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Resolution des Senates der Universität Graz zum Thema: Studiengebühren
Der
Senat der Karl-Franzens-Universität Graz hat am 18.10.2000
in seiner ersten ordentlichen Sitzung folgende Resolution zum Thema
Studiengebühren beschlossen:
Der Senat der Karl-Franzens-Universität Graz ist der Auffassung,
dass die von den Regierungsparteien geplante und bereits vom Ministerrat
beschlossene Einführung von Studiengebühren ab dem Wintersemester
2001/2002 kaum die vom Finanzministerium propagierten Lenkungswirkungen
haben wird. Es erscheint auch nicht nachvollziehbar, dass hierdurch
auf den Universitäten ein sinnvoller Reformprozess in Gang
gesetzt werden wird.
Vielmehr sind wir der Ansicht, dass Studiengebühren in dieser
Form zu einer für viele Studierende beziehungsweise deren Familien
schmerzlichen finanziellen Zusatzbelastung führen. Aus dem
zur Zeit diskutierten Studiengebührenmodell ergibt sich speziell
für neben dem Studium erwerbstätige Studierende eine Verlängerung
ihrer Studiendauer. Dies ist somit das genaue Gegenteil der von
der Regierung verfolgten Ziele.
Auch wird vermutlich durch die Einführung von Studiengebühren
die Anzahl der Studierenden in Österreich erheblich sinken.
Dies steht nun in Widerspruch mit der dringend nötigen Erhöhung
der Akademikerinnen- und Akademikerquote Österreichs. Dieser
Rückgang der Studierenden wird sich auch nicht durch die zur
Zeit in Aussicht gestellte soziale Kompensierung verhindern lassen.
Resümierend spricht sich der Senat der Karl-Franzens-Universität
Graz vehement gegen eine oberflächliche Diskussion zum Thema
Studiengebühren aus. Gerade bei diesem Thema muß die
Fachkompetenz der Betroffenen (Universitäten, Studierende)
in den Entscheidungsprozess eingebunden werden, um sinnvolle Reformen
in die Wege zu leiten.
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