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Promotionen sub auspiciis am 9. November 2000
Für
fünf KandidatInnen fand am 9. November 2000 in der Aula der
Grazer Uni die feierliche Promotion sub auspiciis praesidentis statt.
Die jungen Studierenden haben seit der Oberstufe des Gymnasiums
bis zu ihrer Dissertation die Abschlüsse jeweils mit Auszeichnung
absolviert. Darunter das Geschwisterpaar Alexandra (28) und Werner
(26) Wackernagel, die ebenso wie Petra Gaulhofer ((27) zum Doktor
der Medizin promovierten. Anna Stradner (30) absolvierte das Doktoratsstudium
aus Chemie mit Auszeichnung, Andrea Therese Fruhwirth (35) schloss
ihre Dissertation aus Philosophie mit sehr gutem Erfolg ab.
Foto:
Ausseninstitut/Schweiger
Anna
Stradner, Andrea Therese Fruhwirth, Werner Wackernagel, Alexandra
Wackernagel, Petra Gaulhofer (v.l.)
Bundespräsident
Thomas Klestil würdigte die Leistungen der frischgebackenen
Doctores und unterstrich die Vorbildwirkung. Zu den
geplanten Studiengebühren betonte Klestil: Die finanzielle
Situation darf nicht bestimmend sein, ob jemand studieren kann.
Wir können es uns nicht leisten, auf Talente zu verzichten.
Rektor
Lothar Zechlin nahm den Festakt und die Anwesenheit von Bundespräsident
Thomas Klestil auch zum Anlass auf brisante hochschulpolitische
Themen hinzuweisen: Die Politik muss nicht nur eigenständige
Konzepte entwickeln, sondern vor allem diese offenlegen, transparent
machen, mit den Beteiligten reden und dann allerdings auch die Kraft
zur Entscheidung finden. Jede Art von Geheimdiplomatie, Arbeit hinter
verschlossenen Türen, jeder Versuch eine Reform durchzuziehen,
wird mit Recht auf den Widerstand der Universitäten selbst
treffen. Die Art und Weise, in der die Studierendensteuer in Österreich
eingeführt worden ist, ist ein Musterbeispiel für diese
unprofessionelle Gestaltung der Politik", untermauerte Rektor
Lothar Zechlin seinen Standpunkt.
Zur größeren Autonomie der Universitäten unter dem
Paradigma New public management" hielt Zechlin fest:
Dieses Konzept verlagert früher in den Ministerien und
in den Parlamenten getroffene Entscheidungen zum Teil in die Universitäten
hinein." Der Veränderungsdruck könne damit nur zu
Lasten der Unis gehen, sondern müsse auch auf Seiten der Politik
passieren. Versuche, die Reform der Universitätslandschaft
dazu zu benutzen, die Budgets der Universitäten weiterhin zu
kürzen, werden die gesamte Refom diskreditieren", warnte
Zechlin. Wenn die Universitäten neue Aufgaben wahrnehmen sollen,
müssten auch die Ressourcen in die Unis hinein verlagert werden.
Denn: "Die Reform ist eine Investition in die Zukunft der jungen
Generationen."
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