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Grazer
Rewi beklagt grundsätzliche Probleme
Es
gibt zwei Möglichkeiten, resümiert O.Univ.-Prof.
Dr. Bernd Schilcher von der Grazer Rechtswissenschaftlichen Fakultät,
entweder, das Ministerium stockt unsere Mittel so auf, dass
wir alle Studierenden an der Rewi die Möglichkeit bieten können,
ihr Studium unter internationalem Standard zu absolvieren, oder
wir müssen die Zahl der Studierenden beschränken. Es geht
uns einfach die Luft aus.
Auf Initiative der Grazer Rechtswissenschaften wurden erstmals in
Österreich Kennzahlen eruiert, die einen direkten Vergleich
des Lehrenden Studierenden Verhältnisses und die Höhe
der Lehrbelastung an den österreichischen Rechtswissenschaftlichen
Fakultäten ermöglich. Und Graz liegt in beiden Bereichen
im absoluten Spitzenfeld: Auf 30 UniversitätsprofessorInnen
kommen 5.200 Studierende, was sogar im Vergleich mit den ärmeren
ostmitteleuropäischen Universitäten einen eklatanten Missstand
darstellt. Zusammen mit dem personalintensiven Modell des Kurssystems
in Graz ergibt das eine Lehrbelastung je wissenschaftlicher Planstelle
von 7,62 Stunden (im Vergleich: Salzburg: 2,36 Stunden). In
Salzburg sind die Verhältnisse etwa auf mittelosteuropäischem
Standard, so Schilcher, doch selbst um auf dieses Level zu
kommen, würden der Grazer Fakultät 80 Professoren-Stellen
fehlen. Schilcher bleibt beim Vergleich Graz mit Salzburg: Die
Grazer Fakultät hat mehr als doppelt so viele Studierende wie
die Salzburger, doch nur die Hälfte ihres Budgets. Wozu gibt
es ein Ministerium, wenn es so ungleiche Verhältnisse gibt?,
stellt Schilcher in Frage. Und selbst wenn Graz die 80 ProfessorInnen
und 169 AssistentInnen-Stellen bekommen würde, es fehlten die
entsprechenden Räumlichkeiten. Schilcher plädiert deshalb
für die Beschränkung der Hörerzahlen, aber der
jetzige Modus des Hinausprüfens ist die ungerechteste Art.
Was durch eine Drop-out Rate von 55% in Graz durchaus bestätigt
wird. O.Univ.-Prof. Dr. Gernot Kocher, Dekan der Rechtswissenschaftlichen
Fakultät Graz, sieht wie Schilcher eher in der Einführung
von Beobachtungsfristen, angelehnt an die Auswahlverfahren an amerikanischen
Universitäten, eine zielführende Möglichkeit. Die
Politik ist gefordert, internationale Standards zu garantieren,
stellen Schilcher und Kocher fest und kündigen Verhandlungen
mit dem Ministerium an: Behebung der eklatanten Unterdotierung der
Fakultätsbibliothek, die Anpassung an mittelosteuropäische
Standards beim Verhältnis Lehrende zu Studierenden und internationales
Benchmarking sind die zentralen Forderungen der Grazer Rechtswissenschaften.
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