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Rektor Zechlin: Bedingungen für Reform fehlen
Positive
Ansätze kann Rektor Lothar Zechlin dem neuen Dienstrecht
abgewinnen, schränkt gleichzeitig ein, dass wichtige
Voraussetzungen für ein Gelingen der Reform fehlen. Mit
dem sogenannten Vier-Säulen-Modell, das fast nur
noch befristete Karriereschritte an den Universitäten vorsieht,
fällt die Pragmatisierung sowie die Voraussetzung der Habilitation
für eine Vertrags-Professurenanstellung. Zechlin sieht damit
ein gravierendes Problem des jetzigen Dienstrechts bereinigt: Es
hat dazu geführt, dass so gut wie alle Nachwuchsstellen dauerhaft
besetzt sind und für Jung-Akademiker nicht zur Verfügung
stehen.
Für die sinnvolle Reform setzt der Grazer Rektor aber entscheidende
Rahmenbedingungen voraus: Zum einen müssen weite Teile
der Mittelbaustellen in Professuren umgewandelt werden. Denn nur,
wenn es deutlich mehr Professuren als AssistentInnenstellen gibt,
haben NachwuchswissenschaftlerInnen faire Berufungschancen. Zum
anderen müssen im erheblichen Umfang Stellen für nicht
wissenschaftliches Personal geschaffen werden. Denn wenn sich die
AssistentInnen in begrenzter Zeit qualifizieren sollen, müssen
sie sich auf Lehre und Forschung konzentrieren, von derzeit wahrgenommenen
Serviceaufgaben freigehalten werden.
Zechlin führt zur Illustrierung Vergleiche mit dem deutschen
System ins Treffen: Dort kommen auf etwa 38.000 Professuren an Universitäten
und Fachhochschulen circa 14.000 AssistentInnen, ergibt eine Relation
von 1 : 0,4. In Österreich steht mit rund 2.000 Professuren
und knapp 6.700 Stellen für AssistentInnen bzw. DozentInnen
eine Relation von 1 : 3,4 gegenüber. Die Pyramide in
der Stellenstruktur muss durch einen Kegel ersetzt werden,
fordert der Grazer Rektor die ministerielle Reformgruppe
soll die Struktur anderer ausländischer Hochschulsysteme untersuchen.
Weiters ortet Zechlin einen wesentlichen Nachholbedarf bei
Planstellen für Servicepersonal. Denn während in
Österreich auf insgesamt 11.200 wissenschaftliche circa 8.500
nicht wissenschaftl. Planposten kommen (Relation 1 : 0,8), beträgt
das Verhältnis an deutschen Hochschulen 1 : 1,7.
Insgesamt werde deutlich, dass die begrüßenswerte Reform
nicht gelingen könne, wenn man jeweils bruchstückhaft
einzelne Elemente verändere. Ohne ein ganzheitliches
Vorgehen droht sich der Fehler zu wiederholen, der bereits bei der
Einführung der Studiengebühren begangen worden ist.
Foto:
Gasser
Rektor Lothar Zechlin
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