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Neue Synagoge in Graz eingeweiht
62
Jahre nach ihrer Zerstörung wurde am 9. November 2000 die neu
erbaute Synagoge der jüdischen Gemeinde in Graz übergeben.
Das Gebäude, jahrzehntelange Wirkungsstätte des letzten
Landesrabbiners für Steiermark und Professors an der Universität
Graz, David Herzog,
basiert auf den Fundamenten des in der Pogromnacht von 1938 niedergebrannten
und verwüsteten Gotteshauses. Unter den Hunderten Anwesenden,
die zum Teil die Zeremonie via Bildschirmen in einem vor der Synagoge
aufgebauten Zelt mitverfolgten, nahmen am Festakt auch
70 ehemalige jüdische MitbürgerInnen, die vor dem Nazi-Regime
geflüchtet und nach mehr als 60 Jahren oft erstmals wieder
nach Graz gekommen waren, Vertreter der Politik, vieler Religionsgemeinschaften
sowie Bundespräsident Thomas Klestil teil.
Bürgermeister
Alfred Stingl zitierte aus einem Brief Fred Herzogs, dem mittlerweile
93-jährigen, in den USA lebenden Sohn David Herzogs: Ich
spreche der Stadt meinen herzlichen Dank aus. Die Übergabe
der Synagoge hat in mir aber auch gemischte Gefühle geweckt.
Das furchtbare Schicksal, das meine Familie erleben musste, wird
mir ewig in Erinnerung sein.
Konsul Kurt David Brühl, Präsident der Israelitischen
Kultusgemeinde Graz und Ehrenbürger der Uni Graz, unterstrich
den Gedanken der Versöhnung: Der Bau geschah aus dem
ehrlichen und aufrichtigen Wunsch der Politik und der Religionsgemeinschaften.
Nach
dem letzten Landesrabbiner ist seit 1988 nicht nur der David
Herzog-Fonds der Universität Graz, sondern nun auch der
Platz vor der neu errichteten Synagoge benannt.
Mehr
Informationen zum jüdischen Leben in Graz in der Reportage
der UNIZEIT
04/2000
sowie David
Herzog Toleranz und Verstehen
Fotos:
Ausseninstitut/Schweiger
Am
10. November besuchten die vertriebenen MitbürgerInnen die
Universität Graz als Gäste des
David-Herzog-Fonds.
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