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BetreuerIn *27.09.02

Menschenrechtspreis der Universität Graz für Dalai Lama:
Feierliche Verleihung am 14. Oktober 2002

Der Senat der Universität Graz hat seine Heiligkeit, den Dalai Lama, für den Menschenrechtspreis 2002 auserwählt. Diese höchste Auszeichnung der Universität Graz wird in unregelmäßigen Abständen an Personen vergeben, die sich für die Vermittlung zwischen Völkern und Religionen einsetzen. Die feierliche Verleihung findet am 14. Oktober 2002 um 16 Uhr in der Aula der Universität Graz statt.

1995 begrüßte Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad als Rektor den Dalai Lama

„Mit der feierlichen Verleihung des Preises nimmt die Uni eine öffentliche Verantwortung wahr und bezieht Stellung gegen Diskriminierung, Rassismus und Fremdenhass. Gleichzeitig soll der Preis die Menschenrechtsforschung und -lehre in allen Disziplinen noch stärker anregen“, begründet Senatsvorsitzender Ao.Univ.-Prof. Dr. Hans-Ludwig Holzer die Auszeichnung des XIV. Dalai Lama.
Rektor Univ.-Prof. Dr. Lothar Zechlin ergänzt: „Mit der Verleihung des Preises bekundet die Universität Graz auch Solidarität mit jenen KollegInnen, die im Kampf um Gerechtigkeit in der Welt ihr Leben riskieren. Toleranz, Nächstenliebe und insbesondere der Dialog zwischen den Religionen sind in der heutigen Zeit von größter Bedeutung.“ WissenschaftlerInnen aller sechs Fakultäten der Universität Graz räumen diesem Thema bereits jetzt hohen Stellenwert ein: vom Völkerrecht über Biomedizin, Ökonomie bis zur Theologie.
Seine Heiligkeit ist übrigens nach seinem Besuch im Juni 1995 nun bereits zum zweiten Mal Gast der Uni Graz.

Bisherige PreisträgerInnen

Der Menschenrechtspreis der Uni Graz wurde bislang dreimal vergeben, zum ersten Mal im Jahr 1992 an Prof. Dr. Jon Sobrino von der UCA (Universidad Centroamericana) aus El Salvador für sein Eintreten zugunsten der Menschenrechte des unterdrückten Volkes und der Versöhnung zwischen den Bürgerkriegsparteien in seinem Land, stellvertretend auch für die im Zuge der Auseinandersetzungen ermordeten sechs Universitätskollegen. 1994 erhielt Dr. Simon Wiesenthal, Leiter des Jüdischen Dokumentationszentrums, den Menschenrechtspreis für seinen Einsatz zugunsten der Rechte der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Die PreisträgerInnen von 1997 sind die Ombudsleute der Föderation Bosnien-Herzegowina: Vera Jovanovic, Branka Raguz und Esad Muhibic – für ihren Einsatz zur Verbesserung der Menschenrechtslage im Spannungsfeld im südöstlichen Europa.

Simon Wiesenthal, Menschenrechtspreisträger 1994
Esad Muhibic, Branka Raguz und Vera Jovanovic, MenschenrechtspreisträgerInnen 1997

Die Zeremonie dreimal live: in der Aula, auf der Video-Wall und im Internet

Folgender Ablauf ist für die Verleihung des Menschenrechtspreises an der Universität Graz vorgesehen:
Der Dalai Lama wird am 14. Oktober 2002 gegen 16 Uhr an der Uni Graz von Rektor Zechlin begrüßt. Die Verleihung findet anschließend in der Aula statt, wo neben Rektor Zechlin, LH Waltraud Klasnic und Bürgermeister Alfred Stingl auch der Dalai Lama selbst zu Wort kommen wird. Seine Heiligkeit erhält anlässlich der Auszeichnung – die nicht finanziell dotiert ist – eine eigens gestaltete Urkunde der Universität Graz.
Der Großteil der insgesamt 400 Plätze in der Aula ist für geladene Gäste reserviert, nur ein geringer Teil ist allgemein zugänglich.
Da die Universität Graz regen Ansturm erwartet und lediglich etwa 100 Zählkarten für Plätze in der Aula ausgeben kann, wurde vorgesorgt: Im größten Hörsaal der Universität, dem Hörsaal G im so genannten Heizhaus in der Heinrichstraße 38, wo zusätzlich 500 Plätze zur Verfügung stehen, wird die Feier auf einer riesigen Video-Wall aus der Aula übertragen. Zudem ermöglicht der Zentrale Informatikdienst eine Live-Ausstrahlung des feierlichen Ereignisses im Internet.
VertreterInnen der Medien können die Verleihung in der Aula verfolgen. Eine eigene Akkreditierung für die Uni Graz ist nicht notwendig, hier reicht eine vorhandene Zulassung für Kalachakra.

ExpertInnen beleuchten Menschenrechte und Buddhismus bei Uni-Symposion

Am Tag der Verleihung des Menschenrechtspreises, dem 14. Oktober 2002, setzt die Universität Graz mit dem Symposion „Toleranz und Menschenrechte – ein interkultureller Dialog“ auch wissenschaftliche Akzente. Zwischen 9 und 13 Uhr referieren im RESOWI-Zentrum der Universität Graz (Hörsaal 15.03, Bauteil C, Erdgeschoß) in- und ausländische ExpertInnen mit anschließender Podiumsdiskussion.
Vizerektorin für Internationale Beziehungen, Ass.-Prof. Dr. Roberta Maierhofer, und Dekan Prof. Dr. Walter Höflechner eröffnen die Veranstaltung. Ao.Univ.-Prof. Dr. Josef Marko, Institut für Österr., Europ. und Vergleichendes Öffentliches Recht, Politikwissenschaft und Verwaltungslehre an der Uni Graz, referiert „Zur Universalität der Menschenrechte im Spannungsfeld ethnisch-kultureller Vielfalt“. „Humanität und Menschenrechte im Buddhismus“ rückt Mag. Kerstin-Katja Sindemann, Religionswissenschafterin und Beitragsgestalterin für die ORF-Sendungen Religionen der Welt und Orientierung, in den Mittelpunkt ihres Vortrages. Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel von der Universität Glasgow führt das Thema fort: „Buddhismus und Menschenrechtsidee: Resonanzen und Dissonanzen.“ Und Univ.-Prof. Dr. Karl Woschitz vom Institut für Religionswissenschaft der Uni Graz beleuchtet in einer Abschlussreflexion „Das Menschliche des Menschen: Zur schweigenden Transzendenz“.

Kalachakra-Schau an der Universitätsbibliothek

Auch die Universitätsbibliothek entführt in den kommenden Wochen in die Welt des Buddhismus. Vom
5. Oktober bis 15. November 2002 ist im Foyer der Bibliothek die Ausstellung „Kalachakra – Das Rad der Zeit“ zu sehen. Gezeigt werden Bücher und Objekte aus den Sammlungen des Tibet-Institutes Rikon, Schweiz. Die Gestaltung haben die beiden Schweizer Tibet-ExpertInnen Roswitha Reinhard und Jacques Kuhn übernommen. Exponate zu folgenden Themen sind unter anderem zu besichtigen: Kalachakra in der Kunst, Missionare und Reisende, missionierende und reisende Frauen in Tibet, Österreicher in Tibet.
Die Eröffnung der Schau erfolgt im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ am 5. Oktober 2002 ab 20.30 Uhr.

„Medical Traditions in East and West” - Internationale Konferenz vom 23. bis 25. Oktober 2002

Im Rahmen von Kalachakra-Kultur Graz 2002 findet vom 23. bis 25. Oktober 2002 in der Aula der Uni Graz der Kongress „Medical Traditions in East and West” statt. Dieser Kongress dient der Begegnung zwischen östlicher und westlicher Medizin. Nach einer Darstellung der Grundlagen der jeweiligen Medizinsysteme werden zu ausgewählten Fachbereichen die Therapieansätze erörtert und somit ein gemeinsames Gespräch ermöglicht. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Thema Tod und Sterbebegleitung in westlicher (Palliativmedizin) und tibetischer Medizin gewidmet sein.
Während der ersten zwei Tage referieren und diskutieren medizinische Fachexperten der östlichen Medizin (Tibetische Medizin, Chinesische Medizin, Ayurveda und Heilmethoden des burjatischen Schamanismus) mit VertreterInnen der Phytotherapie, Homöopathie und der herkömmlichen westlichen Medizin. Der dritte Tag ist dem Thema "Tod und Sterbebegleitung" vorbehalten.

Anmeldung, detailliertes Programm, Teilnahmegebühren und weitere
Informationen unter www.graz2002.at

Kalachakra Kultur Graz 2002(Veranstalter)

Univ. Prof. Dr. H. Samonigg
Klinische Abteilung für Onkologie
Med. Univ. Klinik Graz
(Mitveranstalter)

Fotos: AI

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