Frauenpower
Zusammenarbeit + Innovation + Dienstleistung = ZID
Die Leitung des neuen Zentralen Informatikdienstes (ZID)
an der Universität wurde besetzt. Isabella Weger, die
designierte Leiterin, steht Rede und Antwort. Ganz der Zunft
entsprechend per E-mail.
Was war Ihre Hauptmotivation, sich als ZID-Leiterin an
der KFU Graz zu bewerben bzw. diese Stelle dann anzunehmen?
Die Chance, den Zentralen Informatikdienst im Zuge der Implementierung
des UOG 93 als Dienstleistungseinrichtung neu gestalten zu
können.
Wie haben Sie im ersten Moment reagiert, als Sie von Ihrer
Bestellung erfahren haben?
Ich habe mich sehr gefreut. Und mittlerweile freue ich mich
noch mehr darauf anzufangen.
Wie würden Sie Ihren persönlichen Führungsstil
charakterisieren?
Zielorientiert, teamorientiert, entscheidungsbewusst, konfliktbewusst.
Was sind Ihre Pläne im neuen Job?
Zunächst möchte ich mir ein möglichst gutes
Gesamtbild über die IT-Situation der Universität
Graz und insbesondere der Bedürfnisse der KundInnen aus
allen Bereichen verschaffen, um meine Vorstellungen für
die Entwicklung des ZID konkretisieren zu können. Vordringlich
erscheint mir im Moment, die konsequente Dienstleistungsausrichtung
des ZID und die Kooperation mit anderen Dienstleistern und
den Fakultäten zu verstärken.
ZID heißt für mich auch: Zusammenarbeit - Innovation
- Dienstleistung. Dienstleistungen haben sich an den Bedürfnissen
der NutzerInnen aus Forschung, Lehre, Dienstleistungseinrichtungen
und Universitätsleitung zu orientieren, und gleichzeitig
ist eine innovative Perspektive für zukünftige Entwicklungen
vorzugeben. Innovation darf sich aber nicht nur auf technische
Aspekte beschränken, sondern muss sich auch auf Strukturen,
Organisation und Prozesse beziehen. Die Zusammenarbeit nach
innen und nach außen sowie die Koordination und Integration
von IT-Dienstleistungen in allen Bereichen der Universität
sind zentrale Themen.
Die budgetäre Lage der Uni Graz ist prekär. Könnten
jetzige Dienstleistungen des ZID dem Sparpaket zum Opfer fallen?
Verringerte Budgets bedeuten nicht notwendigerweise lineare
Budgetkürzungen in allen Bereichen, sondern eine Aufforderung
an die Universitätsleitung, auch budgetär Prioritäten
zu setzen. Ich halte den Einsatz von Informationstechnologie
an einer Universität für eine unverzichtbare Grundlage
für Forschung, Lehre und Verwaltung. Schließlich
ist das Budget des ZID nicht Selbstzweck, sondern wird in
die Institute und Einrichtungen der Universität investiert.
Kürzungen im Investitionsbereich und Einschränken
von Dienstleistungen sind aber zwei verschiedene Dinge. Generell
sind Umfang und Qualität von Dienstleistungen laufend
zu überprüfen und an den aktuellen Bedürfnissen
der KundInnen auszurichten.
Wie sehen Sie das Verhältnis von Verwaltung und Wissenschaft
an der Uni?
Der ZID erbringt Dienstleistungen für beide Bereiche.
Forschung und Lehre als die zentralen Wertschöpfungsprozesse
einer Universität sind durch Informationstechnologie
bestmöglich zu unterstützen. Ebenso ist IT auch
Dienstleistung für die Verwaltung, die ihrerseits Dienstleisterin
für die Wissenschaft ist.
An der TU haben Sie sich auch für gesellschaftspolitische
Fragen engagiert. So waren Sie dort Vorsitzende des Arbeitskreises
für Gleichbehandlungsfragen. Was wollen Sie in diesem
Bereich an der Uni Graz bewirken?
Meine Aufgabe an der Uni Graz ist die Leitung des ZID. Anliegen
der Gleichstellungspolitik sind mir weiterhin wichtig und
werden selbstverständlich in meiner Arbeit präsent
sein, ich strebe aber keine Funktion in diesem Bereich an.
Mein Interesse gilt derzeit der Gesamtentwicklung der Universitäten.
Eine Situation, die durch die Autonomie und Neuordnung der
Universitäten bis hin zur Vollrechtsfähigkeit einerseits
und durch beschränkte Ressourcen andererseits gekennzeichnet
ist, stellt eine Herausforderung für die Positionierung
der Universitäten in der Gesellschaft dar. Ich hoffe,
dass ich in diesem spannenden Prozess einen Beitrag leisten
kann.
Interview:
Robert
Hutter