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BetreuerIn * 20.06.00

Frauenpower
Zusammenarbeit + Innovation + Dienstleistung = ZID

Die Leitung des neuen Zentralen Informatikdienstes (ZID) an der Universität wurde besetzt. Isabella Weger, die designierte Leiterin, steht Rede und Antwort. Ganz der Zunft entsprechend – per E-mail.


Was war Ihre Hauptmotivation, sich als ZID-Leiterin an der KFU Graz zu bewerben bzw. diese Stelle dann anzunehmen?
Die Chance, den Zentralen Informatikdienst im Zuge der Implementierung des UOG 93 als Dienstleistungseinrichtung neu gestalten zu können.

Wie haben Sie im ersten Moment reagiert, als Sie von Ihrer Bestellung erfahren haben?
Ich habe mich sehr gefreut. Und mittlerweile freue ich mich noch mehr darauf anzufangen.
Wie würden Sie Ihren persönlichen Führungsstil charakterisieren?
Zielorientiert, teamorientiert, entscheidungsbewusst, konfliktbewusst.


Was sind Ihre Pläne im neuen Job?
Zunächst möchte ich mir ein möglichst gutes Gesamtbild über die IT-Situation der Universität Graz und insbesondere der Bedürfnisse der KundInnen aus allen Bereichen verschaffen, um meine Vorstellungen für die Entwicklung des ZID konkretisieren zu können. Vordringlich erscheint mir im Moment, die konsequente Dienstleistungsausrichtung des ZID und die Kooperation mit anderen Dienstleistern und den Fakultäten zu verstärken.
ZID heißt für mich auch: Zusammenarbeit - Innovation - Dienstleistung. Dienstleistungen haben sich an den Bedürfnissen der NutzerInnen aus Forschung, Lehre, Dienstleistungseinrichtungen und Universitätsleitung zu orientieren, und gleichzeitig ist eine innovative Perspektive für zukünftige Entwicklungen vorzugeben. Innovation darf sich aber nicht nur auf technische Aspekte beschränken, sondern muss sich auch auf Strukturen, Organisation und Prozesse beziehen. Die Zusammenarbeit nach innen und nach außen sowie die Koordination und Integration von IT-Dienstleistungen in allen Bereichen der Universität sind zentrale Themen.


Die budgetäre Lage der Uni Graz ist prekär. Könnten jetzige Dienstleistungen des ZID dem Sparpaket zum Opfer fallen?
Verringerte Budgets bedeuten nicht notwendigerweise lineare Budgetkürzungen in allen Bereichen, sondern eine Aufforderung an die Universitätsleitung, auch budgetär Prioritäten zu setzen. Ich halte den Einsatz von Informationstechnologie an einer Universität für eine unverzichtbare Grundlage für Forschung, Lehre und Verwaltung. Schließlich ist das Budget des ZID nicht Selbstzweck, sondern wird in die Institute und Einrichtungen der Universität investiert. Kürzungen im Investitionsbereich und Einschränken von Dienstleistungen sind aber zwei verschiedene Dinge. Generell sind Umfang und Qualität von Dienstleistungen laufend zu überprüfen und an den aktuellen Bedürfnissen der KundInnen auszurichten.

Wie sehen Sie das Verhältnis von Verwaltung und Wissenschaft an der Uni?
Der ZID erbringt Dienstleistungen für beide Bereiche. Forschung und Lehre als die zentralen „Wertschöpfungsprozesse” einer Universität sind durch Informationstechnologie bestmöglich zu unterstützen. Ebenso ist IT auch Dienstleistung für die Verwaltung, die ihrerseits Dienstleisterin für die Wissenschaft ist.

An der TU haben Sie sich auch für gesellschaftspolitische Fragen engagiert. So waren Sie dort Vorsitzende des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen. Was wollen Sie in diesem Bereich an der Uni Graz bewirken?
Meine Aufgabe an der Uni Graz ist die Leitung des ZID. Anliegen der Gleichstellungspolitik sind mir weiterhin wichtig und werden selbstverständlich in meiner Arbeit präsent sein, ich strebe aber keine Funktion in diesem Bereich an. Mein Interesse gilt derzeit der Gesamtentwicklung der Universitäten. Eine Situation, die durch die Autonomie und Neuordnung der Universitäten bis hin zur Vollrechtsfähigkeit einerseits und durch beschränkte Ressourcen andererseits gekennzeichnet ist, stellt eine Herausforderung für die Positionierung der Universitäten in der Gesellschaft dar. Ich hoffe, dass ich in diesem spannenden Prozess einen Beitrag leisten kann.
Interview:

Robert Hutter


 


DI Isabella Weger

Geboren am 28. August 1960 in Graz,
1978 - 1979 Studium der Elektrotechnik an der TU-Graz, 1979 - 1985 Studium der Technischen Mathematik/Studienzweig Informations- und Datenverarbeitung an der TU-Graz.
Seit 1982 am Zentrum für elektronische Datenverarbeitung bzw. ZID der TU-Graz,
1991 Leiterin der Abteilung Supercomputing und Visualisierung, seit
1993 Leiterin der Abteilung „Computing”, zuletzt für die Rechner- und Software-Infrastruktur der TU-Graz, für Computerarbeitsplätze für Lehre und Verwaltungseinrichtungen sowie für die Institutsunterstützung in EDV-Angelegenheiten und BenutzerInnenservice für die Forschung, Lehre und Verwaltung verantwortlich.


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