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BetreuerIn * 15.12.00


Sparbudget für Uni Graz: „Kürzungen im Lehr- und Studienbetrieb”

Der Studienbetrieb wird nicht zusammenbrechen, aber ohne Kürzungen wird´s nicht gehen”, befürchtet Franz Kappel, Vizerektor für Finanzen, nach den „frustrierenden”, gerade zweistündigen Verhandlungen im Wissenschaftsministerium in Wien. „Obwohl wir einen überaus maßvollen Antrag gestellt haben.” Unter Strich fällt das Budget 2001 für die Universität Graz mit knapp 2.127 Millionen Schilling – davon 812 Millionen für die medizinische Fakultät – nur geringfügig höher als im Vorjahr (2.020 Millionen) aus. Alarm schlägt Kappel vor allem im Personalbereich der Universität: „Das zugewiesene Plus in der Höhe von zehn Millionen Schilling wird zur Gänze mit Gehaltserhöhungen abgedeckt, für die sogenannten Biennalsprünge klafft ein Loch von 12 Millionen. Und da ohnehin bereits zahlreiche Stellen lange unbesetzt sind, der Großteil fix gebunden ist, bleibt kein Spielraum mehr.”
Für den Wegfall der Prüfungstaxen, die bekanntlich durch die Universität vergebene Leistungsprämien ersetzt werden sollen, fehle jegliche Budgetanpassung. „So können wir keine Prämien vergeben”, stellt Kappel klar.

Zusätzlich werden sich Engpässe im Lehrbetrieb verschärfen, da beantragte Projekte zur Verbesserung seitens des Ministeriums völlig ignoriert wurden und das Budget für die Betriebsaufwendungen der Lehre stagniert. Vom Tisch gewischt wurden etwa die Erhöhung der Energieabgabe, die Umstellungen für EURO und die erheblichen Verwaltungskosten für die Einhebung der Studiengebühren.

„Etikettenschwindel wird bei den Studiengebühren begangen”, kritisiert Kappel. Denn die an der Uni Graz eingezahlten Gebühren fließen in einen zentralen Topf im Ministerium, aus dem eine Kommission einzelne Projekte finanziert. In dasselbe Horn stößt Rektor Lothar Zechlin: „Die Einnahmen aus den Studiengebühren müsse in den Universitäten selbst unter Beteiligung der Studierenden verplant werden. Die Rezentralisierung dieser Entscheidungen im Ministerium passt nicht zu der Politik der erweiterten Autonomie der Universitäten. Sie belastet diese Politik umso mehr, als nunmehr reale Kürzungen unseres Budgets hinzukommen.”

Vizerektor Franz Kappel
Rektor Lothar Zechlin

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Fotos: Gasser