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BetreuerIn * 24.10.01

Paul Petry-Preis 2001

Die Paul Petry-Preise 2001 für Alterswissenschaften an der Universität Graz wurde am 24. Oktober 2001 überreicht.

Der Paul Petry-Preis, benannt nach dem Förder der Alterswissenschaften an der Uni Graz, zeichnet die besten wissenschaftlichen Arbeiten aus den verschiedensten Fachgebieten zum Thema Alterswissenschaften aus. Bereits zum dritten Mal wurde das Preisgeld von insgesamt 60.000 ATS verliehen – vier Preise zu je 12.000 ATS (872 Euro) und zwei Preise zu je 6.000 ATS (436 Euro).
„Die Alterwissenschaften sind an der Universität Graz interdisziplinär verankert. Das zeigt die Bandbreite der ausgezeichneten Arbeiten”, zeigte sich Ao.Univ.-Prof. Dr. Ada Pellert, Vizerektorin für Lehre, Personalentwicklung und Frauenförderung erfreut. An der Universität Graz wurde bereits seit Mitte der 90-er Jahre die Wichtigkeit der Frage nach einem gelungenen Prozess des Alterns begriffen und hier wurden – zusammen mit dem Stifter des Preises, Prof. Paul Petry – die ersten Initiativen und Akzente gesetzt. Zuerst eine Ringvorlesung, dann die Verleihung des Paul Petry-Preises zur Förderung der Forschungen in allen Studienrichtungen und die Installierung des bislang österreichweit einzigen Universitätslehrganges für Interdisziplinäre Gerontologie, dessen erste AbsolventInnen vor einem Monat ihr Abschlusszertifikat erhielten. Nach dem plötzlichen Tod des Stifters Prof. Paul Petry sichern Franz J. Schreyer und Dr. Klehr den Paul Petry-Preis an der Universität Graz.

Frans. J. Schreyer mit Gattin, Ao.Univ.-Prof. Dr. Gertrud Simon, Elisabeth
Grünberger, Mag. Marlis M. Knill, O.Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad, Mag.
Regina Reßler, Vizerektorin Ao.Univ.-Prof. Dr. Ada Pellert, Dr. Petra
Schwingenschuh, Dr. Klehr, Renate Wieser, Felicitas Zehetner (v.l.)

Foto: AI/Habersack

Die Preisträgerinnen 2001 sind:
Elisabeth Grünberger
Abschlussarbeit für den Universitätslehrgang Interdisziplinäre Gerontologie: Von der psychosozialen Beratung zur Psychotherapie im Alter. Beruhend auf langjährigen praktischen und theoretischen Erfahrungen liefert die Arbeit erste Analysen zur psychosozialen Betreuung von älteren Menschen und deren Wirkfaktoren.

Mag. Marlis M. Knill
Diplomarbeit am Institut für Psychologie:
Aktivierung und Reaktivierung von sozialen Netzwerkstrukturen als protektiver Faktor gegen Suizid- und Depressionskognitionen bei gerontopsychiatrischen Patienten. Ausgehend von zwei aktuellen gesundheitspsychologischen Konstrukten „soziales Netzwerk” und "soziale Unterstützung" konzentriert sich die Arbeit auf die wenig untersuchte Gruppe von alten Menschen im sogenannten dritten und vierten Lebensalter, also der „Alten” und „Hochbetagten”. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem die „Netzwerkgröße”, die „gelegentlichen Kontakte” und das „Ausmaß der sozialen Unterstützung” bei depressiven älteren Menschen signifikant geringer sind als bei nichtdepressiven. Dies eröffnet ganz konkrete Möglichkeiten für die Betreuung dieser Menschen und kann auch für eine gezielte psychologische Therapie genützt werden. Der klinische Wert der Untersuchung liegt insbesondere auch darin, dass hier aufgezeigt wird, an welchen konkreten Punkten den medizinisch gut betreuten alten Menschen im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe noch geholfen werden kann.
Die Arbeit wurde an der Landesnervenklinik Sigmund Freud an der Abteilung für Gerontopsychiatrie durchgeführt.

Mag. Regina Reßler
Diplomarbeit am Institut für Soziologie: Alters- und Pflegeheim Bauernhof. Betreutes Wohnen am Bauernhof in der Steiermark.
In dieser Arbeit wird diese in Österreich noch kaum bekannte Wohnform systematisch untersucht, alle rechtlichen, baulichen, infrastrukturellen und sonstige Voraussetzungen skizziert und alle Vor- und Nachteile für die älteren Menschen wie auch für die Bauernfamilien aufgelistet. Weiters wird eine Umsetzung dieses Modells in Oberösterreich dargestellt.

Dr. Petra Schwingenschuh
Dissertation zum Thema: Computerunterstützte Ganganalyse bei Patienten mit Morbus Parkinson.
Im Rahmen der Dissertation an der Universitäts-Klinik für Neurologie wurde ein kommerziell erwerbbares System für die Ganganalyse eingesetzt, die beschriebenen Gangparameter bei PatientInnen mit Morbus Parkinson erhoben und mit einer geeigneten Kontrollgruppe verglichen. Dabei gelang es, jene physiologischen Gangparameter herauszufinden, die offensichtlich für die Gangstörung bei Morbus Parkinson typisch sind – was wiederum auch bei einer Früherkennung der Erkrankung herangezogen werden kann.

Renate Wieser
Diplomarbeit am Institut für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie: Eure Alten werden Träume träumen (Joel 3,1). Reflexion der kirchlichen Altenarbeit in der Diözese Graz-Seckau. Die Arbeit bietet einen umfassenden Einblick in den Stand der Diskussion gerontologischer Konzepte aus den Human- und Sozialwissenschaften und der (praktischen) Theologie. Die Fragebogenuntersuchung, die erstmals einen Überblick über den Umfang und die Qualität der kirchlichen steirischen Altenarbeit ermöglicht, leistet einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Defizits empirischer Erkenntnisse in der kirchlichen Altenarbeit. Die Auseinandersetzung mit interdisziplinären und internationalen Arbeiten besonders unter feministischer Perspektive wie auch (Verbesserungs-) Vorschläge für die zukünftige kirchliche Altenarbeit in der Steiermark komplettieren die Arbeit.

Felicitas Zehetner
Abschlussarbeit für den Universitätslehrgang Interdisziplinäre Gerontologie: Erleben, Mitleben, Aufleben. Therapie- und Förderungsaufenthalt für Alzheimer – Demenzkranke und ihre betreuenden Angehörigen. Die Besonderheit dieses bislang in Österreich einmaligen Projektes liegt im Aspekt der ganzheitlichen Betrachtung von Körper, Geist und Seele. Im Rahmen des beschriebenen Projektes werden durch verschiedene Therapien die längere Erhaltung der Selbstständigkeit und das Selbstwertgefühl der PatientInnen gefördert. Die parallel vermittelte psychosoziale Stützung und die Wissensvermittlung über Pflege und Krankheit vermindert die soziale Isolation, psychosomatische Erkrankungen, Medikamentenverordnungen und Depressionen und führen so zu einer Erhöhung der Lebensqualität und Lebenszufriedenheit. Dies ermöglicht auch die längere Pflege der PatientInnen zu Hause und bringt volkswirtschaftlich betrachtet Einsparungen in Millionenhöhe.