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BetreuerIn * 20.10.00


Resolution des Senates der Universität Graz zum Thema: Studiengebühren


Der Senat der Karl-Franzens-Universität Graz hat am 18.10.2000 in seiner ersten ordentlichen Sitzung folgende Resolution zum Thema Studiengebühren beschlossen:


Der Senat der Karl-Franzens-Universität Graz ist der Auffassung, dass die von den Regierungsparteien geplante und bereits vom Ministerrat beschlossene Einführung von Studiengebühren ab dem Wintersemester 2001/2002 kaum die vom Finanzministerium propagierten Lenkungswirkungen haben wird. Es erscheint auch nicht nachvollziehbar, dass hierdurch auf den Universitäten ein sinnvoller Reformprozess in Gang gesetzt werden wird.


Vielmehr sind wir der Ansicht, dass Studiengebühren in dieser Form zu einer für viele Studierende beziehungsweise deren Familien schmerzlichen finanziellen Zusatzbelastung führen. Aus dem zur Zeit diskutierten Studiengebührenmodell ergibt sich speziell für neben dem Studium erwerbstätige Studierende eine Verlängerung ihrer Studiendauer. Dies ist somit das genaue Gegenteil der von der Regierung verfolgten Ziele.


Auch wird vermutlich durch die Einführung von Studiengebühren die Anzahl der Studierenden in Österreich erheblich sinken. Dies steht nun in Widerspruch mit der dringend nötigen Erhöhung der Akademikerinnen- und Akademikerquote Österreichs. Dieser Rückgang der Studierenden wird sich auch nicht durch die zur Zeit in Aussicht gestellte soziale Kompensierung verhindern lassen.
Resümierend spricht sich der Senat der Karl-Franzens-Universität Graz vehement gegen eine oberflächliche Diskussion zum Thema Studiengebühren aus. Gerade bei diesem Thema muß die Fachkompetenz der Betroffenen (Universitäten, Studierende) in den Entscheidungsprozess eingebunden werden, um sinnvolle Reformen in die Wege zu leiten.