
Stand
2001
|
Personen
|
davon
Frauen in %
|
|
Kath.Theologische
Fakultät
|
65
|
49%
|
|
Rechtswissenschaftliche
Fakultät
|
180
|
60%
|
|
Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
|
158
|
47%
|
|
Medizinische
Fakultät
|
1.014
|
45%
|
|
Geisteswissenschaftliche
Fakultät
|
316
|
52%
|
|
Naturwissenschaftliche
Fakultät
|
420
|
37%
|
|
Dienstleistungseinrichtungen
|
411
|
58%
|
|
Gesamt
|
2.564
|
48%
|
|